Wäre die Abwesenheit von MS...... (Allgemeines)

Max, Donnerstag, 12. Oktober 2017, 14:50 (vor 5 Tagen)

eine Garantie dafür, ein besseres Leben haben zu können.

Spontan,aus dem "Bauch heraus" , fällt mir nur ein Vielleicht ein.

Warum: Weil wir ohne nur eine einzige "Sorge" weniger hätten, und der real existierende "Wahnsinn" trotzdem seinen Verlauf in den diversen,Lebenswelt bezogenen Kontexten nehmen würde.
Ich weiß, dass das beim ersten "Blickkontakt" provozierend aussehen könnte, ist aber so nicht beabsichtigt, dazu ist dieses eine allzu ernste Angelegenheit.

Bevor ihr mich "steinigt" gebe ich noch Folgendes in die Diskussion:

- Die MS hat mich zu einem reiferen, bewussteren Menschen gemacht.

- Die MS hat mich gelehrt zu unterscheiden, was gut und was schlecht für mich ist.

- Die MS hat mich zentriert.

- Die MS hat mir meine "Tretmühlen" aufgezeigt.

- Die MS hat mich tragfähigere Beziehungen eimgehen lassen.

- Die MS hat meinen "Horizont" erweitert

Ich könnte diese Aufzählung noch weiter führen, aber ich denke das genügt.

Gibt man diesen "Phrasen" eine reelle Chance, und koppelt sie auf die eigene Lebenswelt zurück, sieht es doch schon wieder etwas besser aus.

Mir ist voll bewußt, dass wir alle gerne auf die MS hätten verzichten können, aber da wir sie nun mal haben, wie's derzeit aussieht, sie auch behalten werden, bin ich immer daran interessiert, Wege zu finden, auf denen man sogar mit der MS, noch etwas anfangen kann.

LG Max

Wäre die Abwesenheit von MS......

W.W. @, Donnerstag, 12. Oktober 2017, 15:36 (vor 5 Tagen) @ Max

Bevor ihr mich "steinigt" gebe ich noch Folgendes in die Diskussion:

- Die MS hat mich zu einem reiferen, bewussteren Menschen gemacht.

- Die MS hat mich gelehrt zu unterscheiden, was gut und was schlecht für mich ist.

- Die MS hat mich zentriert.

- Die MS hat mir meine "Tretmühlen" aufgezeigt.

- Die MS hat mich tragfähigere Beziehungen eimgehen lassen.

- Die MS hat meinen "Horizont" erweitert

Ich könnte das alles so unterschreiben!

W.W.

Beschränkte Horizonte

Karo, Donnerstag, 12. Oktober 2017, 16:10 (vor 5 Tagen) @ Max

- Die MS hat mich zu einem reiferen, bewussteren Menschen gemacht.

- Die MS hat mich gelehrt zu unterscheiden, was gut und was schlecht für mich ist.

- Die MS hat mich zentriert.

- Die MS hat mir meine "Tretmühlen" aufgezeigt.

- Die MS hat mich tragfähigere Beziehungen eimgehen lassen.

- Die MS hat meinen "Horizont" erweitert

All das kann man ohne MS (oder andere Krankheiten) doch auch haben, sogar viel besser, weniger eingeschränkt. Oder ist Horizonterweiterung etc. pp. ohne Krankheit etwa nicht möglich?

Beschränkte Horizonte

W.W. @, Donnerstag, 12. Oktober 2017, 17:00 (vor 5 Tagen) @ Karo

All das kann man ohne MS (oder andere Krankheiten) doch auch haben, sogar viel besser, weniger eingeschränkt. Oder ist Horizonterweiterung etc. pp. ohne Krankheit etwa nicht möglich?

Sie sprechen ein Problem an, über das Hans Castorp mit Settembrini seitenweise im 'Zauberberg' diskutiert hat. Er meinte, Krankheit adle!

W.W.

Beschränkte Horizonte

Max, Donnerstag, 12. Oktober 2017, 17:10 (vor 5 Tagen) @ Karo

Hallo Karo,
ja das kann man natürlich auch alles ohne irgendwelche Krankheiten haben, aber die Realitäten zeigen nur allzu oft ein anderes Bild.
Fest im "schraubstock"der tagtäglichen Routinen, sind die meisten von uns schon umfänglich damit beschäftigt diese abzuarbeiten.
Beruf, Partnerschaft,finanzielle Belastungen, Erziehungsverantwortung etc.etc.
Da bleibt nur noch wenig Zeit, um an sich zu "arbeiten", zumindest tun das dann nur noch wenige.
Die MSS hilft zu fokkusieren und zu qualifizieren, bei mir ist das jedenfalls so.
LG Max

Beschränkte Horizonte

Karo, Donnerstag, 12. Oktober 2017, 17:53 (vor 5 Tagen) @ Max

Fest im "schraubstock"der tagtäglichen Routinen, sind die meisten von uns schon umfänglich damit beschäftigt diese abzuarbeiten.
Beruf, Partnerschaft,finanzielle Belastungen, Erziehungsverantwortung etc.etc.
Da bleibt nur noch wenig Zeit, um an sich zu "arbeiten", zumindest tun das dann nur noch wenige.

