Kann ein MS-Forum gut oder weniger gut sein? (Allgemeines)

W.W. @, Donnerstag, 03.01.2019, 10:14 (vor 81 Tagen)

Das kann es ganz sicherlich, aber woran liegt das? Zum einen kann man im eigenen Saft schmoren und das in doppelter Hinsicht: Man kann sich wie ein Besessener mit der MS und nur mit der MS beschäftigen. Und man kann sich nur und ganz ausschließlich mit einer bestimmten MS-Theorie auseinandersetzen (genetisch bedingt, erregerbedingt, psychisch, Naturheilkunde gegen Schulmedizin...).

Beide Arten der Auseinandersetzung sind unfruchtbar, denn der Leser verliert rasch das Interesse. Immer wieder dieselben selbsternannten Cracks, die sich auf irgendeine Meinung eingeschossen haben, nichts anderes tun, als ihre eigenen Thesen zu hegen und zu pflegen, und jede andere Meinung wie die eines Ketzers niederzumachen, und das Unerfreuliche des krank, behindert und armselig Seins zu konservieren und kultivieren - und damit zu spielen wie ein Geier, der einem an der Seele frisst.

Aber zu Beginn hatte man es ja eigentlich anders geplant. Man wollte ja wohl eine Diskussionsplattform dafür schaffen, um möglichst viele Informationen aus möglichst viel Ecken zusammenzutragen, um dann in aller Ruhe darüber diskutieren zu können. Dann - so dachte man - wird sich die Spreu vom Weizen trennen und das, was wirklich gut ist, wird sich in der gründlichen Diskussion als gut erweisen.

Aber es ist in allen Foren anders gekommen. Warum eigentlich? Liegt es an denen, die zu viel und angeblich wortgewaltig reden? Machen sie die anderen mundtot?

Warum scheitert die Methode, dass, wenn vernünftige Leute sich zuhören und ruhig und sachlich miteinander reden, dass dann etwas Vernünftiges dabei herauskommt?:confused:
Oder scheitert sie gar nicht immer und haben wir hier in unserem Forum einen Beweis dafür, dass so ein Projekt auch gelingen kann?

W.W.

Avatar

vom Wissen und Glauben

agno @, Donnerstag, 03.01.2019, 10:42 (vor 81 Tagen) @ W.W.

von der Solidarität

kerstin @, Donnerstag, 03.01.2019, 11:07 (vor 81 Tagen) @ W.W.

Guten Morgen Wolfgang,

Na du fängst das Neue Jahr gleich wieder sehr grundsätzlich an, wie es eben so deine Art ist !
Erst mal wünsche ich dir und natürlich allen ein gutes Jahr:Sonne: , so gut es eben geht!


Aber zu Beginn hatte man es ja eigentlich anders geplant. Man wollte ja wohl eine Diskussionsplattform dafür schaffen, um möglichst viele Informationen aus möglichst viel Ecken zusammenzutragen, um dann in aller Ruhe darüber diskutieren zu können. Dann - so dachte man - wird sich die Spreu vom Weizen trennen und das, was wirklich gut ist, wird sich in der gründlichen Diskussion als gut erweisen.

Ja, schön wäre das, aber das Leben ist nun mal unendlich kompliziert...

Was ich in diesem Forum gesucht und gefunden habe, ist SOLIDARITÄT.

Muss ich das weiter erläutern, eigentlich hatte ich das vor, aber ich lasse es so stehen. Ist ja vielleicht ein Wort, das aus der Mode gekommenen ist, aber für mich ganz wichtig.

Schöne Grüße flowers Kerstin

von der Solidarität

W.W. @, Donnerstag, 03.01.2019, 12:35 (vor 81 Tagen) @ kerstin

Liebe Kerstin,

wahrscheinlich ist das Wort "Solidarität" gar nicht schlecht und noch besser, wenn man es nicht "definiert".:-) Stell dir einmal vor, das Vage wäre das Wahre?! Manch einer wird sich jetzt schütteln.

W.W.

PS: Vielleicht liegt es auch daran, dass wir einen Tisch für einen Tisch, einen Baum für einen Baum, eine Melodie für eine Melodie und eine Rose für eine Rose halten? Und eine MS für eine MS???


Vielleicht ist eine MS gar keine MS?:confused: Vielleicht ist sie so etwas wie der Käfer in der Schachtel, den jeder nur selber sehen kann. Man weiß nicht einmal, ob man durch ihn teilen kann, so dass er verschwindet?!

Ich meine nicht, was viele Menschen die Krankheit mit den 1000 Gesichtern nennen. Ich mag diesen Spruch überhaupt nicht. Und dennoch scheint es mir so zu sein, dass jeder seine eigene MS hat, so wie jeder seinen eigenen Kummer und sein eigenes Päckchen zu tragen hat.

Ich höre schon die empörte Frage: Darf man eine MS mit einem persönlichen Gemütszustand vergleichen? Sie hat doch sichtbare Herde und oligoklonale Bande! Aber auch der Kummer hat Tränen und ein verhärmtes Gesicht. Aber natürlich lässt sich das nicht miteinander vergleichen. Wo kämen wir hin mit solchen absonderlichen Gedanken? Es gibt keinen, aber auch gar keinen Grund, seelisches Leid mit körperlichem Leid zu vergleichen!

von der Solidarität, der Intimsphäre und Foren

jerry @, Donnerstag, 03.01.2019, 12:59 (vor 81 Tagen) @ kerstin

Liebe Kerstin, liebe ForistInnen,

schönes Stichwort von der Solidarität! Auch ich möchte Euch allen ein lebensfrohes und gesundes 2019 wünschen (und mir selber auch ;-) )

Ob ein MS-Forum gut oder schlecht ist, ist abhängig von der teilnehmenden Community, und natürlich auch von deren Bewertung des Ganzen sowie derer der stummen MitleserInnen.

Für mich war vor ca. 10-12 Jahren der persönliche Höhepunkt meines Interesses an einem solchen virtuellen Austausch erreicht. Mein reales Leben ist inzwischen wieder freudiger geworden… erfordert aber auch mehr Organisation, Konzentration, Energie, Zeitaufwand… in deren Gepäck dann entsprechendes Abschaltenwollen und Ruhebedarf…

Meine Bereitschaft, zu tippen und in schlechter Sitzhaltung Zeit am PC zu verbringen, ist begrenzt. Zudem habe ich so oft erlebt, welche Solidarität, welches Verständnis, wieviel Zuneigung möglich ist - in gegenseitigem Vertrauen (!!) - über real gelebte Freundschaften und nichtvirtuelle Kontakte, dass alles Virtuelle in den Hintergrund tritt.
Ich bin auch aus Erfahrung ein wenig misstrauischer geworden bezüglich der Preisgabe von Privatem im WorldWideWeb.

Hab anlässlich des Ausräumens unserer ehemaligen Familienwohnung kürzlich Aufzeichnungen von mir gefunden, die ich kurz nach Stellung meiner MS-Diagnose verfasste – wie für ein persönliches Tagebuch, das ich nie konstant zu führen durchgehalten habe.
Es hat mich vollkommen umgehauen, wie konsequent, wortgewaltig, und auch wie bitter ich damals für mich zu dem Schluss gekommen war, an etwas Psychosomatischem erkrankt zu sein, sozusagen inzwischen die Quittung für ein Leben im Falschen zu erleben.

Wenn mir diese Überlegungen geholfen haben, dann vielleicht gerade soviel, dass ich nach Wegdrängen der Bitterkeit so immer hoffen konnte, trotz aller Verstrickungen auch ein wenig in den Verlauf meines (MS-)Schicksals eingreifen zu können.

Nicht in Bitternis und Reglosigkeit zu versteinern, Hilfe nicht von außen zu erwarten, meinem Leben meine Handschrift zu geben, meine Fußspuren zu hinterlassen. Und dies bei abnehmender Gehfähigkeit - ;-)

Vielleicht sind Forumsdebatten über die ‚Psychodynamik der MS‘ schlicht unmöglich – weil die Wahrung der Intimsphäre nicht einzuhalten wäre, wenn mehr als Allgemeinplätze ausgetauscht würden. Und die Gefahr von Verallgemeinerungen viel zu groß…

Schlechtes oder gutes Forum? Ein Forum ist halt (nur) ein Forum ist ein Forum ist ein…


LG, jerry

von der Solidarität, der Intimsphäre und Foren

W.W. @, Donnerstag, 03.01.2019, 13:10 (vor 81 Tagen) @ jerry

Lieber Jerry,

ich habe darüber nachgedacht, was du geschrieben hast, und ich könnte mir vorstellen, dass mir kein Unfall, Vorfall und keine Krankheit vorstellbar wäre, die ich nicht, wenn ich detektivisch genug nachdenken würde, auf eine "Verstrickung" zurückführen könnte.

Diese anscheinende Beliebigkeit im Auge des Betrachters könnte Anlass genug für Kritiker der Verstrickungstheorie sein, sie als wohlfeil abzutun. Wenn sich für alles ein Grund finden lässt, dann scheinen die Gründe nichts zu taugen!

