Multiple Sklerose: Die Schafe sollten die Sorgen der Schäfer kennen. (Allgemeines)

agno @, Mittwoch, 07.02.2018, 08:58 (vor 279 Tagen)

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/roche-bringt-ocrevus-gegen-multiple-sklerose-15428346.html
Die multiple Sklerose und die Milliarden, Roche hat ein neues Medikament gegen MS entwickelt, andere Pharmakonzerne wittern ebenfalls große Chancen – der Wettlauf ist in vollem Gange.
"...Die Reaktionen von Patienten und Ärzten seien positiv..."
"... dass mit stabilem Wachstum de facto „Stagnation“ gemeint ist..."
"...hat Roche 2017 eine kaum veränderte Umsatzrendite von knapp 36 Prozent erzielt."

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/dubiose-agenturen-locken-mit-wissenschaftstourismus-15424762.html
Wissenschaftstourismus : Sex am Strand und alles Weitere natürlich inklusive
"...könnte es sein, dass diese Hochschule nicht nur zum ersten Mal das Ergebnis der Studien gleich im Titel vorwegnimmt (zielführend nennt man das heute), sondern dass sich hier auch die endgültige Fusion von Bade- und Studienort ereignet? Die Wissenschaft schreitet voran. Ins Unendliche."

lG agno

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Im übrigen möchte ich darauf hinweisen, dass der Mediamarkt nur Spülmaschinen montieren kann, wenn der Küchenbesitzer das Altgerät selbst ausbaut. -> Frohe Weihnachten!

Multiple Sklerose: Die Schafe sollten die Beigedanken der Schäfer kennen.

jerry @, Mittwoch, 07.02.2018, 09:49 (vor 279 Tagen) @ agno

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/roche-bringt-ocrevus-gegen-multiple-sklerose-15428346.html


Hallo,

Zitat aus dem FAZ-Artikel, der das Thema MS-Therapie aus wirtschaftlicher Sicht bejubelt ob der vielen Milliarden, die hier zu verdienen sind, und der Steigerungsmöglichkeiten (17 neue Medis in den Pipelines...):

Für Pharmakonzerne ist dieses Therapiefeld deshalb sehr attraktiv. Zumal die Betroffenen – darunter doppelt so viele Frauen wie Männer – typischerweise jung, nämlich zwischen 20 und 40 Jahren erkranken.
(Zitatende)
...und bei einem Großteil der heutzutage früh diagnostizierten Patienten in den ersten Jahren nach (frühem resp. sofortigen!) Behandlungsbeginn sowieso keine oder keine wesentlichen Verschlechterungen zu erwarten sind:
Ein (vermeintlicher?!) Behandlungserfolg ist also quasi als selbst erfüllende Prophezeiung vorhersehbar.

Das würde jenes Buch in 6.Auflage, ja, gemeint ist WWs MS-'Einführung', an dieser Stelle anfügen.

Mit Argumenten, schön anschaulich mit Grafiken, aus persönlichen Berufserfahrungen heraus sowie dem Wissen um Medizinliteratur aus Zeiten vor Einführung der Magnetresonanztomographie und Immuntherapien. An die aus begreiflichen Gründen keiner von den heutigen 'Schäfern' mehr erinnert werden mag.

WW mag hier bei den ufoS spekulative Ansichten zur Psychosomatik von MS geäußert haben, die manchem unter uns die Zornesröte ins Gesicht treiben. Er ist ein Suchender und provoziert gern. Aber ich kann mich nicht erinnern, dass er behauptet hätte, diese Spekulationen hätten Wahrheitscharakter oder seien 'wissenschaftlich'.

Wir haben ihn erfogreich davon abhalten können, Ansätze davon ins Buch zu übernehmen. Kerstin hat auf die schöne und geschickte Formulierung der Bezüge zwischen seelischer und körperlicher Gesundheit verwiesen, die stattdessen von ihm dort (kurz) angeführt bzw. verwendet wird.

WWs Fallbeispiele hier im Forum sind gelöscht worden, im Buch sind sie nicht zu finden.

Für uns 'alte MS-Hasen' bringt jene Einführung naturgemäß keine wesentlichen neuen Gesichtspunkte. Niemand ist gezwungen, es zu lesen.

Aber WWs Stimme unter den MS-Ratgeberbüchern für Neuerkrankte finde ich so ungewöhnlich wie unverzichtbar - ähnlich wie diejenige der Trierer Aktionsgruppe / TIMS / TAG.


