Wenn man über Gott nachdenkt, scheint alles ganz leicht zu sein! (Bücherecke)

W.W. @, Dienstag, 06.08.2019, 08:23 (vor 15 Tagen)

Ich will diese Bücherecke einmal ausprobieren und beginne damit, über ein Buch von Jürgen Habermas zu sprechen: "Ein Bewusstsein von dem, was fehlt", weil es mich gerade sehr bewegt.

Eigentlich ist es eine Eröffnungsrede, die Habermas 2007 an der jesuitischen Hochschule für Philosophie hielt, und die einiges Aufsehen erregte. Vorausgegangen waren die "Friedenspreisrede" 2001 und ein Gespräch mit Joseph Kardinal Ratzinger 2004.

Man könnte meinen, dass ein Marxist und Atheist gegen Ende seines Lebens zu Kreuze kriecht, aber ich glaube, das ist es nicht. Es ist eher das Gefühl, man könne so selbstherrlich rasch die Theologie und die Theologen argumentativ totschlagen, während der Diskussion aber merken, dass man um das Wesentliche herumredet - als ob uns die Religion etwas zu sagen hätte, was sperrig ist und sich dem Ausdruck entzieht.

Kurz: Ich glaube, es ist sehr einfach, die Theologie in Bausch und Bogen zu verdammen und ihr alle ihre Fehler vorzuwerfen, aber sehr schwierig, zu erkennen, warum sie dennoch für uns wichtig ist.

W.W.

PS: Das ist auch ein Brief gegen Amy bzw. Meta, weil sie glaubt, die Religion so leicht abtun zu können und durch etwas Humanistisches und geradezu etwas Kosmisches zu ersetzen!

Avatar

Wenn man über Gott nachdenkt, scheint alles ganz leicht zu sein!

Meta @, im Wald, Dienstag, 06.08.2019, 13:46 (vor 15 Tagen) @ W.W.


PS: Das ist auch ein Brief gegen Amy bzw. Meta, weil sie glaubt, die Religion so leicht abtun zu können und durch etwas Humanistisches und geradezu etwas Kosmisches zu ersetzen!

Wenn sie wüssten in welcher "Beziehung" ich zur schwarzen Madonna in der Gnadenkapelle zu Altötting stehe... ;-)

--
Vorsicht vor Energievampiren!

Avatar

P.S. Kritische Theorie

Meta @, im Wald, Dienstag, 06.08.2019, 19:58 (vor 15 Tagen) @ Meta

Habermas (und die Kritische Theorie) ist mir mit Anfang 20 an der philosophischen Fakultät meiner Uni zum erstenmal "begegnet" und hat meine damalige Weltsicht und Gedankenwelt z.T. bestätigt und weitergeprägt.

--
Vorsicht vor Energievampiren!

Wenn man über Gott nachdenkt, scheint alles ganz leicht zu sein!

Mimmi, Dienstag, 06.08.2019, 19:59 (vor 15 Tagen) @ Meta

Ich versuch es hier nochmal:
???Inwieweit ist MS ein soziologisches Phänomen???

Avatar

Wenn man über Gott nachdenkt, scheint alles ganz leicht zu sein!

Meta @, im Wald, Dienstag, 06.08.2019, 20:12 (vor 15 Tagen) @ Mimmi

Ich versuch es hier nochmal:
???Inwieweit ist MS ein soziologisches Phänomen???

Hi Mimmi, geht deine Frage an mich?

Ich halte die MS nicht für ein soziologisches Phänomen.
Mit Philosophie/Soziologie kommt man m.E. bei der MS nicht weit.

Im Hinblick auf Gesellschaftskritik hat Habermas für mich einiges zu bieten, hat aber nichts mit MS zu tun (höchstens im allerallerweitesten Sinne ;-) und soweit möchte ich nicht gehen....:-)

--
Vorsicht vor Energievampiren!

Wenn man über Gott nachdenkt, scheint alles ganz leicht zu sein!

Mimmi, Dienstag, 06.08.2019, 23:47 (vor 15 Tagen) @ Meta

Nein, die Frage richtet sich an WW.

In einem anderen Posting hat er geschrieben, dass MS auch ein soziologische Phänomen sei.
Eine nähere Erläuterung hätte ich begrüßt.

Avatar

Wenn W.W. über MS nachdenkt....

agno @, Mittwoch, 07.08.2019, 06:57 (vor 14 Tagen) @ Mimmi

*hmpf*
W.W. hat festgestellt, dass die bevorzugte Localisation von MS-Herden an Kreuzungen von Hirnvenen zu finden ist.
Seine Schlussfolgerung war, dass MS etwas damit zu tun hat, dass es eine ungesunde Überbeanspruchung im MS-Gehirn gibt.
Dann hat W.W. mit vielen MSlern geredet.
Er hörte die verrücktesten Schicksale von netten Menschen.
& glaubt einen sozialen Zusammenhang in diesen vielen Geschichten herstellen zu können:
"Überlastung & Stress".

Dann führt W.W. seit seinen gesundheitlichen Schicksalsschlägen ein diszipliniertes & ritualisiertes Leben, von welchem er glaubt dass auch MSler auf diese Weise lange mit hoher Lebensqualität und wenig MS-Aktivität, sehr gut leben könnten.

Dieses Weihekonstrukt bietet Raum für viele MS-Lebensstil-Scharmützel:
"Alternative MS-Beruhiger versus heldenhaftes annehmen des Schicksals"
Dazwischen steht ein bis fast ins arrogante vor Selbstüberzeugung strotzender, sprachlich aber etwas ungeschickter W.W.,
der von allen Seiten Hiebe bekommt.

--
Gschafft ist aber noch nix

Wenn man über Gott nachdenkt, scheint alles ganz leicht zu sein!