Auch dir alles Gute im neuen Jahr,

Wolfgang

Avatar

verstrickt...

agno @, Donnerstag, 03.01.2019, 13:43 (vor 81 Tagen) @ W.W.

[image]

:-D
gefällt mir!
lG agno

--
Gschafft ist aber noch nix

über Fußspuren

kerstin @, Donnerstag, 03.01.2019, 13:15 (vor 81 Tagen) @ jerry

Lieber Jerry,

das hast du wieder wunderbar formuliert:


Nicht in Bitternis und Reglosigkeit zu versteinern, Hilfe nicht von außen zu erwarten, meinem Leben meine Handschrift zu geben, meine Fußspuren zu hinterlassen. Und dies bei abnehmender Gehfähigkeit - ;-)

Das könnte doch ein Motto für 2019 sein. Ergänzung: wenn Hilfe ( manchmal unerwartet) von außen kommt, sie freudig annehmen.

In diesem Sinne liebe Grüße :wink: von Kerstin


PS Ich finde ja mein Tablet ideal zum Schreiben, ich muss mich nicht unbequem an den Schreibtisch und den PC setzen, muss mir auch nicht die Augen verderben wie am handy...

über Fußspuren

jerry @, Donnerstag, 03.01.2019, 13:39 (vor 81 Tagen) @ kerstin


PS Ich finde ja mein Tablet ideal zum Schreiben, ich muss mich nicht unbequem an den Schreibtisch und den PC setzen, muss mir auch nicht die Augen verderben wie am handy...


Liebe Kerstin,

vielleicht hast Du recht, und da kommt wertvoller Rat 'von außen'...

Hab immer lieber an Schreibtisch mit Tastatur geschrieben wg der Möglichkeit, fürs mehrfingerige Schreiben die Unterarme abzustützen.

Da ich heuer überwiegend mit 1 bis maximal 2 Fingern schreibe, wär Versuch mit Notebook (hab ich) oder Tablet (hab ich nicht) vielleicht angebracht... :lookaround:


flowers jerry

Avatar

Fußspuren hinterlassen, mit EDSS 8

agno @, Donnerstag, 03.01.2019, 13:25 (vor 81 Tagen) @ jerry

Lieber Jerry
:clap:
Du bist der Größte!
agno

--
Gschafft ist aber noch nix

Fußspuren hinterlassen, mit EDSS 8

jerry @, Donnerstag, 03.01.2019, 13:34 (vor 81 Tagen) @ agno

Lieber agno,

werde ich mit dem Prädikat 'besonders wertvoll' versehen und dann schnell beiseite gerollt/geschoben?

rofl

Aber zum Glück kenn ich Dich ja nichtvirtuell :wink:


:kamikazerolli:

Avatar

Fußspuren hinterlassen, mit EDSS 8

naseweis ⌂ @, in meinem Paradies, Donnerstag, 03.01.2019, 13:39 (vor 81 Tagen) @ jerry

werde ich mit dem Prädikat 'besonders wertvoll' versehen

und dann schnell beiseite gerollt/geschoben?


rofl
:kamikazerolli:

Auch Reifenspuren sind Lebensspuren ...

--
Disclaimer:
Ich sprech nur für mich, lass meine Gedanken raus, gebe keine Empfehlungen.
Jede(r) hat ihren/seinen eigenen Kopf, idealerweise zum DENKEN

Fußspuren hinterlassen, mit EDSS 8

W.W. @, Donnerstag, 03.01.2019, 13:43 (vor 81 Tagen) @ jerry

Ich habe ja agno in Verdacht, dass er mich zwar mag, aber in dir eine Lichtgestalt sieht. Ich glaube, es gibt im "Herrn der Ringe" einen zwielichtigen, aber sehr mächtigen Zauberer, aber ich komme nicht auf den Namen.:-(

Wolfgang

Avatar

Herr der Ringe / Saruman?

agno @, Donnerstag, 03.01.2019, 15:12 (vor 81 Tagen) @ W.W.

http://de.lotr.wikia.com/wiki/Saruman
? Was soll mir das sagen?

--
Gschafft ist aber noch nix

Herr der Ringe / Saruman?

W.W. @, Donnerstag, 03.01.2019, 15:53 (vor 81 Tagen) @ agno

http://de.lotr.wikia.com/wiki/Saruman
? Was soll mir das sagen?

Stimmt, es waren Gandalf und Saruman. Hatte Saruman nicht etwas Unheimliches, das zwischen Licht und Dunkel steht? Das macht diese Figur doch so interessant.;-) Obwohl man sich nicht 100%ig auf ihn verlassen sollte!

W.W.

Herr der Ringe / Saruman?

fRAUb @, Freitag, 04.01.2019, 09:03 (vor 80 Tagen) @ W.W.

http://de.lotr.wikia.com/wiki/Saruman
? Was soll mir das sagen?


Stimmt, es waren Gandalf und Saruman. Hatte Saruman nicht etwas Unheimliches, das zwischen Licht und Dunkel steht? Das macht diese Figur doch so interessant.;-) Obwohl man sich nicht 100%ig auf ihn verlassen sollte!

W.W.

Danke, lieber Doc. Die Welt zwischen Licht und dunkel ist auch eine Welt voller großer Schatten.

Ich persönlich habe beim lesen von Jerry's Beiträgen, immer so ein ungutes Gefühl von Rachegelüsten, die darin mitschwingen könnten. Dies ist aber eine sehr subjektive Empfindung und ich möcht gar nicht, dass irgendjemand diese revidiert. Das geht auch gar nicht, da es sich um ein Gefühl handelt. Nämlich meins - und nicht Jerrys oder agnos.

Aber dennoch liest sich sein letzter Beitrag ja so, als sei er mit sich und der Welt um ihn herum ja jetzt äußerst zufrieden.

Dann ist doch alles geschafft und es ist doch gut.

Herr der Ringe / Saruman?

W.W. @, Freitag, 04.01.2019, 09:17 (vor 80 Tagen) @ fRAUb

Die Welt zwischen Licht und dunkel ist auch eine Welt voller großer Schatten.

Sie sprechen etwas Richtiges an!:-) Was ich nur antippen wollte. Leider neigen wir alle dazu, eher Saruman als Gandalf zu sein!:-(

Und zu den Gefühlen: Wenn mich der gestirnte Himmel erschüttert, dann ist das ein Gefühl, und keine logische Erwägung kann dies erschüttern. Der Urknall und das explodierende Universum berühren mein Gefühl nicht.

W.W.

@fRAUb (Herr der Ringe / Saruman?)

jerry @, Freitag, 04.01.2019, 10:39 (vor 80 Tagen) @ fRAUb


Ich persönlich habe beim lesen von Jerry's Beiträgen, immer so ein ungutes Gefühl von Rachegelüsten, die darin mitschwingen könnten. Dies ist aber eine sehr subjektive Empfindung und ich möcht gar nicht, dass irgendjemand diese revidiert. Das geht auch gar nicht, da es sich um ein Gefühl handelt. Nämlich meins - und nicht Jerrys oder agnos.

Aber dennoch liest sich sein letzter Beitrag ja so, als sei er mit sich und der Welt um ihn herum ja jetzt äußerst zufrieden.


Hallo fRAUb,

ähm, wie jetzt? :confused: Beim Lesen dieser Zeilen krieg ich erstmal Verständnisgelüste - denn bisher versteh ich gar nix, nicht einmal um welche Beiträge bzw. 'letzten Beitrag' es geht.

Ich halte mich für einen friedlichen Zeitgenossen und erlebe eher Kommentare von außen, ich müsse doch mehr aufbegehren... gegen Schicksal, Umstände, Menschen denen ich begegnet bin...

Was ist Dir da aufgefallen?

Du möchtest nicht, dass jemand diese Deine subjektiven Empfindungen 'revidiert'... hmmh. Könnten wir uns darauf einigen, dass ich hier im Forum nix erwidere, wenn Du Dein Gefühl bzw. dessen Bezug beschreibst? :confused:


LG, jerry

Avatar

Wenn du zusammenbrichst, bist du ein besserer Mensch. War das Erste, was ich in meinem Beruf lernte

agno @, Freitag, 04.01.2019, 10:45 (vor 80 Tagen) @ fRAUb

Schreibt Merle Schmalbach in der Zeit
Ich habe die Bezahlschranke nicht überwunden, möchte aber den Satz verwenden.
Ist da jetzt eine körperliche Überlastung?
Eine Verstrickung?
Oder ein psychisches Trauma?

Gruß agno

P.S.: @ FrauB
Du erweckst für mich den Eindruck als würdest Du es Jerry übel nehmen, dass dieser den Eindruck erweckt, dass er einen Deal mit seinem Leben, in Zufriedenheit, gefunden hat.

--
Gschafft ist aber noch nix

Wenn du zusammenbrichst, bist du ein besserer Mensch. War das Erste, was ich in meinem Beruf lernte

fRAUb @, Freitag, 04.01.2019, 15:00 (vor 80 Tagen) @ agno

Schreibt Merle Schmalbach in der Zeit
Ich habe die Bezahlschranke nicht überwunden, möchte aber den Satz verwenden.
Ist da jetzt eine körperliche Überlastung?
Eine Verstrickung?

