Marc mit Ocrevus: Eine systemische oder eine philosophische Frage? (Allgemeines)

agno @, Montag, 22.10.2018, 14:27 (vor 23 Tagen)

https://www.amsel.de/multiple-sklerose-forum/index.php?kategorie=forum&kategorie2=forum&tnr=1&mnr=203747&beitragnr=203842&aktpo...

Wenn eine progressive MS unter einer Eskalationstherapie zum Schub führen würde, wäre das ein unerwünschtes aufflammen bzw verstärken bzw Rebound oder
die erwünschte Rückführung in den schubförmigen Verlauf?
Würde man das praktisch erfahren wollen?
fragt sich agno

--
Im übrigen möchte ich darauf hinweisen, dass der Mediamarkt nur Spülmaschinen montieren kann, wenn der Küchenbesitzer das Altgerät selbst ausbaut. -> Frohe Weihnachten!

Marc mit Ocrevus: Eine systemische oder eine philosophische Frage?

Marc @, Donnerstag, 25.10.2018, 13:30 (vor 20 Tagen) @ agno

...systemisch oder philosophisch..?
...erwünschte Rückführung in den schubförmigen Verlauf?
...Würde man das praktisch erfahren wollen?

Ich bin nicht sicher, ob ich bei solchen Fragen eine Antwort liefern könnte.

Also bei den letzten beiden Fragen wäre die Antwort sicherlich "Nein".

Wenn man unsere MS als eine längenabhängige Neuropathie der Axone betrachtet, dann wäre eigentlich jegliche Entzündung, egal welcher Art, zu vermeiden. Da wäre man aber wohl wieder philosophisch, da dieser Ansatz wiederum die Autoimmunhypothese voraussetzt.

Wenn man jedenfalls grndsätzlich von fehlgesteuertem immungetriebenen Entzündungsgeschehen ausgeht, dann ist die Unterteilung zwischen "progredienter" und "schubförmiger" MS eigentlich Makulatur. Beim Lesen von Diskussionen hierzu kommt eher der Gedanke, wie weit die Pharmaindustrie Patienten und Ärzte unterwandert hat um seine Produkte zu vermarkten.

Hätte es ein ernsthaftes Interesse gegeben, die Ergebnisse der Studien mit niedrig dosiertem oralem Methotrexat vor mehr als 20 Jahren richtig zu interpretieren, dann wären bereits vor Jahrzehnten zugelassene Therapien für progressive MS verfügbar gewesen...Richtig, vor Jahrzehnten.

Das war aber leider genau der Zeitpunkt, als Pharma anfing sich ernsthaft auf den MS Markt zu etablieren und die Salami-Aufspaltung von chronisch progredienter MS in primäre und sekundär progrediente sowie schubförmige MS Verlaufsformen vorantrieb. Als die Versuche mit Interferon begannen, war es Bayer-Schering damals sehr wichtig, MS vom BME als eine "seltene Krankheit" einstufen zu lassen.

Hierzu war es (damals) notwendig, eine potentielle Patientengruppe weniger als 200.000 Patienten EU-weit zu haben, die als solche klassifiziert werden konnten. Dieser Status erlaubte es Schering mit nur einer zentralen Studie sowohl Marktzulassung als auch (vorrübergehende) Marktexklusivität mit der entsprechenden Preisfestsetzung für ihr Produkt zu erhalten.

Infolgedessen ist auch 20 Jahre später die Diagnose einer sekundär-progredienten MS eigentlich so als ob man eine andere Krankheit hat mit allen kostentechnischen Implikationen. Es ist jedenfalls manchmal amüsant zu sehen, welche rhetorischen Purzelbäume noch heute geschlagen werden, um die Fehler der Vergangenheit zu kaschieren..