W.W. @, Mittwoch, 07.08.2019, 08:30 (vor 14 Tagen) @ Mimmi

Nein, die Frage richtet sich an WW.

In einem anderen Posting hat er geschrieben, dass MS auch ein soziologische Phänomen sei.
Eine nähere Erläuterung hätte ich begrüßt.

Ich meine "soziologisch" als Erweiterung von "psychisch" und "individuell".

W.W.

Wenn man über Gott nachdenkt, scheint alles ganz leicht zu sein!

Tütensuppe, Donnerstag, 08.08.2019, 16:23 (vor 13 Tagen) @ W.W.

Ich kenne weder Habermas noch andere hier immer wieder aufgeführte Philosophen und ich kann mir diese nicht einverleiben, weil mein Hirn mit anderen wichtigeren Themen voll ist....aber ich will mal auf den Betreff zurück kommen.

"Wenn man über Gott nachdenkt, scheint alles ganz leicht zu sein "

Nun, vielleicht scheint für Sie , W.W. alles dadurch leichter zu sein......für mich gibt es diesen Gott nicht.....ich bin da eher bei einer Höheren Macht.....und es gibt noch so viele Dinge zwischen Himmel und Erde, die man nicht erklären kann, die es aber trotzdem gibt....

Wenn Sie diesen Gott der katholischen Kirche meinen, dann gibt es den schon gleich gar nicht für mich.....

Wenn ich über Gott nachdenke , dann werde ich eher wütend. :rocket: :punkt:

Wenn man über Gott nachdenkt, scheint alles ganz leicht zu sein!

W.W. @, Donnerstag, 08.08.2019, 16:41 (vor 13 Tagen) @ Tütensuppe

Ich kenne weder Habermas noch andere hier immer wieder aufgeführte Philosophen und ich kann mir diese nicht einverleiben, weil mein Hirn mit anderen wichtigeren Themen voll ist....aber ich will mal auf den Betreff zurück kommen.

"Wenn man über Gott nachdenkt, scheint alles ganz leicht zu sein "

Nun, vielleicht scheint für Sie , W.W. alles dadurch leichter zu sein......für mich gibt es diesen Gott nicht.....ich bin da eher bei einer Höheren Macht.....und es gibt noch so viele Dinge zwischen Himmel und Erde, die man nicht erklären kann, die es aber trotzdem gibt....

Das meinte ich ja! Es ist so einfach zu sagen: "Es gibt keinen Gott!" Aber in dem Augenblick, wo man das tut, fehlt etwas. Als ob es den Gegenstand oder das Ziel eines religiösen Verlangens gäbe, ohne dieses merkwürdige Etwas klarer benennen zu können.

Vielleicht haben die Juden ja recht, wenn sie es sich verbieten, den Namen Gottes zu nennen, er ist der Unaussprechbare (eher vielleicht das Unaussprechbare), und vielleicht hatten ja auch die Scholastiker recht, wenn sie Gott als das bezeichneten, was sich allen Begriffen entzieht (natürlich auch der grammatischen Klassifikation;-)).

Es geht um das Numinose, und es wäre durchaus denkbar, dass so etwas existiert. So wie das Unheimliche existieren könnte!

W.W.

PS: Natürlich hatte ich die Thread-Überschrift etwas Sybillinisch formuliert, um niemanden zu verschrecken. Ich hätte auch sagen können, dass man es sich - meiner Meinung nach - zu einfach macht, wenn man auf das Religiöse verzichten will.

Auf das Religiöse verzichten?

Nalini @, Samstag, 10.08.2019, 16:46 (vor 11 Tagen) @ W.W.

Ich hätte auch sagen können, dass man es sich - meiner Meinung nach - zu einfach macht, wenn man auf das Religiöse verzichten will.

Zum Thema "Wozu braucht der Mensch Gott?" oder "Brauchen wir das Religiöse?" habe ich in einem Buch neulich eine sehr schöne Passage gefunden, die ich an dieser Stelle mit dem Forum teilen möchte. Wie gesagt, die Passage ist nicht von mir, deswegen ein Zitat. Und das lautet so:

*** Religion ist mit Sicherheit das wichtigste im Menschenleben, wichtiger als Reichtum, Gesundheit und Lebenserfolg, denn ohne Rückverbindung (religio) des menschlichen Denkens zu zeitlosen und geistigen Werten geht der Mensch in die Irre. Er wird bald etwas Zeitliches und daher Vergängliches anbeten und aus lauter Angst vor dessen Verlust neurotisch werden.

Ohne das religiöse Wissen um die tieferen geistigen Zusammenhänge, um derentwillen wir uns hier auf diesem Planeten strebend bemühen sollen, erschiene doch unser Dasein recht trostlos und sinnlos. Wer aber den großen Sinn auch nur erahnt, der fühlt sich getragen von einer grandiosen schöpferischen Absicht, die ihm Zuversicht und Sicherheit gibt für sein ganzes Leben. ***

Mir gefällts thumb up und ich hoffe, die eine oder den anderen inspiriert das auch.

Avatar

Wenn man über Gott nachdenkt, scheint alles ganz leicht zu sein!

Meta @, im Wald, Donnerstag, 08.08.2019, 19:59 (vor 13 Tagen) @ Tütensuppe


Wenn ich über Gott nachdenke , dann werde ich eher wütend. :rocket: :punkt:

Deswegen kommuniziere ich , wenn überhaupt, mit seiner Mutter und deren Sohn...:-)

Da ich nicht an die unbefleckte Empfängnis glaube, ist sehr fragwürdig wer der echte Vater war....;-)

DNA-Nachweis (Vaterschaftstest) ist leider keiner mehr möglich...

--
Vorsicht vor Energievampiren!

RSS-Feed dieser Diskussion
powered by my little forum