Ja, das stimmt ... ist so, leider.

Beschränkte Horizonte

Max, Donnerstag, 12. Oktober 2017, 22:29 (vor 4 Tagen) @ Karo

.....muß es aber nicht zwingend sein. Wir haben Handlungsspielräume, die uns doch einiges ermöglichen können.
Es ist immer auch unangenehm Entscheidungen zu treffen, und womöglich sogar "gewohnte Dinge(Routinen" zu hinterfragen.
Dazu kann ich nur Mut machen, und wenn man noch die richtigen Konsequenzen daraus zieht, hat man einen guten Anfang gemacht.
Alles geht nicht und kann man auch nicht haben!!!...mit MS sowieso nicht!!!
Komischerweise sehnen sich viele Menschen nach einem Leben in omnipotenter Leistungserbringung, sogar dann noch, wenn es schon lange weh tut.
LG Max

Handlungsspielräume

Karo, Freitag, 13. Oktober 2017, 11:31 (vor 4 Tagen) @ Max

.....muß es aber nicht zwingend sein. Wir haben Handlungsspielräume, die uns doch einiges ermöglichen können.

Ja, Menschen (mit oder ohne MS) haben Handlungsspielräume, egal wie eingeschränkt sie sind oder auch nicht. Der Unterschied liegt darin, ob ich Handlungsspielräume finden und nutzen muss, um etwas anderes, was unmöglich geworden ist, zu kompensieren, oder ob ich sie frei wählen kann.

Was mich stört, ist diese klassische Argumentation à la "die Krankheit lässt mich alles bewusster erleben" oder "ich kann jetzt alles viel besser genießen" oder "MS erweitert meinen Horizont". Das geht mir nun ganz anders, Handlungsspielräume hin oder her.

Vor ein paar Tagen war ich bei Nick Cave live, ich hatte einen Stehplatz, was eigentlich anders geplant war.

Schon während der Performance hat Nick Cave regelrecht verstörend auf mich gewirkt, aber statt mich auf diesen Impuls zu konzentrieren und in mich reinzulauschen, was mich da denn so verstört, musste ich mich immer mehr aufs Stehen konzentrieren, beginnende Schmerzen kompensieren, darauf achten, dass ich nicht zu sehr anfange zu schwanken etc.

Ich war dann gezwungen, das Konzert vor Ende zu verlassen, und kenne das Ende nur aus Berichten und Reviews.

Außerdem ist meine Erholungszeit viel länger als sonst, zwei Tage mindestens, in denen ich in diesem Erlebnis (und der Verstörung) gefangen bin, ohne dem aber so recht nachgehen zu können, was aber für meine Arbeit wichtig wäre. Nur musste ich ja viel zu lange stehen, was wiederum zu Spastiken führt, die ich regulieren muss, dazu kommt bleiernde Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, innere Leere etc. pp.

Das wiederum führt dazu, dass ich knapp eine Woche nach dem Ereignis jetzt doch immerhin eine Idee habe, was an diesem grandiosen Kunstwerk so verstörend war - aber jetzt rücken längst wieder andere Sachen in den Vordergrund.

Insofern erlebe ich MS nicht als Horizonterweiterung, sondern im Gegenteil als Einschränkung; neue Handlungsspielräume muss ich mir gewzungenermaßen suchen, um die Einschränkungen zu kompensieren.

Und jetzt, nach diesem Beitrag, bin ich auch schon wieder müde (alles noch Nachwirkungen.)

Handlungsspielräume

Faxe @, Freitag, 13. Oktober 2017, 12:18 (vor 4 Tagen) @ Karo

Das wiederum führt dazu, dass ich knapp eine Woche nach dem Ereignis jetzt doch immerhin eine Idee habe, was an diesem grandiosen Kunstwerk so verstörend war - aber jetzt rücken längst wieder andere Sachen in den Vordergrund.

Darf ich mal fragen was es denn nun Verstörendes war?

--
Es heißt: Wenn du in das Herz eines Menschen schauen willst, werde krank. Wenn du krank oder in Schwierigkeiten bist, werden viele deiner Freunde sich zurückziehen. 山本常朝

Handlungsspielräume

Karo, Freitag, 13. Oktober 2017, 14:51 (vor 4 Tagen) @ Faxe

Darf ich mal fragen was es denn nun Verstörendes war?

Spontan und in einen Satz gepackt, würde ich sagen: "Ich habe ihn gar nicht wiedererkannt." (Ich habe ihn zum ersten Mal live gesehen.)

Ich schreibe mal nebenan bei Jerry weiter ...

Handlungsspielräume

Faxe @, Samstag, 14. Oktober 2017, 18:25 (vor 3 Tagen) @ Karo

Danke für die Erklärung.

