2019 - Geschenke (Straßencafé)

stefan ⌂ @, Berlin, Dienstag, 01.01.2019, 14:03 (vor 78 Tagen)

Das Jahr 2019 hat heute Geburtstag. Grundsätzlich ist das völlig egal, es gibt gar keinen wirklichen Geburtstag bei Jahren.

Zum Geburtstag gibt es traditionell Geschenke. Ich will mir ein Geschenk machen, Schenken macht Freude, beschenkt werden auch, so ist es eine doppelte Freude, wenn ich mir selbst ein Geschenk mache.

Ich möchte mir Gelassenheit schenken, Entspannung, verzeihen, Großzügigkeit, Leben im Jetzt. Weniger Schmerz und Kummer mir erzählen, betrachten, erfinden.


2019, das wird für mich nicht mehr ein Jahr der Wünsche, für mich soll es ein Jahr der Geschenke werden. Nein, das wünsche ich mir nicht nur, das möchte ich ganz aktiv und bewusst so gestalten.

Ich bin sehr optimistisch, es sieht gut aus, ich fühle mich bereits jetzt reich beschenkt, gut gerüstet also, und nun also 2019, ich freue mich, möchte diese Freude auch gerne teilen.


Erleuchtet sei, der nicht mehr leiden muss.

So möchte ich vieles belastende Alte aussortieren, auch die entsprechenden Emotionen, Gedanken, Themen, Ärgernisse und voller frischer Lebenskraft und gelebtem Potenzial meine eigene Realität lebensfroh und voller Freude kreieren!

Die Welt ist bunt.

Stefan

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2019 - Beschenkt

agno @, Dienstag, 01.01.2019, 14:22 (vor 78 Tagen) @ stefan

Danke!!
https://www.heise.de/tp/features/Brief-an-einen-jungen-Philosophen-4250192.html?seite=all
Segen & Fluch der Gesundheit ist der Druck eineffizientes Leben zu führen.
Segen & Fluch von Krankheit ist diesem Druck absehbar nicht stand zu halten.

Ich wünsche ein gutes neues Jahr, das gesegnet sein soll.
Gesegnet, weil ich nicht weiß was wirklich gut ist.

lG agno

--
Gschafft ist aber noch nix

2019 - Beschenkt

stefan ⌂ @, Berlin, Dienstag, 01.01.2019, 15:00 (vor 78 Tagen) @ agno

Danke!!
https://www.heise.de/tp/features/Brief-an-einen-jungen-Philosophen-4250192.html?seite=all
Segen & Fluch der Gesundheit ist der Druck eineffizientes Leben zu führen.
Segen & Fluch von Krankheit ist diesem Druck absehbar nicht stand zu halten.

Ich wünsche ein gutes neues Jahr, das gesegnet sein soll.
Gesegnet, weil ich nicht weiß was wirklich gut ist.

lG agno

Gesegnet - Wahrscheinlich ein schöner Gedanke. Nach dem Motto: das Universum sorgt für uns, wer oder was auch immer, ich bin ein Kind des Glücks.

Auf Gesundheit oder besonders Krankheit, Fluch, Druck, Anforderung, gerade von außen, von innen, von wo auch immer, ich möchte meine Aufmerksamkeit immer weniger darauf lenken. Mich frei machen, befreit sein von solchen Gedankenwelten, dieser Art von mehr oder weniger selbst gewählten „Stress“

Ich wünsche dir viel positive Energie und entsprechende Gedanken.

2019 - Bedenkt!

Boggy, Dienstag, 01.01.2019, 15:42 (vor 78 Tagen) @ agno

https://www.heise.de/tp/features/Brief-an-einen-jungen-Philosophen-4250192.html?seite=all

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Lieber agno,
zunächst möchte ich Dir zu Deiner Kühnheit gratulieren, so einen langen, auf den ersten Blick klugen und außerordentlich anregenden Text, der sich nicht primär mit MS beschäftigt ;-)
aber mit dem Ganzen drumherum,
hier im Forum zu verlinken.
Ich habe ihn zur intensiveren Lektüre abgespeichert, denn mein MS-gschädigtes Gehirn mit seinen kognitiven Störungen und geistigen-Fatigue-Konzentrations-Problemen ist mit dieser Fülle an Denkoperationen, die es beim Lesen ausführen muß, schnell überfordert (da kommt nun wieder die MS ins Spiel ;-) ).
Es ist ein gutes Projekt fürs Neue Jahr.