Vielleicht.

Oder ein psychisches Trauma?

Traumen lassen sich überwinden. Durch Lebensumstände und manchmal sogar drehen, durch einen einzigen Menschen, der die richtigen Worte findet.


Gruß agno

P.S.: @ FrauB
Du erweckst für mich den Eindruck als würdest Du es Jerry übel nehmen, dass dieser den Eindruck erweckt, dass er einen Deal mit seinem Leben, in Zufriedenheit, gefunden hat.

Nein. Das tue ich nicht. Auf gar keinen Fall.
Nur ist Jerry schon etwas älter geworden und hat auch entsprechend viel an Leben bereits leben können.
Andere sind vielleicht jünger und hätten vielleicht noch ein bisschen was an Leben vor sich.
Dann wirken seine Beschreibungen oft wenig optimistisch. Mir machen sie oft auch Angst. Ich will das so noch nicht... dafür bin ich zu jung und ich hätte gerne noch eine Chance. Dann musst Du seinen finanziellen Status, auch im Hinblick auf sein Alter bedenken. Wer von den Jüngeren, kann sich das heute noch erarbeiten.
Das schreibe ich nicht aus Neid, sondern es soll eine schlichte Feststellung sein, ohne das Jerry nicht gönnen.
Es ist einfach eine andere Zeit.

Da die Medizin meiner persönlichen Meinung nach, wenig zu bietet hat, muss auch ich meinen eigenen Weg finden.
LG

Avatar

Das Leben, das Leid & die Zeit & die Lebenskunst

agno @, Freitag, 04.01.2019, 16:01 (vor 80 Tagen) @ fRAUb

Du erweckst für mich den Eindruck als würdest Du es Jerry übel nehmen, dass dieser den Eindruck erweckt, dass er einen Deal mit seinem Leben, in Zufriedenheit, gefunden hat.


Nein. Das tue ich nicht. Auf gar keinen Fall.
Nur ist Jerry schon etwas älter geworden und hat auch entsprechend viel an Leben bereits leben können.
Andere sind vielleicht jünger und hätten vielleicht noch ein bisschen was an Leben vor sich.
Dann wirken seine Beschreibungen oft wenig optimistisch. Mir machen sie oft auch Angst. Ich will das so noch nicht... dafür bin ich zu jung undich hätte gerne noch eine Chance.

Da die Medizin meiner persönlichen Meinung nach, wenigzu bietet hat, muss auch ich meineneigenen Weg finden.
LG

Tja, wenn das dein Weg ist, dann scheint es für Dich in Ordnung.
Sollte es Dir irgendwann zuviel werden, könntest Du Jerry mal fragen, ob er einen Tee mit Dir unter der Forenlinde trinkt.
(Wenn er vor lauter ausuferndem Lebensgenuss noch Zeit hat)

Manchmal deute ich die Weihsche Überlastungstheorie in eine "Giertheorie" um.
Das ist aber kein Problem, einfach solange leiden bis man denkt: "jetzt reichts"
Dann eventuell etwas Bescheidenheit genießen.
Mit dem Nachteil, dass man unerreichbare Ziele nicht mehr erreichen kann.
Das Dumme ist, dass niemand weiß was für schmerzunempfindliche Helden gerade noch geht.

Gruß agno

P.S.: Jerry personifiziert für mich die Theorie, das Gehfähigkeit überbewertet wird.

--
Gschafft ist aber noch nix

Das Leben, das Leid & die Zeit & die Lebenskunst

fRAUb @, Freitag, 04.01.2019, 16:22 (vor 80 Tagen) @ agno

Du erweckst für mich den Eindruck als würdest Du es Jerry übel nehmen, dass dieser den Eindruck erweckt, dass er einen Deal mit seinem Leben, in Zufriedenheit, gefunden hat.


Nein. Das tue ich nicht. Auf gar keinen Fall.
Nur ist Jerry schon etwas älter geworden und hat auch entsprechend viel an Leben bereits leben können.
Andere sind vielleicht jünger und hätten vielleicht noch ein bisschen was an Leben vor sich.
Dann wirken seine Beschreibungen oft wenig optimistisch. Mir machen sie oft auch Angst. Ich will das so noch nicht... dafür bin ich zu jung undich hätte gerne noch eine Chance.

Da die Medizin meiner persönlichen Meinung nach, wenigzu bietet hat, muss auch ich meineneigenen Weg finden.
LG


Tja, wenn das dein Weg ist, dann scheint es für Dich in Ordnung.
Sollte es Dir irgendwann zuviel werden, könntest Du Jerry mal fragen, ob er einen Tee mit Dir unter der Forenlinde trinkt.
(Wenn er vor lauter ausuferndem Lebensgenuss noch Zeit hat)

Das würde ich gerne tun. Nur befürchte ich, dass ich momentan ohne Hilfe kaum dort angelange. Vielleicht hänge ich auch deswegen so, an ein bisschen Hoffnung, Optimismus,...


Manchmal deute ich die Weihsche Überlastungstheorie in eine "Giertheorie" um.

Manchmal geht es nicht anders. Weil unplanmässig was dazwischen kommt, weil man Dinge auch mal aus purer Menschenfreundlichkeit heraus macht, weil,... all das, muss nichts Verwerfliches an sich haben und wirkt sich trotzdem blöd aus. Deswegen muss aber die Theorie nicht falsch sein.

Das ist aber kein Problem, einfach solange leiden bis man denkt: "jetzt reichts"
Dann eventuell etwas Bescheidenheit genießen.
Mit dem Nachteil, dass man unerreichbare Ziele nicht mehr erreichen kann.
Das Dumme ist, dass niemand weiß was für schmerzunempfindliche Helden gerade noch geht.

Gruß agno

Lass gut sein. Schönes Wochenende noch.

@fRAUb, Mit welch martialischem Lehrsatz musstest Du Deine Ausbildung beginnen, lieber agno

jerry @, Freitag, 04.01.2019, 16:54 (vor 80 Tagen) @ fRAUb

Nur ist Jerry schon etwas älter geworden und hat auch entsprechend viel an Leben bereits leben können.
Andere sind vielleicht jünger und hätten vielleicht noch ein bisschen was an Leben vor sich.
Dann wirken seine Beschreibungen oft wenig optimistisch. Mir machen sie oft auch Angst. Ich will das so noch nicht... dafür bin ich zu jung und ich hätte gerne noch eine Chance. Dann musst Du seinen finanziellen Status, auch im Hinblick auf sein Alter bedenken. Wer von den Jüngeren, kann sich das heute noch erarbeiten.
Das schreibe ich nicht aus Neid, sondern es soll eine schlichte Feststellung sein, ohne das Jerry nicht gönnen.


Liebe fRAUb, flowers

mit einer Mischung aus Grusel und Faszination meine ich festzustellen, dass ich Dir möglicherweise das bin, was einstens die Dame mit dem Blasrohr für mich Youngster war.

Das würde mir auch erklären, wieso Du Dich offenbar etwas scheust, mir direkt zu antworten. Und ein wenig hin- und hergerissen scheinst, ob ich meine Situation nun zu positiv und 'zufrieden' beschreibe, oder doch zu wenig optimistisch.

Was meine finanzielle Situation anbelangt:
Ich bin dankbar, dass ich mit MS so lange in meinem Traumberuf arbeiten konnte, um mit meiner resultierenden BU-Rente, die in den kommenden Jahren in die 'echte' Altersrente übergehen wird, gut abgesichert zu sein.

Hab allerdings Unterhaltspflichten (finanziere noch den dritten Sohn im Studium, die anderen beiden sind 'durch') und gegenüber der getrennt lebenden Frau, sodass ich keine größeren Luftsprünge machen kann. Aber dies nur nebenbei.

Agnos Idee von einer Teatime unter der Forenlinde find ich prima. Vielleicht wäre ein Treffen zu einer der legendären realen Forumskreuzfahrten möglich, eines Tages...

Ich wünsche Dir für Deine Gesundheit und Gegenwart und Zukunft alles Liebe und Gute. Und hab im Laufe der Zeit so einige MSlerInnen kennengelernt, die es bis dato gesundheitlich leichter hatten als ich - was ich ihnen von Herzen gönnte.

Auch ich selber empfinde mich ja unterm Strich nicht als Pechvogel. Und hoffe, ich darf das so schreiben, ohne Rachegelüste bei Dir oder mir zu verpassen oder zu erzeugen. ;-)


Liebe Grüße,
jerry


P.S.: wie ich meinen alten Beitrag wiederfand? Ich schwöre, nix geordnet oder katalogisiert oder gespeichert zu haben…
War ganz einfach: Forensuchmaschine auf ‚Blasrohr‘ ansetzen. Danke lieber Hausmeister, dass Du hier alles so nett ein- und ausrichtest… :wink: rofl

Avatar

martialischer Lehrsatz in der Ausbildung?

agno @, Samstag, 05.01.2019, 11:33 (vor 79 Tagen) @ jerry

"martialisch" *grübel*
Mein alter Herr erzählt gerne die Geschichte von seinem ersten Fahrzeug, als er ein Motorrad kaufte und seine Mutter sagte: "Wenns kracht, hoffe ich dass Du gleich tot bist"

Es gab damals noch einen Kerl im Dorf, der sich mit dem Motorrad das Genick gebrochen hatte und 40 Jahre von der Familie im Pflegebett versorgt wurde.
Sogar als ich als Kind mit den Sternsingern unterwegs war, durfte ich ihn nicht sehen.

