Medizinische Studien, am Beispiel von Alkohol (Allgemeines)

agno @, Freitag, 31.08.2018, 16:26 (vor 26 Tagen)

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/alkohol-und-gesundheit-ist-jedes-glas-eines-zu-viel-a-1224860.html

...In einem Jahr, in dem 100.000 Menschen zwischen 15 und 95 Jahren gar keinen Alkohol trinken, erkranken 914 von ihnen oder ziehen sich eine Verletzung zu, die mit Alkohol in Zusammenhang steht. ...

:-D Für mich besonders gesund, ist die Abstinenz meiner Mitmenschen. :-D

lG agno

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Im übrigen möchte ich darauf hinweisen, dass der Mediamarkt nur Spülmaschinen montieren kann, wenn der Küchenbesitzer das Altgerät selbst ausbaut. -> Frohe Weihnachten!

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Unstatistik, am Beispiel von Alkohol

naseweis ⌂ @, in meinem Paradies, Freitag, 31.08.2018, 16:38 (vor 26 Tagen) @ agno

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Zum Thema schreiben der Berliner Psychologe Gerd Gigerenzer, der Bochumer Ökonom Thomas Bauer und der Dortmunder Statistiker Walter Krämer „Unstatistik des Monats“:

Wir haben in mehreren Unstatistiken gezeigt, dass relative Risiken leicht missverstanden werden und Studien daher immer die absoluten Risiken ausweisen sollten. Auch die Richtlinien des „Lancet“ schreiben genau dies vor. Doch die Autoren der Studie berichten in dem veröffentlichten Artikel nur den relativen Risikoanstieg, was die Gutachter anscheinend nicht bemerkten. Glücklicherweise hat die Presseabteilung von „Lancet“ aufgepasst und für die Pressemitteilung von den Verfassern nachträglich die absoluten Zahlen eingefordert. Ein Bravo den Journalisten von „Lancet“!

Die absoluten Zahlen zeigen folgendes: Von je 100.000 Personen, welche keinerlei Drinks konsumierten, hatten 914 im folgenden Jahr ein Gesundheitsproblem. Bei Personen mit einem Drink pro Tag stieg diese Zahl auf 918. Das heißt, der absolute Risikoanstieg war 4 Personen von 100.000 oder 0,004 Prozent. (Bei zwei Drinks pro Tag war es dann schon mehr, 63 von 100.000 oder 0,063 Prozent.)

Jetzt kann man zweierlei Dinge verstehen. Erstens, ein Drink pro Tag ist wohl ein eher kleines Gesundheitsrisiko, auch weil frühere Studien ein solches nicht immer fanden. Zweitens, die Autoren der „Lancet“-Studie haben ein Grundprinzip transparenter Risikokommunikation nicht beachtet. Und dieser Fall ist im Gesundheitsbereich leider immer noch keine Ausnahme. Mit relativen Risiken kann man eben mehr Angst erzeugen als mit absoluten Risiken

http://www.rwi-essen.de/unstatistik/82/

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