Wie das alles mit Ocrevus zusammenhängt? Die genannten Beispiele im ECTRIMS Poster könnte man so deuten, dass - ähnlich zu Tysabri - ein "Rebound" Effekt entstanden sein könnte wenn unterschwellige Entzündungen - ob nun in einer schubförmigen oder progredienten Verlaufsform - zu lange unterdrückt werden und die Therapiewirkung nachlassen sollte.

Gruß,
Marc

Marc mit Ocrevus: Eine systemische oder eine philosophische Frage?

agno @, Donnerstag, 25.10.2018, 16:04 (vor 20 Tagen) @ Marc

...systemisch oder philosophisch..?
...erwünschte Rückführung in den schubförmigen Verlauf?
...Würde man das praktisch erfahren wollen?

Ich bin nicht sicher, ob ich bei solchen Fragen eine Antwort liefern könnte.

Also bei den letzten beiden Fragen wäre die Antwort sicherlich "Nein".

;-)

Wenn man unsere MS als eine längenabhängige Neuropathie der Axone betrachtet, dann wäre eigentlich jegliche Entzündung, egal welcher Art, zu vermeiden. Da wäre man aber wohl wieder philosophisch, da dieser Ansatz wiederum die Autoimmunhypothese voraussetzt.

;-)

Wenn man jedenfalls grundsätzlich von fehlgesteuertem immungetriebenen Entzündungsgeschehen ausgeht, dann ist die Unterteilung zwischen "progredienter" und "schubförmiger" MS eigentlich Makulatur.

Hier bin ich mir nicht sicher.
Ob die Erkenntnistheoretische Unschärfe der Wissenschaft noch genug Platz für eigene Interpetationen lässt? Ich bin da leider nicht mehr up to date.

Beim Lesen von Diskussionen hierzu kommt eher der Gedanke, wie weit die Pharmaindustrie Patienten und Ärzte unterwandert hat um seine Produkte zu vermarkten.

*seufz* Ich würde das anders beschreiben.
Versicherungen bekomme ich nicht vom Pfarrer sondern von jemand der seine ureigenen Interessen hat. Das bedeutet dass man Äußerungen eines Verkäufers interpretiert.


Hätte es ein ernsthaftes Interesse gegeben, die Ergebnisse der Studien mit niedrig dosiertem oralem Methotrexat vor mehr als 20 Jahren richtig zu interpretieren, dann wären bereits vor Jahrzehnten zugelassene Therapien für progressive MS verfügbar gewesen...Richtig, vor Jahrzehnten.

Ich hatte da eine Kontaktperson, die in dieser Richtung experimentiert hat und mit dem Ergebnis nicht glücklich war.

Wie das alles mit Ocrevus zusammenhängt? Die genannten Beispiele im ECTRIMS Poster könnte man so deuten, dass - ähnlich zu Tysabri

:-) Danke, darauf habe ich gewartet, aber es hat außer Dir noch niemand so verbalisiert.

lG agno

--
Im übrigen möchte ich darauf hinweisen, dass der Mediamarkt nur Spülmaschinen montieren kann, wenn der Küchenbesitzer das Altgerät selbst ausbaut. -> Frohe Weihnachten!

Marc mit Ocrevus: Eine systemische oder eine philosophische Frage?

Marc @, Dienstag, 30.10.2018, 19:13 (vor 15 Tagen) @ agno

:-D Hallo Agno,

Danke, darauf habe ich gewartet, aber es hat außer Dir noch niemand so verbalisiert.

Gerne :-) Wenn ich mich aber recht erinnere, dann beziehst du dich hier auf deine Theorie: "Einmal Tysabri, immer Tysabri" da bei Absetzen wegen "Rebound" eine erneute Schubaktivität die Stabilität der vergangenen Jahre zunichtemachen würde.

Problem bei dieser Theorie ist nur, dass wieder Korrelation mit Kausalität verwechselt werden. Es kann genusogut sein, dass nach mehrjähriger Eskalalationtherapie garnichts passiert und das Absetzen zu keinen sonderlichen Rückschlägen im Verlauf führt. Das haben bereits mehrere Studien gezeigt. Oder hattest du an einen anderen Ansatz gedacht?