--
Es heißt: Wenn du in das Herz eines Menschen schauen willst, werde krank. Wenn du krank oder in Schwierigkeiten bist, werden viele deiner Freunde sich zurückziehen. 山本常朝

Handlungsspielräume

jerry @, Freitag, 13. Oktober 2017, 12:56 (vor 4 Tagen) @ Karo


Ja, Menschen (mit oder ohne MS) haben Handlungsspielräume, egal wie eingeschränkt sie sind oder auch nicht. Der Unterschied liegt darin, ob ich Handlungsspielräume finden und nutzen muss, um etwas anderes, was unmöglich geworden ist, zu kompensieren, oder ob ich sie frei wählen kann.

Hallo Karo,

das hast Du treffsicher beschrieben. Und Du hast recht. Das ist bitter und hat nix an sich, was zu beschönigen wert wäre.


Was mich stört, ist diese klassische Argumentation à la "die Krankheit lässt mich alles bewusster erleben" oder "ich kann jetzt alles viel besser genießen" oder "MS erweitert meinen Horizont". Das geht mir nun ganz anders, Handlungsspielräume hin oder her.

Ich gestehe, dass ich mitunter dennoch von mir den Eindruck habe, ich sei in den Jahren vor meiner Diagnosestellung bzw vor einschneidenden körperlichen Defiziten halbblind, 'halb-unbewusst' durchs Leben gelaufen, und dies habe sich, in zumindest zeitlichem Zusammenhang mit dem Auftreten der Madame S., positiv geändert.

Natürlich bin ich älter geworden... und wenn Älterwerden mehr Sentiment, mehr bewusstes und emotional beteiligtes Leben mit sich bringt, wäre - so betrachtet - meine MS wohl wahrlich nicht nötig gewesen, um meine Erlebnisfähigkeit reifen zu lassen. Eine gegenteilige Aussage wäre nicht redlich und dürfte Dich nicht nur stören, sondern ich müsste es hinnehmen, dass Du mir den berühmten 'Vogel zeigst'.


Vor ein paar Tagen war ich bei Nick Cave live, ich hatte einen Stehplatz, was eigentlich anders geplant war.

Liebe(r) Karo, das scheint mir sehr wesentlich bezüglich Deiner zwiespältigen Erfahrungen mit jenem Liveevent! Da hab ich es als Rollifahrer leichter, denn in konkret diese Situation würde ich nicht mehr geraten...

Ich würde die Einführung des Rolli in mein Leben einerseits als große Niederlage und 'aufgezwungenen' Kompromiss sehen. Aber zugleich bedeutete dies eine Anpassung an Umstände, mit denen ich zu leben hatte / habe, wenn ich denn leben und genießen will.

(Und dass ich, auf meine Weise, Spaß hab an (Fort)Bewegung, körperlicher Fitness, lustvollem Erleben von Geschwindigkeit... hast Du mir ja an anderer Stelle schon attestiert)...

:-) ;-) :-P Da war'nse jetzt doch...

Mein Beitrag war halt, was mir zu dem Deinen spontan einfiel - und ich will in keinster Weise Deine Gedanken abschwächen oder Gegenrede führen. Hab ganz ähnliche eigene Erfahrungen gemacht!! Und natürlich will ich nicht den Rolli glorifizieren, der mir, nun ja, aufgezwungen wurde, zu dem es keinen wirklichen Handlungsspielraum mehr gab!


Und jetzt, nach diesem Beitrag, bin ich auch schon wieder müde (alles noch Nachwirkungen.)

Geht mir ebenso. Verpasse wegen meines Beitrages (und a bisserl aus Gründen des Herrn Uhthoff) wunderbare Sonne auf agnos Terrasse und werde Zwangspause einlegen müssen und die Beine hoch...

Wenn Du in den kommenden Tage doch noch formulieren könntest, was Dich genau an Nick Cave verstörte, mich würde das sehr interessieren! Hab vor Tagen den selbstinszenierten Film zum Tagesablauf des Fünfzigjährigen angeschaut, hatte mich nicht rechtzeitig um Tickets gekümmert, und von den wenigen Auftrittsorten lag keiner in gut erreichbarer Nähe!


LG, jerry

Nick Cave

Karo, Freitag, 13. Oktober 2017, 15:50 (vor 4 Tagen) @ jerry

Wenn Du in den kommenden Tage doch noch formulieren könntest, was Dich genau an Nick Cave verstörte, mich würde das sehr interessieren! Hab vor Tagen den selbstinszenierten Film zum Tagesablauf des Fünfzigjährigen angeschaut, hatte mich nicht rechtzeitig um Tickets gekümmert, und von den wenigen Auftrittsorten lag keiner in gut erreichbarer Nähe!

Genau weiß ich das nicht, ich kann nur provisorisch antworten.

Den Film 20.000 Days on Earth hatte ich mir vorher angeschaut, ich fand ihn einerseits faszinierend, was bestimmte Bilder betrifft, besonders ganz zu Anfang, als er wie jeden Tag in seinem Apartment sitzt und schreibt.