Ich erlaube mir, ein Zitat als Appetitanreger unten anzuhängen.

Und kann es mir nicht verkneifen, einen Aspekt hinzuzufügen, der auf den ersten (meinen) Blick im Artikel zu kurz kommt;
er stammt vom guten Karl Marx, seine 11. These über Feuerbach:

"Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kömmt drauf an, sie zu verändern."

Frohes Neues Jahr!

Boggy
:baum: :wink: :baum:


"Es ist klar, dass die Wissenschaftssprache nur einen Teil dessen sagen kann und will, was die natürliche Sprache sagen kann. Was wir wollen, was wir sollen, was wir befürchten, was wir hoffen, was sein könnte, was wir als schön empfinden - darüber wird in der Wissenschaft nicht gesprochen. Die Wissenschaft sagt nur, was der Fall ist, und ihr Kriterium ist das der Wahrheit. Was sie aber sagt, sagt sie im besten Fall sehr präzise.

Die Philosophie kann auch über Gebiete reden, die nicht von den Wissenschaften besetzt sind. Wo sie aber über das, was der Fall ist, redet und den Anspruch auf Wahrheit ihrer Sätze erhebt, steht sie mit den Wissenschaften in Wettbewerb. Sie muss sich dann an diesen messen lassen.
(...)
Gute Philosophen vermeiden Metaphern, wo immer sie können. Sind doch schon die Begriffe unscharf genug. Da wird es auch nicht besser, wenn man sie durch Vergleiche, die immer hinken müssen (entschuldige die missglückte Metapher, aber ich bin schließlich kein Philosoph), versucht, sie zu veranschaulichen. Du kannst in Gleichnissen reden, wenn Du vorhast, eine Religion zu gründen oder ein philosophisches Trugsystem aufzurichten. Damit kannst Du dann vielleicht eine Herde von Exegeten in Lohn und Brot setzen. Wenn Du aber klar reden willst, dann meide Metaphern.
(...)
Ich habe Dir nun versucht zu zeigen, wie uns die Sprache durch mehrdeutige Begriffe und Metaphern, durch leichtfertige Vertauschung der Wortarten und durch ungenügende Unterscheidung der Satzarten dazu verleiten kann, Unsinn zu reden."

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.

2019 - Bedenkt!

Boggy, Dienstag, 01.01.2019, 16:20 (vor 78 Tagen) @ Boggy

Nach einem ersten kurzen Blik auf den Artikel,
habe ich nun auch einen ersten kurzen Blick auf die Kommentare geworfen:
erweitert Blick- und Denkfeld ... ;-)
:-)
Boggy

https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/Brief-an-einen-jungen-Philosophen/forum-416279/comment/

(in neuem tab öffnen)

s.z.B. Little Louis:
"Philosophieren aber überwiegend auf Sprachkritik, formale Logik und Informatik reduzieren zu wollen, ist Unsinn. Noch größerer Unsinn ist der Vezicht auf das Studium der Geschichte der Philosophie bzw der Geschichte "des Denkens".
Herr Degen tut so, als hätte er noch nie etwas von der langen Tradition der "philosophischen Erkenntnistheorie" bis hinein in die Gegenwart gehört."

Ah ja, noch was ...
Was hat das alles mit MS zu tun ...?
Ich glaube u.a. dies: daß es mein Gehirn "trainiert", seine Funktionsfähigkeit erhält und eventuell verbessert,
zumindest dem Verfall entegenwirkt, wenn ich mich damit beschäftige, lese, denke usw.
Das ist einen Annahme, die man diskutieren kann.
Es ist meinerseits wohl eher eine Hoffnung.
Zumindest bereitet es mir Vergnügen, - solange ich meine Grenzen beachte, und mich nicht überfordere.
So. Das wars.

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.