Ich hatte da eine Kontaktperson, die in dieser Richtung experimentiert hat und mit dem Ergebnis nicht glücklich war.

Ob nun die Erfahrungen deiner Kontaktperson ausreichen um ein Urteil zu oralem Methotrexat zu machen? Ich hatte eigentlich nur argumentiert, dass mit etwas mehr Unterstützung es vermutlich vor Jahrzehnten eine weitere Therapiemöglichkeit für progrediente Verläufe gegeben hätte - nicht unähnlich Mitoxandron. Es wäre viel zu hypothetisch nun rückblickend allgemein zu diskutieren, ob so eine Therapie immer effektiv und sinnvoll gewesen wäre.

Versicherungen bekomme ich nicht vom Pfarrer sondern von jemand der seine ureigenen Interessen hat. Das bedeutet dass man Äußerungen eines Verkäufers interpretiert.

Das Problem ist eher strukturell. Gary Taubes hat mal geschrieben, dass in der Geschichte der Medizin zu oft Hypothesen aufgestellt und akzeptiert wurden lange bevor definitive Evidenz in die Diskussion gebracht werden konnte. Bis dahin gingen die Hypothesen einfach als Fakten in die medizinische Literatur und wurden dann als Glaubenssätze übernommen. Der Schaden durch die verkehrten Hypothesen wurde erst dann berichtigt, nachdem Evidenz und Fakten in die Diskussion eingeflossen seien und dann nochmals 1-2 Generationen vergangen seien.

Der Pfarrer kann also tatsächlich an seine Weltanschauungen glauben und ihnen treu bleiben während er dir seine Versicherungen verkauft... Wie du sein Handeln dann interpretierst bleibt dir überlassen.. Wenn du deinen Neurologen aber nun für einen Verkäufer haltest, der/die nur seine persönlichen Interessen im Kopf hat, warum gehst du überhaupt zu ihm?

Hier bin ich mir nicht sicher. Ob die Erkenntnistheoretische Unschärfe der Wissenschaft noch genug Platz für eigene Interpretationen lässt?

Warum? Im Falle der Krankheit, die sich "Multiple Sklerose" nennt, geht die Wissenschaft von Schädigungen bzw. Degeneration der Axone, der Myelinscheiden und der grauen/weißen Hirnmasse bedingt durch lymphozytische Entzündungen, aktivierte Makrophagen bzw. ungewöhnlich hoher Atrophie des ZNS. Es ist bis dato wissenschaftlich völlig ungeklärt, welche dieser pathogenen Aktivitäten in welchen Maße beim individuellen Krankheitsverlauf in Erscheinung treten.

Niemand wäre daher in der Lage zu behaupten, bei "progredientem Verlauf“ passiert ABC.. Dazu ist die Bildgebung im MRT bisher nicht in der Lage und die Abstimmung zwischen Neuropathologie und Neurologie nicht ausreichend. Die Nutzung von Immunsuppressiven Therapien bei "progredienten Verläufen“ bleibt daher nunmal ein möglicher Hebel zum Aufhalten des Krankheitsfortschrittes. Man kann ihn nutzen und Abwägung aller Aspekte oder nicht.

Aber die Behauptung dass es diesen Hebel nicht gäbe ist schlichtweg falsch.