Andererseits fand ich den Film auch etwas zu überladen, da wird jedes Bild mit Bedeutung aufgeladen, das fand ich besonders gegen Ende ein bisschen ermüdend.

Ich interessiere mich sehr für solche multiplen Künstlerpersönlichkeiten, die schreiben, malen, zeichnen, fotografieren, Musik komponieren und performen etc. Nick Cave gehört ja dazu, wie zB auch Patti Smith.

Letztere hatte ich vor einigen Wochen live gesehen. Das war super, irgendwie wusste ich die ganze Zeit, wer da auf der Bühne steht, denn trotz der unterschiedlichen Medien, mit denen sie arbeitet, gibt es in meiner Wahrnehmung nur diese eine Patti Smith, die ich schon sooo lange kenne. Der Bühnenauftritt hat also das Bild, das ich von ihr hatte, nicht gestört.

Nick Cave habe ich ganz anders wahrgenommen, als er da seine Messe zelebriert hat. Er verkörpert wirklich seine multiplen Persönlichkeiten auf der Bühne und auch die Figuren, die er in seinen Texten und Songs entwirft wie Helden eines Fortsetzungsromans, oft ironisch gebrochen.

In den Pausen zwischen den einzelnen Songs hat er sich dann auf höchst ironische Kurzdialoge mit dem Publikum eingelassen, das seinerseits sehr vertraut und ironisch mit ihm umging, alles sehr spontan, sehr frei und lässig, aber ich kam da gar nicht so richtig rein (in mentaler Hinsicht), auch weil das Stehen so anstrengend war ...

Dann wieder kam mir das alles vor wie eine gigantische Hochstapelei, wobei der Hochstapler ja auch wieder nur eine der Masken ist, die er sich aufsetzt bzw. eine Persona, die er ganz bewusst verkörpert ...

Nicht zu vergessen die enorme Bedeutung, die der Bühnenrand für ihn hat (das spricht er auch im Film an), er balanciert sehr häufig direkt auf dem Rand, tritt mal nach vorn, tigert wieder zurück in den hinteren Bühnenraum, dann läuft er wieder nach vorn, sucht den Körperkontakt zum (weiblichen) Publikum in der ersten Reihe ("Can you feel my heart boom boom boom")

Alles befand sich im sehr schnellen Wechsel, ich stand ziemlich weit vorn im Gedränge, hatte eigentlich eine sehr gute Sichtachse (bis so ein blöder Typ sich reingequetscht hat), konnte Nick Cave aber trotzdem kaum folgen, weil er mir ständig jemand anders zu sein schien, alles ironisch gebrochen, wie ein Vexierspiel ... einerseits grandios, andererseits auch verstörend.

Gestern war ich unterwegs und habe mir Nick Cave: Merci on Me gekauft, diese Graphic Novel, die Reinhard Kleist gezeichnet hat (obwohl ich Graphic Novel eigentlich nicht schön finde). Dazu gibt es ein Art Book, ebenfalls von Reinhard Kleist, das ist eine Art Making of zu Merci on Me.

Die Zeichnungen in diesem Art Book und die Graphic Novel eröffnen mir gerade einen neuen Zugang zum Werk von Nick Cave, weil sie seine Geschichte assoziativ und asymmetrisch erzählen (nicht linear chronologisch), in "Rückblenden, Traumvisionen und gezeichneten Nacherzählungen einzelner Songs", wie es im Art Book heißt (S. 6).

Das hilft mir zu verstehen, wer das da auf der Bühne war, wie diese multiple Künstlerpersönlichkeit arbeitet und sich inszeniert.

Die Buchtitel:

https://www.carlsen.de/hardcover/nick-cave/64164

https://www.carlsen.de/suche?k=kleist+cave+art+book#

Hier noch ein Link zu From Her to Eternity, 2013 (die ersten Sekunden sucht er einen Einstieg in seine Rolle, dann ab ca. 3:35 die Bedeutung des Bühnenrands als Schwelle ... zum Bühnenrand gibt es viele Video-Beispiele)

https://www.youtube.com/watch?v=yI_vNUvTD78

Nick Cave

W.W. @, Freitag, 13. Oktober 2017, 16:46 (vor 4 Tagen) @ Karo

Eine beeindruckende Beschreibung!:-)

W,W.

Nick Cave

Karo, Freitag, 13. Oktober 2017, 17:16 (vor 4 Tagen) @ W.W.

Eine beeindruckende Beschreibung!:-)

Danke! Ich habe versucht, mit vielen Worten etwas einzukreisen, bin aber trotzdem noch unzufrieden, es scheint etwas zu fehlen. Aber das macht nichts, irgendwas ist ja immer.

P.S.: Auf jeden Fall fehlt, wie die MS sich ständig eingemischt hat, das lange Stehen mit den Störungen, die das so mit sich bringt.

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Nick Cave

naseweis ⌂ @, im meinem Paradies, Freitag, 13. Oktober 2017, 17:34 (vor 4 Tagen) @ Karo


P.S.: Auf jeden Fall fehlt, wie die MS sich ständig eingemischt hat, das lange Stehen mit den Störungen, die das so mit sich bringt.