Als man dann später in der Schule die "abschreckenden Filme" von rollstuhlfahrenden Ex-Bikern gezeigt bekam, empfand ich diese als relativ lebensfroh.

Nach meiner Diagnose suchte ich Kontakt zu einem MS-Pflegeheim. Auch hier empfand ich das Leben relativ lebensbejahend.

martialisch?
Nein
Irgendwie 90% Interpretationsspielraum ;-)

gruß agno

P.S.: Die Freiheit in den Entscheidungen, die wir heutzutage genießen dürfen, bedeutet auch das "Recht auf leiden"
Lieber Jerry, ich glaube dass dein Bezug zu "martialisch" eher das meint?

--
Gschafft ist aber noch nix

martialischer Lehrsatz?

Edithelfriede @, Nordhessen, Samstag, 05.01.2019, 11:59 (vor 79 Tagen) @ agno

Liebe/r agno

Für mich ergibt die Wortzusammensetzungen mit „martial“; diese sind auf den entsprechenden lateinischen Begriff „martialis“ zurückzuführen, der auf Deutsch „kriegerisch“, „grimmig“, „verwegen“ bedeutet und von der Wortgeschichte, ebenso wie das deutsche „martialisch“, auf den römischen Kriegsgott Mars zurückzuführen ist.
Beispiele für solche Zusammensetzungen sind:

Martial Arts (siehe: Kampfkunst)

https://de.wikipedia.org/wiki/Martial_(Begriffskl%C3%A4rung)

Verpflichtet friedlich mit Worten zu kämpfen gegen Umweltzerstörung und Klimaerwärmung fühle ich mich noch aber das können wir nur global vereint machen.

lg e

--
Angst die Hoffnung zu verlieren soll nicht mein Leben bestimmen!

martialischer Lehrsatz in der Ausbildung?

fRAUb @, Samstag, 05.01.2019, 14:59 (vor 79 Tagen) @ agno

Natürlich, dürft ihr leiden, wenn ihr das wollt.
Ich wünsche euch aber was anderes.

Ich bitte um Löschung meines Accounts
Mein Gefühl sagt mir, dass rein vom Selbstverständnis her so gravierende Unterschiede zwischen uns bestehen, dass wir nicht zusammen kommen können.
Alles Gute und Ciao.

Avatar

martialischer Lehrsatz in der Ausbildung?

agno @, Samstag, 05.01.2019, 15:23 (vor 79 Tagen) @ fRAUb

Natürlich, dürft ihr leiden, wenn ihr das wollt.
Ich wünsche euch aber was anderes.

Liebe FrauB
Diese Aussage mit dem Recht auf Leiden ging an Jerry, habe ich so auch schon öfter zu Jerry gesagt und ist nicht böse gemeint.
Diese Aussage ist bei gewissen Konstellationen die einzig moralisch einigermaßen korrekte & emotional für Außenstehende verkraftbare, Aussage.
Nichts für ungut!
Ich wollte Dir nichts böses!
mit freundlichem Gruß
agno

--
Gschafft ist aber noch nix

martialischer Lehrsatz in der Ausbildung?

fRAUb @, Sonntag, 06.01.2019, 07:55 (vor 78 Tagen) @ agno

Natürlich, dürft ihr leiden, wenn ihr das wollt.
Ich wünsche euch aber was anderes.


Liebe FrauB
Diese Aussage mit dem Recht auf Leiden ging an Jerry, habe ich so auch schon öfter zu Jerry gesagt und ist nicht böse gemeint.

Das habe ich schon verstanden...und trotzdem...

Diese Aussage ist bei gewissen Konstellationen die einzig moralisch einigermaßen korrekte & emotional für Außenstehende verkraftbare, Aussage.
Nichts für ungut!
Ich wollte Dir nichts böses!

Das weiß ich. Und gewiss will mir Jerry auch nichts Böses und doch prallen grundsätzliche Lebenseinstellungen aufeinander, die ich nur für schwerlich miteinander vereinbar halte.

mit freundlichem Gruß
agno

...ich versuch's trotzdem:

Ich kann die Einstellung "Es ist, wie es ist" und so bin ich zufrieden, mit dem was ist, absolut nachvollziehen. Weil man vielleicht schon zu oft alles versucht hat, die MS einem immer wieder an den unmöglichsten Stellen die Beine weg-gegrätscht hat und man irgendwann einfach die Schnauze voll davon hat.

Aber... ich bin nicht so.
Das heißt nicht, dass ich unzufrieden bin, ich denke nur anders. Irgendwie in wesentlich komplexeren Zusammenhängen...

Was ich nicht will, ist der MS mit sehr risikobehafteten Therapien Einhalt gebieten. Nach der langen Zeit, stellt sich die Option auch gar nicht mehr. Außerdem, bin ich, wie WW auch, nicht einverstanden mit der Eindimensionalität, bzw. Kurzsichtigkeit, der Medizin. Ich möchte ein, zwei,... Beispiele dazu schreiben:

- Wassereinlagerungen. Menschen, die älter sind und sich weniger bewegen, lagern Wasser ein, unter anderem auch hormonell bedingt. Das kann nicht nur schwere Beine machen. Was hilft ist, sich trotzdem zu bewegen. Manchmal nur so gut es eben geht und manchmal auch, bis an die Grenze, resp. bis die Bewegungshemmung aufgehoben ist.

- Neurogenese: Das Gehirn besitzt grundsätzlich die Fähigkeit zur adulten Neurogenese. Voraussetzung dafür ist, dass man läuft, bzw. geht.
Es stellt sich meinerseits also die Frage zwischen einem Zusammenhang zwischen abnehmender Gehfähigkeit und Hirnatrophie, also ob eine Hirnatrophie nicht die logische Konsequenz einer abnehmenden Gehfähigkeit sein könnte?!

- Ernährung: Es gibt von Evers über Paleo und Keto alle möglichen Empfehlungen. Je nachdem unter welchem Aspekt man die Erkrankung betrachtet.
Vielleicht wäre eine rumgedrehte epigenetische Speisekarte nicht schlecht. Maßgescheidert, natürlich.

Was will ich erreichen? Ich will eine andere, eine umsichtigere, komplexer denkendere Medizin.

Warum? Weil Medizin, so wie sie gerade betrieben wird, zu uneffektiv und zu teuer ist: Und weil Olaf Scholz heute morgen verlautbaren ließ, dass die fetten Jahre jetzt vorbei sind

Ich befürchte mittlerweile sehr stark, dass wir uns auf die Zusagen zur Teilhabe nicht mehr verlassen können!!!

Liebe Leute, macht was draus!

LG

PS: was ich damit grundsätzlich schreiben will: Eure Einstellung in allen Ehren. Aber sie wird nichts (ver-) ändern. Alles wird so bleiben wie es ist. Dann doch lieber ein Psycho, wie Doc Weihe, der in komplexeren Zusammenhängen denkt. Im übrigen, halte ich die 'Psychische Verfassung' gerade bei chronischen Erkrankungen, für einen überaus wichtigen und nicht zu unterschätzenden Aspekt. Man muss schon stark sein, um dem was entgegenzusetzen.

martialischer Lehrsatz in der Ausbildung?

W.W. @, Sonntag, 06.01.2019, 09:54 (vor 78 Tagen) @ fRAUb

Ich denke, fRAUb hat eine sehr engagierte Stellungnahme abgegeben.:-) Was mich besonders gefreut hat, war natürlich ihr Statement zur Eindimensionalität der Medizin.

fRAUb hat es bereits deutlich ausgeführt, aber ich möchte es noch einmal betonen, worin diese Eindimensionalität besteht: Wenn der Körper Wasser einlagert, weil das Herz schwächer geworden ist und darum das Venenblut immer schwächer absaugen und damit im Kreislauf zirkulieren lassen kann, dann kann man Herzenzyme, die die Herzkraft steigern, "aufmöbeln", so dass sie kräftiger den Herzmuskel bewegen, aber das würde ich als "eindimensional" bezeichnen.

Nicht eindimensional wäre, wenn man langsam seine Gehstrecke steigert, auf sein Gewicht achtet und auf Nikotin und Alkohol verzichtet. Warm eigentlich nicht? Wahrscheinlich weil ich ein Rousseausches Vorurteil habe, dass die Organismen, die den täglichen Anforderungen genügen (also nicht auf dem Sofa sitzen und mit Vergnügen 2 oder 3 km einkaufen gehen(!), schlank sind und auf Drogen verzichten, dem am besten entsprechen, wozu der Körper gebaut ist.