Man kann sich nun dazu austauschen, weshalb die "Wissenschaft" zu solchen Aussagen kommen könnte und vielleicht dazu seine persönlichen Verschwörungstheorien aufstellen. Die Grundaussage bleibt aber falsch!! (imho)

Grüße,
Marc

Marc mit Ocrevus: Eine systemische oder eine philosophische Frage?

agno @, Dienstag, 30.10.2018, 21:39 (vor 15 Tagen) @ Marc

Heinz Wiendl, am 2. Mai 2016 auf dem NeuroForum in Frankfurt.
http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=59361
46. Minute bis 51. Minute

Zum Thema: Muss eine Antikörpertherapie lebenslang sein?
Zum besseren Verständnis, für den geneigten Leser, kopiere ich nochmal deinen Text herein:

Wie das alles mit Ocrevus zusammenhängt? Die genannten Beispiele im ECTRIMS Poster könnte man so deuten, dass - ähnlich zu Tysabri - ein "Rebound" Effekt entstanden sein könnte wenn unterschwellige Entzündungen - ob nun in einer schubförmigen oder progredienten Verlaufsform - zu lange unterdrückt werden und die Therapiewirkung nachlassen sollte.

Gerne :-) Wenn ich mich aber recht erinnere, dann beziehst du dich hier auf deine Theorie: "Einmal Tysabri, immer Tysabri" da bei Absetzen wegen "Rebound" eine erneute Schubaktivität die Stabilität der vergangenen Jahre zunichtemachen würde.

Das ist nur sekundär meine Theorie!
Die Schautafel (von 50:16) : Was haben wie über Zellen auf Abwegen gelernt?
Der fünfte Punkt!
Hört man mit der Natalizumabtherapie auf, dann können wieder alle Zellen munter einwandern (Türsteher macht Türe wieder auf...)
(Götze hängt allein im Gehirn rum, wenn aber seine Mitspieler kommen, dann kann er wieder scoren...)
Heinz ist imho der Michael Schuhmacher unter den MS-Forschern!
Sind wir alle Ferrari?
Nicht alle. :no:
Gruß agno
P.S.: Der fast identische Vortrag vom 15.03.2018
https://www.youtube.com/watch?v=oF7YDfDK4t8

--
Im übrigen möchte ich darauf hinweisen, dass der Mediamarkt nur Spülmaschinen montieren kann, wenn der Küchenbesitzer das Altgerät selbst ausbaut. -> Frohe Weihnachten!

Marc mit Ocrevus: Eine systemische oder eine philosophische Frage?

Marc @, Mittwoch, 31.10.2018, 12:43 (vor 14 Tagen) @ agno

Heinz Wiendl, am 2. Mai 2016 auf dem NeuroForum in Frankfurt.
http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=59361
46. Minute bis 51. Minute

Die Schautafel (von 50:16) : Was haben wie über Zellen auf Abwegen gelernt?
Der fünfte Punkt!
Hört man mit der Natalizumabtherapie auf, dann können wieder alle Zellen munter einwandern (Türsteher macht Türe wieder auf...)
(Götze hängt allein im Gehirn rum, wenn aber seine Mitspieler kommen, dann kann er wieder scoren...)

Heinz ist imho der Michael Schuhmacher unter den MS-Forschern!

Sorry, da muß ich aber komplett wiedersprechen. Wiendl ist eher der Beweis, dass es einfacher ist, den Sobek Preis zu gewinnen als ins Kölner Dreigestirn rofl gewählt zu werden.
Mit seinem Vortrag auf dem NeuroForum liefert er ein gutes Beispiel dafür, wie entrückt vom eigentlichen Ziel in seinem Labor gearbeitet wird.

Anstatt den Zuschauern den aktuellen Stand entlang der relevanten Hauptachsen: Neuroprotektion, Neuroregeneration und Prävention zu liefern definiert er seine eigenen Miniziele Entzündungsmechanismen und Biomarker und verheddert sich danach in kleine immunologische Randthemen ohne wirkliche Relevanz die auch noch wissenschaftlich unvollständig dargestellt werden...

Wenn er dann noch seinen Vortag zusammenfasst mit einer "Zukunftsvision" von "Massgeschneiderter Immnuntherapie" und "Verständnis der Progression" dann ist der Zug für einige endgültig abgefahren und man glaubt, bei den 7 Schwaben zu sein.
So jemand wird uns mit seinen Aktivitäten sicherlich nicht mehr zu Lebzeiten nennenswerte Fortschritte für unsere Probleme liefern...