Das ist sehr wohl wichtig!

In München läuft grad
Vokal Total 2017 - Deutschlands größtes A-Cappella-Festival 

da schaun wir bei der Auswahl der Gigs, ob das Sitz- oder Stehkonzerte sind.
(wenn die ganze Halle steht, kann ich mich auch nicht einfach so mitten rein auf den Boden setzen.

http://www.spectaculum-mundi.de/programm/vokal-total/

--
Disclaimer:
Ich sprech nur für mich, lass meine Gedanken raus, gebe keine Empfehlungen.
Jede(r) hat ihren/seinen eigenen Kopf, idealerweise zum DENKEN

Nick Cave

jerry @, Freitag, 13. Oktober 2017, 17:40 (vor 4 Tagen) @ Karo

Danke für Deine ausführliche Antwort zu Nick Cave!

Bin ja gerad auf Reisen und 'zu Besuch', und werde mich ausführlicher auseinandersetzen, wenn wieder dahoam...

Übrigens empfinde (auch?) ich Patti Smith (die ich allerdings nie persönlich sah, sondern nur aus Tubenvideos etc 'kenne') als besser zugänglich und weniger künstlich als Nick Cave.


LG, jerry

Nick Cave

Karo, Freitag, 13. Oktober 2017, 17:57 (vor 4 Tagen) @ jerry

Übrigens empfinde (auch?) ich Patti Smith (die ich allerdings nie persönlich sah, sondern nur aus Tubenvideos etc 'kenne') als besser zugänglich und weniger künstlich als Nick Cave.

Eigentlich sind Patti Smith und Nick Cave überhaupt nicht vergleichbar, mir drängte sich das nur auf, weil ich beide im Abstand weniger Wochen live erlebt habe. Das ist im Prinzip schon die einzige Gemeinsamkeit ... beide machen Krach ... aber völlig verschiedene Welten.

:-)

Nick Cave

jerry @, Freitag, 13. Oktober 2017, 18:00 (vor 4 Tagen) @ Karo

;-)

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Nick Cave

GG @, Freitag, 13. Oktober 2017, 18:08 (vor 4 Tagen) @ jerry

muss man den kennen ?

G :note:

--
Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst,sondern die Erkenntnis, dass es etwas gibt,das wichtiger als die Angst ist

Nick Cave/Blixa Bargeld u.a.

Amy @, Freitag, 13. Oktober 2017, 18:38 (vor 4 Tagen) @ GG

Auf Nick Cave bin ich vor ca. 30 über Blixa Bargeld den Kopf der deutschen Avantgarde-Band Enstürzende Neubauten gestossen, beide haben damals sehr viel zusammen gearbeitet. Beide sind für mich vielschichtige Vollblut-Künstler, die schon lange auch mit teiweise ganz unterschiedlichen KünstlerInnen Projekte gemacht haben.

Dürfen m.E. beide in keiner guten Sammlung fehlen....


Hier ein Lied/video von Blixa zusammen mit Meret Becker (dt. Schauschpielerin)

Stella Maris

https://www.youtube.com/watch?v=dYmRnl_J9GI


Hier wird die Flexibilität von Blixa sehr deutlich!


Diese Zusammenarbeit von Nick Cave mit Kylie Minogue hat ihn weltweit bekannt gemacht....


Auch hier Text und Video mit ganz besonderer Aussage :


https://www.youtube.com/watch?v=lDpnjE1LUvE

unvergessen: Nick & Blixa zusammen:

https://www.youtube.com/watch?v=TqhOVY58zIo

Nick Cave/Blixa Bargeld u.a.

Mimmi, Freitag, 13. Oktober 2017, 22:01 (vor 3 Tagen) @ Amy

Nick Cave/Blixa Bargeld u.a.

Amy @, Freitag, 13. Oktober 2017, 22:27 (vor 3 Tagen) @ Mimmi

Haus der Lüge

Auch sehr schön

Oder

https://youtu.be/bcKz1GTZBJg


Mimmi,


fein!


:recycle:


u.U. wäre es interessant, wenn wir uns beizeiten etwas näherkennenlernen würden.

Besonders dann, wenn dein Nick nicht nur weiblich klingt, sondern du auch in echt XX-Chromosomen-Trägerin bist....

Handlungsspielräume

Max, Freitag, 13. Oktober 2017, 14:17 (vor 4 Tagen) @ Karo

Es ist überhaupt keine Frage, dass eine MS Erkrankung, je nach Verlauf und Ausformung, eine üble Sache ist, und Jede(r)wäre ohne wenn und aber sehr glücklich darüber, sie nicht zu haben.
Zu meinen postulierten Phrasen, die du angeführt hast, kann ich nur sagen, dass ich das verstehen kann, wenn dich diese "Plattitüden" verärgern und stören, würde mir vielleicht ähnlich gehen.
Natürlich erweitert eine MS Erkrankung per se keine "Horizonte, und sie läßt jemanden auch nicht bewußter sein....wie geschrieben, nur Plattitüden.
M.E.bringt allerdings die bewußte, selbstbestimmte Auseinandersetzung mit der Erkrankung mit der Erkrankung schon einige persölichkeitsprägende "Benefits", die wiederum eine gute Basis, für weitere positive Entwicklungen sein könnten.
Ich möchte das aber nicht weiter verteiefen, da ich merke, dass ich das, was ich eigentlich "rüberbringen" wollte, so nicht funktioniert.