Die Drogen und die Chemie verführen dazu, den Körper mit Ersatzbefriedigungen zufriedenzustellen, die ihm auf Dauer nicht gut tun. Darum ist es besser, sich daran zu orientieren, was den Körper auf natürliche Weise lebensfähig macht.

Dahinter mag eine bestimmte Ideologie lauern, nämlich die des zählebigen Naturburschens (jetzt fällt mir das weibliche Pendant nicht ein), aber man könnte ja das Urgesunde in ihm Abmildern und geradezu veredeln durch Bach und Kant.

W.W.

Avatar

martialischer Lehrsatz in der Ausbildung?

agno @, Sonntag, 06.01.2019, 11:04 (vor 78 Tagen) @ W.W.

Ich denke, fRAUb hat eine sehr engagierte Stellungnahme abgegeben.:-) Was mich besonders gefreut hat, war natürlich ihr Statement zur Eindimensionalität der Medizin.

Ja!

...ist es besser, sich daran zu orientieren, was den Körper auf natürliche Weise lebensfähig macht?
...in der Ideologie eines zählebigen Naturburschens? ... > W.W.

Wunderbar beschrieben, dieser Wiederspruch.

*seufz*
1. Kann ich nicht in einen anderen Menschen hinein schauen.
2. Kommt da jetzt noch das Herzproblem zur MS.
3. Ist jede externe Bewertung, dessen was jemand wichtig ist, in der Tendenz übergriffig.
4. Kommuniziert Sie so, als würde Sie diese ungesunden Bewertungen einfordern.
--------------------------------------------------
*grübel* -> Eine Gedankensimulation...
Würde ich eine virtuelle Figur, nach dem Prinzip leidender Engel, mit verschiedenen Eigenschaften ausstatten?
Dann würde ich scheitern, wenn ich einen virtuellen Helfer konstruieren wollen würde.
Jede Hilfe würde das Leid vergrößern.
Keine Hilfe ist keine Option.

*löschen oder abschicken*???

P.S.: Warum fallen mir bei der Konstruktion von virtuellen MSlern vorwiegend gefallene Helden & leidende Engel ein????
*binamgrübeln*

--
Gschafft ist aber noch nix

martialischer Vorsatz?

Edithelfriede @, Nordhessen, Sonntag, 06.01.2019, 11:21 (vor 78 Tagen) @ fRAUb

Liebe/r fRAUb

Bitte nicht kriegerisch, Furcht einflößend interpretieren:
An "Es ist, wie es ist" zu glauben mag nach EU Berentung 2007, EDSS 6,5 und mit "PG 2" logisch klingen aber akzeptieren kann ich weder den mir zugefügten Behandlungsfehler noch die dadurch entstandenen Behinderungen!
MS ist wie HOPS nicht psychisch sondern!
Behindert im Rollstuhl zu sitzen mag kurzzeitig bequem sein aber lieber wieder mit dem Rollator oder Unterarmgehstützen zu laufen wäre sinnvoller für mich!

Mein guter Vorsatz für 2019 soll das sein und wenns wieder Frühling wird mit meinem AnthroTech Trike Liegerad zu radeln.

Es ist wieder grün geworden durch Niederschläge/Regen statt braun und trocken.
Bei der Europawahl im Mai wird hoffentlich eine ökologisch nachhaltige Gesellschaft gestärkt, die auf Gewaltlosigkeit, sozialer Gerechtigkeit und konsequenter Demokratie beruht.

Statt Briefwahl strebe ich an mich wieder zum Wahlraum bewegen zu können.

Klares Ziel anstrebend werde ich mich stärker motiviert fühlen und mehr bewegen!

lg e

--
Angst die Hoffnung zu verlieren soll nicht mein Leben bestimmen!

martialischer Lehrsatz in der Ausbildung?

kerstin @, Sonntag, 06.01.2019, 11:32 (vor 78 Tagen) @ fRAUb

Guten Morgen fraub,

gerade habe ich deinen spannenden Beitrag gelesen.

Manches verstehe ich nicht.

Ich kann die Einstellung "Es ist, wie es ist" und so bin ich zufrieden, mit dem was ist, absolut nachvollziehen. Weil man vielleicht schon zu oft alles versucht hat, die MS einem immer wieder an den unmöglichsten Stellen die Beine weg-gegrätscht hat und man irgendwann einfach die Schnauze voll davon hat.

Aber... ich bin nicht so.
Das heißt nicht, dass ich unzufrieden bin, ich denke nur anders. Irgendwie in wesentlich komplexeren Zusammenhängen...

Ich finde das keinen Widerspruch, komplexere Zusammenhänge zu erkennen und gleichzeitig die eigene Erkrankung zu akzeptieren im Sinne von " es ist wie es ist".


Was ich nicht will, ist der MS mit sehr risikobehafteten Therapien Einhalt gebieten. Nach der langen Zeit, stellt sich die Option auch gar nicht mehr. Außerdem, bin ich, wie WW auch, nicht einverstanden mit der Eindimensionalität,

Das sehe ich ganz genau so.


Was will ich erreichen? Ich will eine andere, eine umsichtigere, komplexer denkendere Medizin.

Warum? Weil Medizin, so wie sie gerade betrieben wird, zu uneffektiv und zu teuer ist: Und weil Olaf Scholz heute morgen verlautbaren ließ, dass die fetten Jahre jetzt vorbei sind

Ich befürchte mittlerweile sehr stark, dass wir uns auf die Zusagen zur Teilhabe nicht mehr verlassen können!!!

Liebe Leute, macht was draus!

Bitte schön, was soll der Apell an die anderen, was machst Du?


PS: was ich damit grundsätzlich schreiben will: Eure Einstellung in allen Ehren. Aber sie wird nichts (ver-) ändern. Alles wird so bleiben wie es ist. Dann doch lieber ein Psycho, wie Doc Weihe, der in komplexeren Zusammenhängen denkt. Im übrigen, halte ich die 'Psychische Verfassung' gerade bei chronischen Erkrankungen, für einen überaus wichtigen und nicht zu unterschätzenden Aspekt. Man muss schon stark sein, um dem was entgegenzusetzen.

Sicher ist das eine sehr berechtigte Frage, was tun wir eigentlich, um in unserem Sinne etwas zu verändern in diesem Gesundheitssystem ? Ich weiß es nicht und würde daran gerne mit allen weiter diskutieren.

Hast du für dich Antworten?

Viele Grüße von Kerstin

Verschiedene Lebenseinstellungen, komplexere Medizin und psychische Verfassung?

jerry @, Sonntag, 06.01.2019, 12:25 (vor 78 Tagen) @ fRAUb


Das weiß ich. Und gewiss will mir Jerry auch nichts Böses und doch prallen grundsätzliche Lebenseinstellungen aufeinander, die ich nur für schwerlich miteinander vereinbar halte.

Hallo fRAUb,

so richtig klar werden mir diese grundsätzlichen schwerlich zu vereinbarenden Unterschiede unser beider Lebenseinstellungen nicht... höchstens soweit, dass ich mir (für den Rest meiner Lebensspanne) keine wirksame Hilfe von seiten der Medizin mehr erwarte.

Und Du (bissal platt von mir ausgedrückt) an der Stelle engagiert bis wütend ausrufst 'ja, aber!! Dann muss halt eine komplexere und bessere Medizin her!'...


- Neurogenese: Das Gehirn besitzt grundsätzlich die Fähigkeit zur adulten Neurogenese. Voraussetzung dafür ist, dass man läuft, bzw. geht.

Woher bist Du Dir da so sicher? Das wäre ja für mich Rollinutzer das endgültige Urteil, dass es nur noch bergab gehen kann mit mir, nähme mir jegliche Hoffnung, mich wenigstens einigermaßen auf einem für mich erträglichen Stand der Dinge zu halten.

Deine Komplexität der Denkweise würde mir auch nix mehr helfen, wenn ichs richtig verstehe.

Es stellt sich meinerseits also die Frage zwischen einem Zusammenhang zwischen abnehmender Gehfähigkeit und Hirnatrophie, also ob eine Hirnatrophie nicht die logische Konsequenz einer abnehmenden Gehfähigkeit sein könnte?!

Ursache und Wirkung andersherum betrachtet... hmmh, und wie könntest Du Dir die komplexere medizinische Hilfestellung dann vorstellen?


Was will ich erreichen? Ich will eine andere, eine umsichtigere, komplexer denkendere Medizin. ...
Ich befürchte mittlerweile sehr stark, dass wir uns auf die Zusagen zur Teilhabe nicht mehr verlassen können!!!

Ich hingegen befürchte sogar, dass Olaf Scholz dem Jens Spahn was flüstern würde. Wenn der denn Gedanken zu einer weniger einseitigen, einer komplexeren Medizin auch nur in Ansätzen in sich hätte... :-D


Im übrigen, halte ich die 'Psychische Verfassung' gerade bei chronischen Erkrankungen, für einen überaus wichtigen und nicht zu unterschätzenden Aspekt. Man muss schon stark sein, um dem was entgegenzusetzen.

D'accord!! Aber die psychische Verfassung, die wir chronisch Kranken 'entgegensetzen' sollten, ist was ganz Anderes, als wenn jemand von einer oder mehreren psychischen Fehlhaltungen mutmaßt, die die körperliche Erkrankung ausgelöst oder verursacht haben sollen. Oder was meinst Du?