Beim Vortrag aus 2018 ist auch nett zu sehen, wie er die Folie zum Daclizumab Ansatz - vorher noch als Forschungserfolg gefeiert - klammheimlich entfernt hat.
Eine seriöse Diskussion sieht anders aus.

Zurück zu deiner Frage:

Hört man mit der Natalizumabtherapie auf, dann können wieder alle Zellen munter einwandern (Türsteher macht Türe wieder auf...)

Wiendl hat während dem Vortrag selber eingeräumt, dass dies allenfalls ein Erklärungsansatz für einen Reboundeffekt ist, der "manchmal" auftritt.
Ein Reboundeffekt müsste also eigentlich "immer" passieren um diesen Ansatz zu validieren.
Ist aber nicht so.
Die BHS "Tür" kann weit offen sein und es gibt dennoch keine Entzündungen.
Warum? Weil erhöhte Konzentrationen von (getriggerten) Th17 Zellen nicht immer zu Entzündungen führen.
Es gibt ja noch die regulatorischen B-Zellen im Gehirn die Probleme machen können....

Der Götze-Vergleich war zudem eigentlich Panne: Wie man aus den vergangenen 3 Jahren weißt, schießt Götze selbst mit allen Mitspielern im Rücken selten Tore...

Der völlige Fokus auf einen CD4/CD8 bedingten Entzündungsmechanismus zieht sich wie ein roter Faden durch den Vortrag und macht ihn - der an sich bereits völlig auf neuroimmunologische Mechanismen beschränkt ist - vollends unbrauchbar...

P.S. Was hat hat es mit seiner "möchtegern Medical School" Kravatte auf sich? Urlaubsouvenir? In den USA wäre er dafür ausgelacht rofl worden.

agnostischer Patient an rhetorischen Akrobaten

agno @, Mittwoch, 31.10.2018, 13:27 (vor 14 Tagen) @ Marc

Rhetorische Artisten sind mir eine Freude!
< « ...Aktivitäten sicherlich nicht mehr zu Lebzeiten nennenswerte Fortschritte für unsere Probleme liefern..."
So weit sind wir in unserer Einschätzung nicht auseinander.
Gruß agno

--
Im übrigen möchte ich darauf hinweisen, dass der Mediamarkt nur Spülmaschinen montieren kann, wenn der Küchenbesitzer das Altgerät selbst ausbaut. -> Frohe Weihnachten!

Heinz, der Michael Schuhmacher unter den deutschsprachigen MS-Forschern!

agno @, Mittwoch, 31.10.2018, 15:51 (vor 14 Tagen) @ agno

Sorry, da muß ich aber komplett wiedersprechen. Wiendl ist eher der Beweis, dass es einfacher ist, den Sobek Preis zu gewinnen als ins Kölner Dreigestirn rofl gewählt zu werden.
Mit seinem Vortrag auf dem NeuroForum liefert er ein gutes Beispiel dafür, wie entrückt vom eigentlichen Ziel in seinem Labor gearbeitet wird.

Anstatt den Zuschauern den aktuellen Stand entlang der relevanten Hauptachsen: Neuroprotektion, Neuroregeneration und Prävention zu liefern definiert er seine eigenen Miniziele Entzündungsmechanismen und Biomarker und verheddert sich danach in kleine immunologische Randthemen ohne wirkliche Relevanz die auch noch wissenschaftlich unvollständig dargestellt werden...

Wenn er dann noch seinen Vortag zusammenfasst mit einer "Zukunftsvision" von "Massgeschneiderter Immnuntherapie" und "Verständnis der Progression" dann ist der Zug für einige endgültig abgefahren und man glaubt, bei den 7 Schwaben zu sein.
So jemand wird uns mit seinen Aktivitäten sicherlich nicht mehr zu Lebzeiten nennenswerte Fortschritte für unsere Probleme liefern...

rofl (lass uns sehr alt werden & diese Sache im Auge behalten)

Ich glaube dass er sagt was er denkt!
Mehr kann man nicht verlangen!
Schlussfolgerungen muss jeder selbst ziehen.
Er hat seinen Vortrag unter eine open Source Lizenz gestellt!!!
Naja, etwas hemdsärmlig aber immerhin.