LG Max

Handlungsspielräume

jerry @, Freitag, 13. Oktober 2017, 17:56 (vor 4 Tagen) @ Max

M.E.bringt allerdings die bewußte, selbstbestimmte Auseinandersetzung mit der Erkrankung mit der Erkrankung schon einige persölichkeitsprägende "Benefits", die wiederum eine gute Basis, für weitere positive Entwicklungen sein könnten.

Das kann ich gut unterschreiben. Oben hattest Du geschrieben...

Komischerweise sehnen sich viele Menschen nach einem Leben in omnipotenter Leistungserbringung, sogar dann noch, wenn es schon lange weh tut.

Ich würde ergänzen: auch nach dem Leben in unbeeinträchtigter Aufnahme von Genuss im weitesten Sinne (also auch von Musik - Performance -Events: siehe Karo und den entgleisten Cave-Live-Act).

Findest Du das wirklich komisch oder ungewöhnlich? Sprechen wir nicht doch ganz banal von der Sehnsucht nach einem rundherum unverbogen prallen Leben im Geben und Nehmen, aktiv wie passiv?

Was ja aus verschiedensten Gründen auch Gesunden nicht etwa regelhaft zuteil wird... :-(


jerry

Handlungsspielräume & das Leben.

agno @, Samstag, 14. Oktober 2017, 06:39 (vor 3 Tagen) @ Karo

Hi Karo
Ich war versucht auf deinen Beitrag mit einem belehrenden:
"Was Du beklagst, davon träumen andere", zu antworten.
Oder damit dass es das Leben an sich ausmacht, dass die Handlungsspielräume begrenzt sind.
Bereichert die MS? Oder hinterlässt sie nur verbrannte Erde?
Imho ist die MS nur ein Kontrastverschärfer. Ich bin ich & ich bleibe ich, mit allen meinen Stärken und Unzulänglichkeiten, verwoben in den ungeschriebenen Spielregeln des Lebens.
Bezogen auf des Universums ist mein Dasein weniger als ein Windhauch. Weniger als ein Staubkorn.
Und dann lächelt mich in der Schlange an der Aldikasse die Person vor mir an und sagt, gehen Sie vor. Am Parkautomat im Parkhaus drückt mir jemand mit einem freundlichen lächeln die fehlenden 50 Cent in die Hand und meint: "Passt schon".
Mich aufgehoben fühlend dort wo ich daheim bin. In den beschränkten Handlungsspielräumen, die kleiner sind als die meines sozialen Umfeldes. Besucht mich ein Freund dessen beschränkte Handlungsspielräume alles was ich beklagen könnte als Satire demaskieren würden. Trotzdem hat er mehr als sich die meisten Menschen zu wünschen wagen.
lG agno

--
"Das was man von anderen lernt, muss im Einklang mit dem stehen, was man bereits in sich trägt"
König Ecbert in Vikings

Handlungsspielräume & das Leben.

Max, Samstag, 14. Oktober 2017, 09:47 (vor 3 Tagen) @ agno

Lieber Agno,
du findest halt immer die richtigen Worte: Kontrastverschärfer gefällt mir sehr gut, deine anderen Ausführungen auch.shades

Kontraste

Karo, Samstag, 14. Oktober 2017, 11:30 (vor 3 Tagen) @ agno

Imho ist die MS nur ein Kontrastverschärfer. Ich bin ich & ich bleibe ich, mit allen meinen Stärken und Unzulänglichkeiten, verwoben in den ungeschriebenen Spielregeln des Lebens.

Ja, sehr gutes Wort. Ich glaube, dass das Live-Event als Kontrastverschärfer gewirkt hat, weil es mir MS-bedingte Grenzen aufgezeigt hat, deutlicher als sonst.

Als es gestern um die Frage Sitzplatz oder Stehplatz ging, hatte Jerry den Rolli erwähnt, und ich hatte spontan gedacht, dass es Patti Smith problemlos möglich gewesen wäre, sich irgendwo mit dem Rolli hinzustellen.

Ob man bei ihr vorne an der Bühne steht oder im Rolli irgendwo hinten sitzt, ist relativ egal, weil sie physisch längst nicht so präsent ist wie Nick Cave.

Bei ihm hatte ich ganz stark den Eindruck, dass es ein Riesenunterschied ist, ob man vorne steht oder hinten sitzt, weil er sehr physisch (und mit vollem Körpereinsatz) performt, nicht nur stimmlich (unterstützt durch die Band, die sich stoisch im Hintergrund hält).

