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neues vom MRT (Allgemeines)

agno @, Mittwoch, 14.08.2019, 20:16 (vor 122 Tagen)

neues vom MRT

Mimmi, Donnerstag, 15.08.2019, 00:43 (vor 122 Tagen) @ agno

Wenn mit Randsaum die Läsionen gemeint sind die einen dunklen Rand haben und in der Mitte hell sind, dann kann ich damit dienen.
Dieser Läsionstyp wurde bei mir im 3-Tela-MRT entdeckt. Für den Radiologen war das wohl ein eher seltener Anblick.

neues vom MRT

W.W. @, Donnerstag, 15.08.2019, 09:51 (vor 121 Tagen) @ agno

Ich habe in meinem roten Buch 3 Arten von chronischen Herden bei der MS unterschieden:

Kernspintomographie und Neuropathologie
Wir kommen nun zu der spannenden Frage, ob wir die vier Herdarten, die wir im Seziersaal unterscheiden konnten, auch auf den kernspintomographischen Bildern wiederentdecken können. Dies ist tatsächlich möglich.

Wie nicht anders zu erwarten, erscheint der frische Herd im Kernspintomogramm aufgebläht mit unscharf begrenzter, faseriger Oberfläche („Tennisball-Herd“). Er reichert Gadolinium an, was ein Zeichen dafür ist, dass die Blut-Hirn-Schranke in seinem Innern durchlässig geworden ist und das Kontrastmittel aus dem Blut ins Hirngewebe eindringt.

Mehr (siehe Tabelle) ist zu den drei Herdtypen zu sagen, die sich im Laufe von Wochen aus dem frischen Herd entwickeln. Ich hatte bereits erwähnt, dass die „Schattenherde“ für den Neuropathologen mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen sind. Obwohl der Zerstörungsprozess glimpflich abgelaufen ist und die verbliebenen oder leichter geschädigten Oligodendrozyten in der Lage waren, zugrundegegangene Markscheiden notdürftig zu ersetzen, springen sie kernspintomographisch geradezu ins Auge. Das liegt daran, dass die Kernspintomographie äußerst empfindlich auf geringe Veränderungen der Wasserkonzentration im Gewebe reagiert. Früher meinte man, Schattenherde seien selten, heute geht man davon aus, dass sie die Hauptmenge der weißen Flecken auf den Kernspintomographie-Bildern darstellen. Das heißt: Viele MRT-Bilder sehen schlimmer aus, als sie in Wirklichkeit sind.

Im Gegensatz zu den Schattenherden sind die inaktiven chronischen Plaques auf Hirnschnitten gut erkennbar. Sie sind scharf begrenzt und wirken „wie ausgestanzt“. Abrupt kommt es beim Übergang vom normalen Gewebe in den Herd hinein zu einem Verlust aller Markscheiden und Oligodendrozyten. Die nackten Axone verlaufen durch ein dichtes Fasernetzwerk, das von Astrozyten gebildet wird. Entzündungszellen sind in diesen Herden nicht nachweisbar. Im Kernspintomogramm erscheinen diese Herde als die oben erwähnten „schwarzen Löcher“.

Auch die dritte Art von älteren Herden, der aktive chronische Herd, ist kernspintomographisch leicht zu entdecken. Unter dem Mikroskop ist er durch einen „Entzündungswall“, kernspintomographisch durch eine ringförmige Gadoliniumanreicherung („Ringstruktur“) gekennzeichnet.

T1- und T2-betonte Bilder
Durch bestimmte Techniken gelingt es, spezielle Gewebeeigenschaften in den Vordergrund zu rücken, allerdings hatte man sich anfänglich mehr davon versprochen, z. B. die Artdiagnose von Hirntumoren kernspintomographisch vornehmen zu können. Bei der MS spielt das nur insofern eine Rolle, dass es T1- und T2-betonte Bilder gibt. Die T1- und T2-Relaxationszeiten haben etwas damit zu tun, wie lange die im Magnetfeld aufgerichteten Atome brauchen, um wieder in die Ausgangslage zurückzukehren (T1-Relaxationszeit) bzw. wie lange die durch das Radiosignal in den Gleichschritt gezwungenen Spins (Drehungen) brauchen, um wieder „aus dem Tritt“ zu geraten (T2-Relaxationszeit). Wichtig für uns ist nur, dass in den T2-gewichteten Bildern der Liquor in den Hirnkammern strahlend weiß erscheint und sich auch die MS-Herde am leuchtendsten darstellen, während in den T1-gewichteten Aufnahmen die meisten MS-Herde blasser werden oder verschwinden, während einzelne schwarz werden. Das sind die berüchtigten „schwarzen Löcher“.

W.W.

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Bluna, Donnerstag, 15.08.2019, 12:50 (vor 121 Tagen) @ agno

Ein Glück, dass es in der Provinz noch nicht so viel Tesla gibt. :lookaround: Ich will das gar nicht so genau wissen und finde auch, dass die Bemühungen der Forscher in die falsche Richtung gehen. Vielleicht brauchen wir einfach nur einen besseren, gesünderen Alltag statt immer ausgefeiltere Medikamente?

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