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Sprachkunst

agno @, Dienstag, 01.01.2019, 18:01 (vor 78 Tagen) @ Boggy

https://www.socialnet.de/rezensionen/21764.php
;-)
lG agno

--
Gschafft ist aber noch nix

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"philosophische Erkenntnistheorie" -> Was hat das alles mit MS zu tun?

agno @, Dienstag, 01.01.2019, 20:50 (vor 78 Tagen) @ Boggy

..."philosophischen Erkenntnistheorie" bis hinein in die Gegenwart ..."
Was hat das alles mit MS zu tun ...?
Zumindest bereitet es mir Vergnügen, - solange ...

Im übrigen bin ich der Meinung dass das Vergnügen zu wenig wertgeschätzt wird!
lG agno

P.S.: Ich mag Texte um paradoxe Zusammenhänge.
https://www.zeit.de/arbeit/2018-12/selbstverwirklichung-stress-vorsaetze-lebensaenderung-selbstaendigkeit-yoga/komplettansicht :-D

--
Gschafft ist aber noch nix

Feuerbachthesen 2019

stefan ⌂ @, Berlin, Dienstag, 01.01.2019, 20:15 (vor 78 Tagen) @ Boggy


"Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kömmt drauf an, sie zu verändern."

Hallo Boggy,

Vielen Dank für deinen Text, dieses Zitat, die Möglichkeit, meinen Gedanken zu präzisieren:

Ich glaube, „die Wahrheit“ entsteht durch unsere Interpretation, durch unsere Erzählung, wir verändern die Welt, je nachdem, wie wir von ihr sprechen, uns und anderen davon erzählen.

Damit möchte ich nicht sagen, dass bestimmte gesellschaftliche Verhältnisse, Herrschaftsstrukturen, Ungerechtigkeiten nicht auch eine gewisse „Wahrheit“ darstellen können, beachtet werden sollten. Massive heftige Einschränkungen, Behinderungen,, die wirken oft deutlich einschränkend, kränkend, sind lästig, „ungerecht“.

Und dennoch, jenseits davon habe ich immer noch vielfältige Möglichkeiten, über die Art und Weise meiner Interpretation Einfluss zu nehmen auf die Art und Weise, wie sich „meine Wahrheit“ mir darstellt.

Gerade auch dadurch verändere ich oftmals ganz massiv meine Welt, ich habe diese Wahl, zumindest in einem gewissen Umfang kann ich mich entscheiden, welche Ideen, welche Bilder, Texte, Gedanken auch Menschen ich in mein Leben lasse, Mit was und wie ich mich beschäftige.

Und so sage ich: es ist schön, Geschenke zu machen, Geschenke zu bekommen. Im Vergleich dazu sind mir die Wünsche fast suspekt geworden, - die Idee, die Welt zu verändern, auf meine Art geht das überraschend schnell, für mich gerade überraschend umfassend einfach.

Ich erlebe mich als Glückskind. Ist das nicht schön!?

Je länger ich gerade darüber nachdenke, über den Begriff „Geschenk“ diskutiere, je unschärfer erscheint er mir. Wahrscheinlich geht es mir darum, Freude zu teilen, erschaffen, in mir und zwischen mir und anderen.

Gestern, da begegnete mir eine kleine 97-jährige Frau in einem Seniorenheim, sie lief mehrfach hin und her, wir lächelten uns an. Ich habe erfahren, sie war im Konzentrationslager, - ich empfinde es als Geschenk, dass sie lebt, dass ich ihr begegnen durfte.

Stefan

P.S.

Boggy, Dienstag, 01.01.2019, 15:51 (vor 78 Tagen) @ agno

Ich wünsche ein gutes neues Jahr, das gesegnet sein soll.
Gesegnet, weil ich nicht weiß was wirklich gut ist.

Ich liebe die Vorstellung von "Segen".
Das ist etwas, das in meinem Verständnis über verschiedene spirituelle Vorstellungen und Religionen hinaus geht,
und uns in einen guten "Geist" hineinführt, wo wir auch für eine Weile gut drin aufgehoben sind.

Also: Möge Segen sein!

Boggy
:-)

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.

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