Und deshalb bin ich wohl sehr viel deutlicher auf meine eigene beschädigte Physis aufmerksam geworden - Kontrastverschärfung.

Nach allem, was ich hier jetzt dazu geschrieben habe, klingt es vielleicht paradox, aber für mich war der Abend mit Nick Cave auch eine Befreiung, in vieler Hinsicht.

Und dann lächelt mich in der Schlange an der Aldikasse die Person vor mir an und sagt, gehen Sie vor. Am Parkautomat im Parkhaus drückt mir jemand mit einem freundlichen lächeln die fehlenden 50 Cent in die Hand und meint: "Passt schon".

Solche Momente sind kostbar. Ich habe im gerade vergangenen Sommer viel auf den neuen Sitzbänken in der neu gestalteten Fußgängerzone gesessen, mir die Welt angeguckt und mich mit den Leuten unterhalten, die ebenfalls dort saßen.

Man kommt einfach so ins Gespräch, das ist sehr leicht, und es ist ganz erstaunlich, welche Gespräche sich dann ergeben ... manche Leute sind innerlich aufgewühlt und aufgebracht, regelrecht zornig über den Zustand der Welt und sich selbst, andere wiederum tragen eine unglaubliche Ruhe in sich und strahlen einen tiefen Frieden aus (vor allem mit sich selbst, dann ist die Welt auch gleich viel weniger schlimm).

Ich hoffe, dass ich möglichst viel davon mitnehmen kann, bis ich im nächsten Frühjahr wieder dort sitze.

:-)

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Beschränkte Horizonte

motorschiffbesitzer @, Donnerstag, 12. Oktober 2017, 18:02 (vor 5 Tagen) @ Karo

- Die MS hat mich zu einem reiferen, bewussteren Menschen gemacht.

- Die MS hat mich gelehrt zu unterscheiden, was gut und was schlecht für mich ist.

- Die MS hat mich zentriert.

- Die MS hat mir meine "Tretmühlen" aufgezeigt.

- Die MS hat mich tragfähigere Beziehungen eimgehen lassen.

- Die MS hat meinen "Horizont" erweitert


All das kann man ohne MS (oder andere Krankheiten) doch auch haben, sogar viel besser, weniger eingeschränkt. Oder ist Horizonterweiterung etc. pp. ohne Krankheit etwa nicht möglich?

Ich denke, dass eine konsequente, glaubwürdige (sich selbst gegenüber) Wesensveränderung eines starken Auslösers bedarf. MS wäre so ein Auslöser. Wenngleich ich manchhmal zweifel, ob das so pauschal ausreichend ist.

Die Einsicht, dass diese Veränderung nötig ist, ist ohne ernsthafte Erkrankung nicht so zwingend.

--
In der Tat ... Schranken gibt es nur im Kopf!

Sehstörung

Edithelfriede @, Nordhessen, Donnerstag, 12. Oktober 2017, 19:25 (vor 5 Tagen) @ motorschiffbesitzer

Lieber msb,
Heute hatte ich erst Lebensmittel eingekauft und wollte dann noch Cannabidiolöl in der Apotheke kaufen und verwechselte diese mit einer Bank. Den Weg zur Physiopraxis fand ich zunächst auch erst nicht, aber die Therapeutin meinte das es mir besser ginge rofl !
Als mir dann noch im Wartezimmer eine 91zigjährige von den Verbrechem der bösen "Polen" vor und im WK2 erzählte glaube ich das ich einen Alptraum hätte und schwieg besser.
Meine MS ist vergleichbar harmlos doch wenn ich könnte würde ich noch mehr solche Geschichten schreiben.

Humor ist darüber lachen zu können das arm dran besser als Arm ab ist!

lg e

--
Angst die Hoffnung zu verlieren soll nicht mein Leben bestimmen!

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Sehstörung

motorschiffbesitzer @, Donnerstag, 12. Oktober 2017, 19:52 (vor 5 Tagen) @ Edithelfriede

Hallo Edithelfriede,

was lernt man daraus. Nur auf Farben kann man auch nicht setzen. Warst du in einer Sparkasse?;-)

Bei der Egotherapie diese Woche habe ich völlig versagt (meine Bewertung) Formen (Dreicke und Kreise) mit rauher Oberfläche und deren Position auf einer glatten Karte zu ertasten.

Naja, kommt mal vor und irgendwann ist immer das erste Mal.

Ansonsten zum Abend hier!

--
In der Tat ... Schranken gibt es nur im Kopf!

Beschränkte Horizonte

Karo, Freitag, 13. Oktober 2017, 11:12 (vor 4 Tagen) @ motorschiffbesitzer

Ich denke, dass eine konsequente, glaubwürdige (sich selbst gegenüber) Wesensveränderung eines starken Auslösers bedarf. MS wäre so ein Auslöser. Wenngleich ich manchhmal zweifel, ob das so pauschal ausreichend ist.