LG, jerry

Verschiedene Lebenseinstellungen, komplexere Medizin und psychische Verfassung?

Nalini @, Sonntag, 06.01.2019, 14:07 (vor 78 Tagen) @ jerry


Das weiß ich. Und gewiss will mir Jerry auch nichts Böses und doch prallen grundsätzliche Lebenseinstellungen aufeinander, die ich nur für schwerlich miteinander vereinbar halte.


Hallo fRAUb,

so richtig klar werden mir diese grundsätzlichen schwerlich zu vereinbarenden Unterschiede unser beider Lebenseinstellungen nicht... höchstens soweit, dass ich mir (für den Rest meiner Lebensspanne) keine wirksame Hilfe von seiten der Medizin mehr erwarte.

Und Du (bissal platt von mir ausgedrückt) an der Stelle engagiert bis wütend ausrufst 'ja, aber!! Dann muss halt eine komplexere und bessere Medizin her!'...

Ich verstehe auch nicht, wie fRAUb das meint.

Und ich verstehe auch ihre Konsequenz nicht, nämlich gleich ihren Account löschen lassen zu wollen (fRAUb ist da immer schnell bei der Sache, es gab vor einiger Zeit eine ähnliche Situation).

Warum ist es nicht möglich, den verschiedenen "Lebenseinstellungen" in einem Forum tolerant gegenüberzustehen? Wir wissen doch, es gibt "1000 Gesichter", und entsprechend vielfältig müssen und dürfen die Herangehens- und Interpretationsweisen sein.

Verschiedene Lebenseinstellungen, komplexere Medizin und psychische Verfassung?

jerry @, Sonntag, 06.01.2019, 14:23 (vor 78 Tagen) @ Nalini


Und ich verstehe auch ihre Konsequenz nicht, nämlich gleich ihren Account löschen lassen zu wollen (fRAUb ist da immer schnell bei der Sache, es gab vor einiger Zeit eine ähnliche Situation).


Hallo Nalini,

das hat fRAUb in einem vorvorigen Beitrag angekündigt - und danach wiederum den längeren Post verfasst, auf den Du, Kerstin und ich uns jetzt beziehen.

Insofern hoffe ich, dass da kein wirkliches Problem (mehr) besteht und wir alle im Austausch bleiben.


jerry

Verschiedene Lebenseinstellungen, komplexere Medizin und psychische Verfassung?

kerstin @, Sonntag, 06.01.2019, 16:21 (vor 78 Tagen) @ jerry


Insofern hoffe ich, dass da kein wirkliches Problem (mehr) besteht und wir alle im Austausch bleiben.

thumb up

Kerstin

Verschiedene Lebenseinstellungen, komplexere Medizin und psychische Verfassung?

W.W. @, Sonntag, 06.01.2019, 16:26 (vor 78 Tagen) @ jerry

D'accord!! Aber die psychische Verfassung, die wir chronisch Kranken 'entgegensetzen' sollten, ist was ganz Anderes, als wenn jemand von einer oder mehreren psychischen Fehlhaltungen mutmaßt, die die körperliche Erkrankung ausgelöst oder verursacht haben sollen.

Ja, ich sehe ein, dass wir uns alle nur einen Reim machen über das Unvorstellbare und Unvorhergesehene, was auf uns zugekommen ist. Es sind Narrative: zusammengesponnen, weil wir es uns anders nicht besser erklären können.

Aber sind die Geschichten, die wir uns über den Beginn der MS oder einzelner Schübe zusammenreimen, Märchen? Wenn jemand die Scheidung seiner Eltern dafür verantwortlich macht, den tödlichen Unfall eines Geschwisterkindes, eine verfehlte Versetzung, Liebeskummer, eine Beförderung, die ein anderer bekommen hat?

Es hat also nichts Objektives, wenn man alle diese Geschichten aufzählt und in welchem zeitlichen Zusammenhang sie zur MS oder zum Schub standen. (Ganz abgesehen davon, dass die Trennung der Eltern sehr lange dauern kann.)

Soltte man diese Geschichten also missachten, als Phantasieprodukte betrachten? Oder sagen sie dennoch irgendetwas aus? Mehr und mehr denke ich, dass die Medizin keine Naturwissenschaft ist, in der man etwas beweisen oder Experimente machen kann.:-(

Sind also "Belastungen" falsch, weil man sie nicht beweisen kann? Oder verwechseln wir " einleuchtende Interpretationen" mit "schlüssigen Beweisen"? Weil wir in der Medizin etwas "beweisen" wollen, was man nur in der Physik beweisen kann?

W.W.

LG, jerry

Avatar

Verschiedene Lebenseinstellungen, komplexere Medizin und psychische Verfassung?

agno @, Sonntag, 06.01.2019, 17:16 (vor 78 Tagen) @ W.W.

Lieber Wolfgang
Psychische Belastungen sind Intimsphäre.

Man könnte im lautlosen Selbstgespräch einige Fragen klären... :-)

Frage 1. Darf man aus jener Situation ausweichen?
Frage 2. Kann man aus jener Situation ausweichen?
Frage 3. Will man aus jener Situation ausweichen?

Frage 4. Ist man in jender Situation empfindlicher als die Mehrzahl der gesunden Menschen?
Frage 5. Ist man in jender Situation wehrloser als die Mehrzahl der gesunden Menschen?
Frage 6. Kann man im analysieren der Fragen 1-5 selbstschädigendes Verhalten erkennen?

Agnos Statement: Es gibt keinen Freifahrschein, sich vor unangenehmen Entscheidungen zu drücken.

-------------------------------------------------------------------------------

Ob psychische Belastungen schaden, spielt imho keine Rolle.
Das Leben ist kein Ponyhof, da muss jeder durch.
Die Alternative wäre entweder lebenslang Pharma oder lebenslang den Psychotherapeuten fragen. :-(

gruß agno

--
Gschafft ist aber noch nix

Verschiedene Lebenseinstellungen, komplexere Medizin und psychische Verfassung?

jerry @, Sonntag, 06.01.2019, 17:49 (vor 78 Tagen) @ agno

Lieber Wolfgang
Psychische Belastungen sind Intimsphäre.

Man könnte im lautlosen Selbstgespräch einige Fragen klären... :-)

Frage 1. Darf man aus jener Situation ausweichen?
Frage 2. Kann man aus jener Situation ausweichen?
Frage 3. Will man aus jener Situation ausweichen?

Frage 4. Ist man in jender Situation empfindlicher als die Mehrzahl der gesunden Menschen?
Frage 5. Ist man in jender Situation wehrloser als die Mehrzahl der gesunden Menschen?
Frage 6. Kann man im analysieren der Fragen 1-5 selbstschädigendes Verhalten erkennen?

Gut gebrüllt, Löwe agno!!

Frage 7. Wenn mir Wolfgang sagt, siehste, da musste ja eine MS draus entstehen... sagt er das - weil er halt Neuro ist und sich viel mit MSlern beschäftigt hat, und nicht Hautarzt mit Steckenpferd Psoriasis? Oder kommt er zu dem Schluss, weil er gern Romanschreiber wär? Oder ... ?

Frage 8. Wenn ich WW entgegne, ich glaubs nicht, und er lächelt daraufhin weise... wer lacht am Ende am lautesten? Und warum?

rofl


LG, jerry

Verschiedene Lebenseinstellungen, komplexere Medizin und psychische Verfassung?

W.W. @, Sonntag, 06.01.2019, 18:31 (vor 78 Tagen) @ jerry

Lieber Jerry,

wenn ich mir das alles so anhöre, dann sehe ich ein, dass man niemals wird beweisen können, dass die MS durch eine Überlastung entsteht, einfach weil man nicht weiß, was eine Überlastung ist, jeder Mensch anders tickt und ein Herd mal Symptome macht und mal nicht. Und wenn sich ein Arzt etwas in den Kopf gesetzt hat, dann sieht er es überall, so, wie früher jeder Entchenfahrer massenhaft Deux-Chevaux sah, die ihm auf der Straße entgegenkamen.

Aber nehmen wir wenigstens für einen Moment einmal an, MS-Herde würden durch Stress entstehen, dann würde man das nie beweisen können. Es würde sich jeder Nachweisbarkeit entziehen! Nehmen wir zudem an, MS-Herde würden tatsächlich durch Überlastung von Nervenbahnen entstehen, dann würde diese Ursache unentdeckt bleiben. Wir würden suchen, suchen und suchen.

Wir werden also die wahre Ursache nicht finden können, weil jeder sich es sich in seiner eigenen Geschichte gemütlich macht: der eine in seiner pharmakologischen Geschichte, der zweite in seiner Erreger-Geschichte, der dritte in seiner Autoimmungeschichte und der vierte in seiner Stressgeschichte.

Was ist das für eine verfahrene Situation?!!!:-( Welche Möglichkeiten haben wir, um die wahre MS-Ursache zu entdecken? Ich fürchte, es gibt keine!