LG, jerry

Multiple Sklerose: Die Schafe sollten die Beigedanken der Schäfer kennen.

jerry @, Mittwoch, 07.02.2018, 14:35 (vor 279 Tagen) @ jerry

Die in WWs Buch geäußerten Gedanken zu MS-Spontanverläufen ohne Immuntherapien, die ja manchen alten Neurologen noch in Erinnerung sind, möchte ich kurz noch konkretisieren:

Die heutigen diagnostischen Möglichkeiten, bei welcher dem MRT eine ganz erhebliche Bedeutung zukommt, erlauben es

a) die Diagnose 'MS' im Einzelfall deutlich früher zu stellen, also schon zu einem Zeitpunkt, wenn der betreffende Patient noch Jahre vor sich hat mit relativ 'harmlosen' Beschwerden, z.B. geringen sensiblen Ausfällen

- und tragen dazu bei,

b) die absolute Häufigkeit von MS-Diagnosen in die Höhe zu treiben, zumal Patienten mit - auch langfristig - relativ symptomarmen Verläufen (Stichworte MS light, Mickeymouse-MS) in das diagnostische Raster geraten.

Ein Ex-Kommilitone von mir, der lange als Nervenarzt niedergelassen war, bestätigte mir, häufig Patienten überwiesen bekommen zu haben wegen MS-fremder Fragestellungen, und immer wieder seien ihm an jenen 'nebenbefundlich' motorische Störungen, Ataxie, leichte Sprachauffälligkeiten, Blasenschwäche u.v.m. aufgefallen, so dass er in der Summe vorliegender Befunde klinisch die Diagnose MS hätte stellen mögen.

Die PatientInnen hatten ihre Situation z.B. oft abgehakt unter 'Kreislaufschwäche', Rheuma, 'familiäre Belastung der weiblichen Linie der Familie' mit erhöhtem Ruhebedarf, dann ginge 'das mit ihnen' im Alltag schon in Ordnung...

Der FAZ-Satz mit der untergeschobenen Erweiterung würde also korrekt zu lauten haben...

Für Pharmakonzerne ist dieses Therapiefeld deshalb sehr attraktiv. Zumal die Betroffenen – darunter doppelt so viele Frauen wie Männer – typischerweise jung, nämlich zwischen 20 und 40 Jahren erkranken.
(Zitatende)
...und bei einem Großteil der heutzutage früh diagnostizierten MS-Patienten in den ersten Jahren sowieso keine oder keine wesentlichen Verschlechterungen zu erwarten sind:
Ein (vermeintlicher?!) Behandlungserfolg ist bei unmittelbarem Behandlungsbeginn also quasi als selbst erfüllende Prophezeiung vorhersehbar.


jerry

bitte korrekt zitieren

Nalini @, Mittwoch, 07.02.2018, 15:22 (vor 279 Tagen) @ jerry

Kerstin hat auf die schöne und geschickte Formulierung der Bezüge zwischen seelischer und körperlicher Gesundheit verwiesen, die stattdessen von ihm dort (kurz) angeführt bzw. verwendet wird.

Hey hey Jerry, meinst du die Formulierung oben an der Pinnwand, bei der Besprechung der 6. Auflage?
Das war nicht Kerstin, das war ich :-D :-)

(bitte korrekt zitieren) Tschuldigung! @ Nalini

jerry @, Mittwoch, 07.02.2018, 15:52 (vor 279 Tagen) @ Nalini

Sorry, liebe Nalini,

das tut mir leid, Du hast recht. Bei einem fragwürdigen ;-) ähm eventuellen Forentreffen würde ich Dir ausgleichend ein Heiß- oder Kaltgetränk nach Deiner Wahl spendieren und gern mit Dir / Euch anderen anstoßen! :schampus:


LG, jerry

(bitte korrekt zitieren) Tschuldigung! @ Jerry

Nalini @, Mittwoch, 07.02.2018, 16:44 (vor 279 Tagen) @ jerry

... würde ich Dir ausgleichend ein Heiß- oder Kaltgetränk nach Deiner Wahl spendieren und gern mit Dir / Euch anderen anstoßen! :schampus:

Na dann :tick:
Dann wähle ich eines meiner Lieblingsgetränke, einen Cocktail, zum Beispiel einen extra-großen Mai Tai. Dann könnte es passieren, dass ich den faux pas schnell wieder vergesse :star:

Multiple Sklerose: Eversdiät

Edithelfriede @, Nordhessen, Mittwoch, 07.02.2018, 12:56 (vor 279 Tagen) @ agno

Liebe/r agno

Dr Evers wollte keine luxeriösen Einkünfte von Pharmafirmen provozieren als er "seine" Ernährungsform lactovegan mit viel rohem Obst und Gemüse "lehrte"!

https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Evers

Dabei geriet er natürlich in Konflikte mit der Lebensmittelindustrie und der Pharma und leider war der mich behandelnde sehr kluge Neurologe berentet als ich ihn gebraucht hätte.

Stattdessen war ich auf meinen eisenverordnenden HA hereingefallen!
Wie die daraus zuviel Arachidonsäure wirkt kann ich mit meinen MRTs belegen!

Aber leider glaubte ich 2003 mit meinen kognitiven Defiziten bis zur HOPS dem Mediziner!
Ärzte können sozusagen "schuldig werden" an der Krankheit ihrer Patienten denn als MS-Betroffene hätte ichs besser wissen müssen!

lg e

--
Angst die Hoffnung zu verlieren soll nicht mein Leben bestimmen!

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