Beim Vortrag aus 2018 ist auch nett zu sehen, wie er die Folie zum Daclizumab Ansatz - vorher noch als Forschungserfolg gefeiert - klammheimlich entfernt hat.
Eine seriöse Diskussion sieht anders aus.

"unehrlich"?
Oder Zwangslage wegen Börsenanwälten?

Ganz zum Schluss, glaube ich deine Intentionen gelesen zu haben:
Neuroprotektion, Neuroregeneration und Prävention.
Ich glaube dass das ein verstricktes Thema ist. :-D
mfG agno
Wie man so von unserem Elektroautospezie liest, kommt es nicht gut sich nicht an die Börsenregeln zu halten.
Es scheint eine Gendererwartung zu sein, dass man von Alphamännern erwartet, dass diese bei Irrtümmern in Demut auf Knien nach Kanossa rutschen.
W.W. machte manchmal ähnliche Andeutungen.
Bei einer Frau käme niemand auf diese Idee.

--
Im übrigen möchte ich darauf hinweisen, dass der Mediamarkt nur Spülmaschinen montieren kann, wenn der Küchenbesitzer das Altgerät selbst ausbaut. -> Frohe Weihnachten!

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Marc mit Ocrevus: Eine systemische oder eine philosophische Frage?

Zoe @, tieef im Weeeeesten, Mittwoch, 31.10.2018, 18:05 (vor 14 Tagen) @ Marc

Zum Vortrag - ich konnte ihn nur in Ausschnitten ertragen, das Publikum wirkte auch eher skeptisch bis distanziert auf mich - saßen da Fachleute?und oder Betroffene?

Der Vortrag: inhaltlich seicht: Heiße Luft, garniert mit aufgeblasenen unnötigen Fremdwörtern. Er bläst sich ganze 56 Minuten! mit zahlenlosem Material auf; er sonnt sich m. E. in sachgrundloser Eitelkeit... Wenigstens er selbst hört sich gerne reden.

Ein besonders verräterisches Zitat gegen Ende: "80 % der Patienten !!! kriegen wir kontrolliert" - Siegmund Freud lässt grüßen...

Vermutlich glaubt er zu sagen: die Krankheit MS können wir bei 80 % der Patienten in kontrollierbarer Größenordnung halten o. Ä. - ihn interessiert m. E. mehr die Krankheit und ihre Bekämpfung als die kranken Menschen und deren Wunsch nach Heilung.

:-( Zoe

Marc mit dem immunsuppressiven Hebel: Eine systemische oder eine philosophische Frage?

agno @, Dienstag, 30.10.2018, 22:51 (vor 15 Tagen) @ Marc

... Die Nutzung von Immunsuppressiven Therapien bei "progredienten Verläufen“ bleibt daher nunmal ein möglicher Hebel zum Aufhalten des Krankheitsfortschrittes. Man kann ihn nutzen und Abwägung aller Aspekte oder nicht.
Aber die Behauptung dass es diesen Hebel nicht gäbe ist schlichtweg falsch.

Ich habe nie behauptet, dass es den Hebel nicht gibt und nach meinem aktuellen Wissensstand werde ich das auch nie!