Das Problem ist, wir scheinen alle zu wissen, was aus tausend Gründen die Ursache der MS nicht sein kann, aber wir können aus rein statistischen Gründen nie wissen, was die Ursache der MS ist. Wir werden die Ursache der MS genauso wenig finden, wie wir die Ursache der Tuberkulose gefunden haben.:-(

Wolfgang

PS: Warum behaupte ich eigentlich immer wieder, wir hätten die Ursache der Tuberkulose nicht gefunden? Die ist doch längst von Robert Koch gefunden worden. Es handelt sich offensichtlich um das Tuberkulosebakterium. Aber ich bezweifele das! Ich bin überzeugt, dass Virchow recht hatte.

Avatar

Schon die Vorstellung von sich als einsam, schränkt die Denkfähigkeit ein

agno @, Sonntag, 06.01.2019, 20:24 (vor 78 Tagen) @ W.W.

https://www.heise.de/tp/features/Die-Klugen-und-die-Starken-4249457.html
Die Wahrheit ist ein flexibles Konstrukt unserer Vorstellung.
Gruß agno

--
Gschafft ist aber noch nix

Avatar

Schon die Vorstellung von sich als einsam, schränkt die Denkfähigkeit ein

GG, Sonntag, 06.01.2019, 22:11 (vor 77 Tagen) @ agno

https://www.heise.de/tp/features/Die-Klugen-und-die-Starken-4249457.html
Die Wahrheit ist ein flexibles Konstrukt unserer Vorstellung.
Gruß agno


Unser Nachbar war nach dem Tod seiner Frau einsam und allein, nach einem Jahr total irr und durchgedreht.
Er schaute am Ende nur noch Verkaufssender an und merkte es nicht.
G

--
Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst,sondern die Erkenntnis, dass es etwas gibt,das wichtiger als die Angst ist

@fRAUb, Mit welch martialischem Lehrsatz musstest Du Deine Ausbildung beginnen, lieber agno

W.W. @, Samstag, 05.01.2019, 16:48 (vor 79 Tagen) @ jerry

Lieber Jerry,

wenn ich es mir genau überlege, ist an deinem Umgang mit deiner MS kaum etwas auszusetzen!:-) Ich glaube kaum, dass man es besser machen kann. Die Diagnose hat dein Leben nicht umgeschmissen, und du bist ein fröhlicher Mensch geblieben und hast deine Pflicht getan - was dir ja eher leicht gefallen ist, weil du sie gern getan hast.

Wenn ich dir so zuhöre, glaube ich, dir Recht geben zu müssen. Wie du mit deiner MS umgegangen bist..., ich glaube, besser kann man es nicht tun.

Seit einiger Zeit bin ich meiner eigenen Theorie gegenüber skeptisch: aus 2 oder 3 Gründen. Erstens könnte unser Freund, das Kausalitätsbedürfnis, in allem, was wir getan haben, auch das Negative herauspicken und die wahrscheinlichen Ursachen für diesen oder jenen Verlauf an den Haaren herbeiziehen, und zweitens weiß ich nicht, was ist, wenn ein Herde wirklich einmal an einer ungünstigen Stelle sitzt, und sich im Laufe der Jahre immer weiter ins Rückenmark hineinfrisst. Könnte Letzteres nicht völlig unabhängig von der Art und Weise sein, wie man sein Leben meistert?

Und drittens, aber das entspricht weitgehend Punkt 2: Ist der Übergang von der RRMS in die SPMS von psychosozialen Faktoren abhängig? Oder trifft das nur für die Entstehung von Schüben zu bzw. den Beginn der Erkrankung?

Das Schlimme ist - und ich bin hier ja oft genug darauf hingewiesen worden -, dass meine Vermutung von der Lebensstilabhängigkeit der MS durch nichts und überhaupt nichts zu widerlegen ist. Es ist wie in der Psychoanalyse, denn wenn sie sich einmal ganz offensichtlich nicht selbst bestätigt und sich ad absurdum führt, dann hat man sicher irgendetwas verdrängt oder falsch interpretiert.:-( Egal, was man macht, man hat immer etwas "falsch" gemacht oder ist in Nebulöses "verstrickt" gewesen.

Darum bin ich wohl häufig ungerecht gegenüber denen, die mit gutem Grund behaupten, meine Überlastungs-Hypothese träfe auf sie nicht zu. Und die, auf die sie mehr oder weniger zufällig zutrifft, meinen, aus ihrer Erfahrung läge ich goldrichtig und werde zu Unrecht von den Somatikern angegriffen. Aber man kann ja so schlecht in die Menschen hineinschauen. (Man weiß nicht, was AKK denkt, wenn sie von Dobrindt umarmet wird. Freut sie sich? Oder macht sie nur gute Miene zum bösen Spiel?)

Vielleicht habe ich einen Balken in meinem Auge!:-( Aber wenn ich recht hätte...? Und man nicht sehen will, was offen vor aller Augen liegt?:confused: Wenn uns Tabus den Blick versperren?

W.W.

@fRAUb, Mit welch martialischem Lehrsatz musstest Du Deine Ausbildung beginnen, lieber agno

klaigo, Samstag, 05.01.2019, 18:07 (vor 79 Tagen) @ W.W.

Lieber Jerry,

wenn ich es mir genau überlege, ist an deinem Umgang mit deiner MS kaum etwas auszusetzen!:-) Ich glaube kaum, dass man es besser machen kann. Die Diagnose hat dein Leben nicht umgeschmissen, und du bist ein fröhlicher Mensch geblieben und hast deine Pflicht getan - was dir ja eher leicht gefallen ist, weil du sie gern getan hast.

Wenn ich dir so zuhöre, glaube ich, dir Recht geben zu müssen. Wie du mit deiner MS umgegangen bist..., ich glaube, besser kann man es nicht tun.

Seit einiger Zeit bin ich meiner eigenen Theorie gegenüber skeptisch: aus 2 oder 3 Gründen. Erstens könnte unser Freund, das Kausalitätsbedürfnis, in allem, was wir getan haben, auch das Negative herauspicken und die wahrscheinlichen Ursachen für diesen oder jenen Verlauf an den Haaren herbeiziehen, und zweitens weiß ich nicht, was ist, wenn ein Herde wirklich einmal an einer ungünstigen Stelle sitzt, und sich im Laufe der Jahre immer weiter ins Rückenmark hineinfrisst. Könnte Letzteres nicht völlig unabhängig von der Art und Weise sein, wie man sein Leben meistert?

Und drittens, aber das entspricht weitgehend Punkt 2: Ist der Übergang von der RRMS in die SPMS von psychosozialen Faktoren abhängig? Oder trifft das nur für die Entstehung von Schüben zu bzw. den Beginn der Erkrankung?

Das Schlimme ist - und ich bin hier ja oft genug darauf hingewiesen worden -, dass meine Vermutung von der Lebensstilabhängigkeit der MS durch nichts und überhaupt nichts zu widerlegen ist. Es ist wie in der Psychoanalyse, denn wenn sie sich einmal ganz offensichtlich nicht selbst bestätigt und sich ad absurdum führt, dann hat man sicher irgendetwas verdrängt oder falsch interpretiert.:-( Egal, was man macht, man hat immer etwas "falsch" gemacht oder ist in Nebulöses "verstrickt" gewesen.

Darum bin ich wohl häufig ungerecht gegenüber denen, die mit gutem Grund behaupten, meine Überlastungs-Hypothese träfe auf sie nicht zu. Und die, auf die sie mehr oder weniger zufällig zutrifft, meinen, aus ihrer Erfahrung läge ich goldrichtig und werde zu Unrecht von den Somatikern angegriffen. Aber man kann ja so schlecht in die Menschen hineinschauen (und weiß nicht, was AKK denkt, wenn sie von Dobrindt umarmet wird. Freut sie sich? Oder macht sie nur gute Miene zum bösen Spiel?)

Vielleicht habe ich einen Balken in meinem Auge!:-( Aber wenn ich recht hätte...? Und man nicht sehen will, was offen vor aller Augen liegt?:confused: Wenn uns Tabus den Blick versperren?

W.W.

:clap:
Vielen Dank hierfür.

Vielleicht ist es ja so dass sie bei manchen Verläufen bzw. Lebensgeschichten Recht haben, bei manchen ein bisschen (mehrere Faktoren kommen zusammen) und bei anderen gar nicht.

Und es ist einfach wie im richtigen Leben außerhalb der Forums. Man muss nicht immer recht haben und es gibt nicht nur schwarz und weiß.


Ich bin nach wie vor der Meinung, eine Ursache wäre zu einfach.

Lg klaigo

@fRAUb, Mit welch martialischem Lehrsatz musstest Du Deine Ausbildung beginnen, lieber agno

W.W. @, Samstag, 05.01.2019, 18:17 (vor 79 Tagen) @ klaigo

Ich bin nach wie vor der Meinung, eine Ursache wäre zu einfach.

Liebe klaigo,

Sie sprechen ein wichtiges Problem an: Eine Ursache könnte zu einfach sein! Und dennoch stürzen sich alle Forscher auf die eine Ursache.

Das hat seinen guten Grund: Weil wir mit mehr als einer Ursache statistisch schlecht umgehen können!:-(

Wir könnte das Einfache wählen,. weil uns das Komplizierte zu schwierig erscheint, auch wenn es wahr sein könnte.:-(

Schon des längeren bezeifle ich die Maxime: Siplex sigillum veritatis.

Das das Einfache eine Gesetzmäßigkeit der Natur ist, könnte auf einer Verwechslung beruhen: dass wir das Einfache mit dem Richtigen verwechseln, weil wir nur das Einfache begreifen können.

W.W.

PS: Ist E=mc² ein "Beweis" dafür, wie einfach es in der Natur zugeht? Ich glaube, die einfachsten Formeln in der Chaostheorie zeigen, wie wenig wir begreifen. Wir sind unfähig Rückkoppelungsprozesse zu verstehen!:-( :-( :-( Und alles Leben ist ein Rückkoppelungsprozess.

Avatar

Krankheit & Lebensglück & Sinntheorien

agno @, Samstag, 05.01.2019, 21:00 (vor 79 Tagen) @ W.W.

:-D
Lieber W.W.
Imho könnte deine alte Überlastungstheorie sehr gut neben dem guten Jerry leben.
Wenn ein gewisses Maß an Lebensglück dabei hilft, dass man sich immer wieder berappelt.
Aber eventuell ist das Empfinden von Lebensglück auch subjektiv? :-D
lG agno

P.S.: "Das Glück ist im Grunde nichts anderes als der mutige Wille, zu leben, indem man die Bedingungen des Lebens annimmt.", definierte der französische Schriftsteller Maurice Barrès (1862 - 1923) einst den Begriff "Glück".

Erreichtes / Ziele = Zufriedenheit

--
Gschafft ist aber noch nix

Avatar

Das "Lebensglück" ist subjektiv

naseweis ⌂ @, in meinem Paradies, Samstag, 05.01.2019, 21:24 (vor 78 Tagen) @ agno

Aber SICHER ist das Empfinden von Lebensglück auch subjektiv? :-D

Aber sowas von !

P.S.: "Das Glück ist im Grunde nichts anderes als der mutige Wille, zu leben, indem man die Bedingungen des Lebens annimmt.", definierte der französische Schriftsteller Maurice Barrès (1862 - 1923) einst den Begriff "Glück".

--
Disclaimer:
Ich sprech nur für mich, lass meine Gedanken raus, gebe keine Empfehlungen.
Jede(r) hat ihren/seinen eigenen Kopf, idealerweise zum DENKEN

Das "Lebensglück" ist subjektiv

fRAUb @, Sonntag, 06.01.2019, 08:46 (vor 78 Tagen) @ naseweis

Aber SICHER ist das Empfinden von Lebensglück auch subjektiv? :-D

Aber sowas von !

P.S.: "Das Glück ist im Grunde nichts anderes als der mutige Wille, zu leben, indem man die Bedingungen des Lebens annimmt.", definierte der französische Schriftsteller Maurice Barrès (1862 - 1923) einst den Begriff "Glück".

Diese wären?

Das "Lebensglück" ist subjektiv

W.W. @, Sonntag, 06.01.2019, 09:56 (vor 78 Tagen) @ fRAUb

P.S.: "Das Glück ist im Grunde nichts anderes als der mutige Wille, zu leben, indem man die Bedingungen des Lebens annimmt.", definierte der französische Schriftsteller Maurice Barrès (1862 - 1923) einst den Begriff "Glück".


Diese wären?

Ich fürchte, das "Glück" ist furchtbar biologisch. Glück ist das, was Leben am Leben erhält.

W.W.

Das "Lebensglück" ist subjektiv

kerstin @, Sonntag, 06.01.2019, 10:53 (vor 78 Tagen) @ W.W.

Ich fürchte, das "Glück" ist furchtbar biologisch. Glück ist das, was Leben am Leben erhält.

Ich habe gerade ein Feature über Andre Müller gehört,er war mir gar kein Begriff. Er hat die "Großen" unserer Zeit spektakulär interviewt.
Ein ganz besonderes Interview war wohl das mit seiner Mutter, die irgendwann sagte: " man lebt, weil man geboren ist". Na nach viel Glück klingt das nicht, finde ich.

Grüße von Kerstin

Das "Lebensglück" ist subjektiv

kerstin @, Sonntag, 06.01.2019, 10:44 (vor 78 Tagen) @ fRAUb

Für mich ist Glück immer nur ein kleiner Moment, wenn etwas ganz besonderes aufblitzt:star:

Es gibt gerade einen wirklich guten (gibt es ja selten) Beziehungsfilm in der ARD Mediathek: " Bist du glücklich?".

Viele Grüße von Kerstin

von der Solidarität, der Intimsphäre und Foren

Nalini @, Donnerstag, 03.01.2019, 18:29 (vor 81 Tagen) @ jerry

Vielleicht sind Forumsdebatten über die ‚Psychodynamik der MS‘ schlicht unmöglich – weil die Wahrung der Intimsphäre nicht einzuhalten wäre, wenn mehr als Allgemeinplätze ausgetauscht würden. Und die Gefahr von Verallgemeinerungen viel zu groß…

Siehst du das nicht ein wenig pessimistisch?
Aussagen wie "ich hatte eine Phase außergewöhnlichen Stresses, bevor meine Erkrankung ausbrach" oder "vor diesem Schub hatte ich mich gnadenlos überanstrengt" etc. ... das sind aussagekräftige Erzählungen, ohne dass man zu viel von der Privatsphäre preisgibt. Oder siehst du das anders?

PS Gibt es das deiner Meinung nach überhaupt, eine "Psychodynamik der MS" :lookaround: ;-)

von der Psychodynamik

jerry @, Donnerstag, 03.01.2019, 20:05 (vor 81 Tagen) @ Nalini


PS Gibt es das deiner Meinung nach überhaupt, eine "Psychodynamik der MS" :lookaround: ;-)

Ja liebe Nalini,

absolut ja! Und ich sage Psychodynamik statt Psychosomatik, weil mir das stimmiger erscheint, besser zum Bild des Verstricktseins passt, weil das nicht nach platter Ursache-Wirkungsbeziehung klingt und insofern verallgemeinernde Schuldzuweisungen schwierig werden.

(Die MS war keine Folge einer zu engstirnigen 'leibfeindlichen' Erziehung, nicht die Mutter war schuld, nicht die Kirche, nicht meine Hypersensitivität, nicht falsche Partnerwahl, der böse Doktorvater, meine 'Untreue' der eigentlich geliebten Frau gegenüber, nicht mein ewig 'schlechtes Gewissen', nicht meine übersteigerten Anforderungen an die eigene Leistungsfähigkeit, nicht mein damit kontrastierendes Verlangen weit vor dem Erreichbaren aufzugeben und mich hängenzulassen, nicht weil ich ... dies... und das...)

Obige Parenthese könnte ich mühelos mit allerhand weiteren meiner Eigenheiten, nahestehenden Personen etc auffüllen. Hätte aber Sorgen, dass jemand von Euch am Ende fragen könnte: Dein Realname, jerry, ist doch nicht etwa... Winnetou Müller?! :-D

Immer wenn ich mich intensiver mit meinen Lebensumständen, Neurosen, Fehlhaltungen, Gewohnheiten, meiner Psyche i.w.S. auseinandersetzte, kam ich wieder zu dem Schluss, dass alles perfekt passte... bis hin zur MS, die (leider auch) zu einem Teilgebilde jener Verstrickung(en) geworden war.

Und an deren Vorhandensein ich, wie auch an demjenigen der vielen anderen Mosaiksteinchen, ums Verrecken nix ändern konnte.

Ich erlebte im Falle des Einweihens Außenstehender jedoch sehr wohl, dass sich jene begeistert auf einzelne Aspekte stürzten, die ihnen wichtig schienen. Woraus fast regelmäßig sowas wie Schuldzuweisungen resultierten.

An... und an die... und natürlich auch an mich selber.

Und die haben mich außer zum (ver)zweifelnden Kreiseln nicht weiter gebracht.


jerry

P.S.: sorry, ich hab schon viel mehr geschrieben, als ich ursprünglich vorhatte. Kommt mir naiv vor, wie in persönliche Kladde hineingekritzelt... mich zieht es zu meinem Bergkloster ;-) nee zum Relaxsessel, Beine hoch, Schluck rotes zimmerwarmes Getränk dazu... vielleicht noch kleine Tasse :coffee: und abhängen...

von der Psychodynamik

Nalini @, Donnerstag, 03.01.2019, 22:12 (vor 80 Tagen) @ jerry

Danke, jerry, für die Erläuterung deiner Sicht der Dinge.
Deine Sicht einer Psychodynamik statt Psychosomatik - diesen neuen Aspekt muss ich erst mal sacken lassen.
Und weiter bleibt es schwierig mit dieser Thematik....

PS Ab und zu ein Gläschen zimmerwarmes rotes Getränk muss ich auch wieder einführen. Das kam in meinem Speiseplan in letzter Zeit zu kurz.

RSS-Feed dieser Diskussion
powered by my little forum