Man kann sich nun dazu austauschen, weshalb die "Wissenschaft" zu solchen Aussagen kommen könnte und vielleicht dazu seine persönlichen Verschwörungstheorien aufstellen. Die Grundaussage bleibt aber falsch!! (imho) > Grüße, > Marc

Puh, Marc...
"weshalb die "Wissenschaft" zu solchen Aussagen kommen könnte"

Forschung ist Forschung ist gut!
Deren Interpretation und die Risikobewertung ist eine ganz andere Nummer.
Was macht den Wert meines Lebens aus?
Wie hoch schätzt du die Neurologenkompetenz zu dieser Frage?
Ist die Meinungsveränderung eines Patienten zu dieser Frage, in den nächsten Jahrzehnten, absehbar?
Bin ich jetzt menschlich, philosophisch oder verschwörungstheoretisch?
lG agno

--
Im übrigen möchte ich darauf hinweisen, dass der Mediamarkt nur Spülmaschinen montieren kann, wenn der Küchenbesitzer das Altgerät selbst ausbaut. -> Frohe Weihnachten!

Marc mit dem immunsuppressiven Hebel: Eine systemische oder eine philosophische Frage?

Marc @, Mittwoch, 31.10.2018, 12:55 (vor 14 Tagen) @ agno

Hallo Agno,

... Die Nutzung von Immunsuppressiven Therapien bei "progredienten Verläufen“ bleibt daher nunmal ein möglicher Hebel zum Aufhalten des Krankheitsfortschrittes. Man kann ihn nutzen und Abwägung aller Aspekte oder nicht.
Aber die Behauptung dass es diesen Hebel nicht gäbe ist schlichtweg falsch.

Ich habe nie behauptet, dass es den Hebel nicht gibt und nach meinem aktuellen Wissensstand werde ich das auch nie!

Du warst auch nicht gemeint. Es geht mir um die "wissenschaftlichen Meinungsmacher", die interessierte Leser wie dich von dieser Trennung überzeugen und die Diskussion entsprechend formen. Sorry wenn das anders 'rübergekommen ist.

Man kann sich nun dazu austauschen, weshalb die "Wissenschaft" zu solchen Aussagen kommen könnte und vielleicht dazu seine persönlichen Verschwörungstheorien aufstellen. Die Grundaussage bleibt aber falsch!! (imho)


Puh, Marc...
"weshalb die "Wissenschaft" zu solchen Aussagen kommen könnte"

Forschung ist Forschung ist gut!
Deren Interpretation und die Risikobewertung ist eine ganz andere Nummer.
Was macht den Wert meines Lebens aus?
Wie hoch schätzt du die Neurologenkompetenz zu dieser Frage?

Nein, Forschung ist nur dann gut, wenn sie nicht in einer Höhle steckt und zum Selbstzweck verkommt.
Entsprechend niedrig werte ich (persönlich) die Kompetenz von manchen Neurologen wie z.B. Wiendl.
Zu seinen Vorträgen habe ich ja meine Meinung gerade geschrieben.

Ist die Meinungsveränderung eines Patienten zu dieser Frage, in den nächsten Jahrzehnten, absehbar?

Ich glaube kaum, dass Patenten ein Problem hätten, bestehende Paradigmen zu wechseln wenn sie damit endlch mal greifbare Verbesserungen erfahren würden.
Wenn ggf. jmd. dem/der eine "progrediente Verlaufsform" augestellt wurde, eine Verbesserung seiner/ihrer Lebensqualität erfahren könnte unter zuhilfenahme eines Medikamentes, das bisher nur bei RRMS zugelassen war, und nach Abwägung aller Kosten/Risiken, dann vermute ich dass sie das auch tun würden.
Es wäre auch egal, welches Paradigma aktuell von der Wissenschaft propagiert wird.
Patienten haben schliesslich "eine MS" und sonst nichts.

Bin ich jetzt menschlich, philosophisch oder verschwörungstheoretisch?

Meines Erachtens sind dies einfach nur Fragen eines agnostischen Patienten an einen rhetorischen Akrobaten der ihm eine Unterkunft in seinem wissenschaftlichen Kartenhaus anbietet.
Leider gibt’s auf HRS aber keine Alternativen mehr für den Abend…

Grüße,
Marc

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