Die Einsicht, dass diese Veränderung nötig ist, ist ohne ernsthafte Erkrankung nicht so zwingend.

Veränderung ist ohne ernsthafte Erkrankung vielleicht auch gar nicht notwendig oder sie könnte sich ganz anders vollziehen als mit MS.

Aber ich verstehe nicht ganz, was du mit Wesensveränderung meinst. Ein sanftmütiges Lamm verwandelt sich durch ein katastrophisches Ereignis wie MS doch nicht in einen reißenden Wolf (oder umgekehrt)? Es ist dann vielleicht anders sanftmütig, aber bleibt aber Lamm, denke ich.

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Beschränkte Horizonte

motorschiffbesitzer @, Freitag, 13. Oktober 2017, 14:16 (vor 4 Tagen) @ Karo

Ich gerate vielleicht auf ein quasi-philosopische Schiene.

"Quasi", weil ich mir dabei die Fragen stelle, ob ich die Gesellschaftentwicklung für gut halte, ob ich Vorbilder für das m.E. richtige Verhalten habe und Impulse suche, die mich lehren das Verhalten der Vorbilder nicht nur für gut zu befinden, sondern dem auch nachzueifern und vielleicht weiter zu entwickeln versuche. Und die ersten Fragen durch die Realität beantwortet werden, imho.

Veränderung ist ohne ernsthafte Erkrankung vielleicht auch gar nicht notwendig oder sie könnte sich ganz anders vollziehen als mit MS.

Oft hört man, dass durch die Erkrankung erkannt wird, was wirklich wichtig ist. Ich verstehe sie aber als Chance noch einen Schritt weiterzugehen. Nämlich eine menschliche Entwicklung in eine Richtung, die man gerne hätte aber das Umfeld und Zwänge diese Entwicklung gebremst haben.

Da muss also erst eine MS kommen, um die Interaktion in ihrer Wichtigkeit mit dem Umfeld und den Zwängen unwichtiger erscheinen zu lassen.

Aber ich verstehe nicht ganz, was du mit Wesensveränderung meinst. Ein sanftmütiges Lamm verwandelt sich durch ein katastrophisches Ereignis wie MS doch nicht in einen reißenden Wolf (oder umgekehrt)? Es ist dann vielleicht anders sanftmütig, aber bleibt aber Lamm, denke ich.

Doch ja, das meine ich im Prinzip.

Beispiel: Benutzte man vorher einen Sprachstil, der beim Gegenüber - ggf. unbewusst - Druck erzeugt hat, so kann man sich gemäß des kathegorischen Imperativs - vielleicht wider seines gewohnten Umfeldes "verbessern".

Zugegeben, das

Wenngleich ich manchhmal zweifel, ob das so pauschal ausreichend ist.

soll darauf hindeuten, dass ich keine Allgemeingültigkeit in der Chance "Reframing einfacher durchgeführt durch MS" sehe.

PS: Klingt wahrscheinlich alles etwas "verwurstelt". Mein Brain ist aber gerade durch.
Wochenende - jippie.

--
In der Tat ... Schranken gibt es nur im Kopf!

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Beschränkte Horizonte - Erleuterung/Ergänzung!

motorschiffbesitzer @, Freitag, 13. Oktober 2017, 18:06 (vor 4 Tagen) @ motorschiffbesitzer

Aber ich verstehe nicht ganz, was du mit Wesensveränderung meinst. Ein sanftmütiges Lamm verwandelt sich durch ein katastrophisches Ereignis wie MS doch nicht in einen reißenden Wolf (oder umgekehrt)? Es ist dann vielleicht anders sanftmütig, aber bleibt aber Lamm, denke ich.


Doch ja, das meine ich im Prinzip.

Ich meine natürlich eine positive Entwicklung. Und/aber es gilt agno's Signatur,

"Das was man von anderen lernt, muss im Einklang mit dem stehen, was man bereits in sich trägt"

--
In der Tat ... Schranken gibt es nur im Kopf!

Beschränkte Horizonte - Erleuterung/Ergänzung!

Karo, Freitag, 13. Oktober 2017, 18:31 (vor 4 Tagen) @ motorschiffbesitzer

Ich meine natürlich eine positive Entwicklung.

Ja, das habe ich auch so verstanden.

:-)

Wäre die Abwesenheit von MS......

Mimmi, Freitag, 13. Oktober 2017, 18:26 (vor 4 Tagen) @ Max

- Die MS hat mich zu einem reiferen, bewussteren Menschen gemacht

• Stimmt, ich bin von jetzt auf gleich über Jahre gealtert. Mein Geist ist jung und mein Fleisch ist alt und schwach. Und demzufolge freue ich mich jetzt auch über jede Kleinigkeit die klappt. Altersangemessen ist das nicht.


- Die MS hat mich gelehrt zu unterscheiden, was gut und was schlecht für mich ist.

• Oh ja, die MS weist mich ganz deutlich darauf hin. Ohne MS wären aber ganz andere Dinge gut oder schlecht für mich.

- Die MS hat mich zentriert.

• Mich hat sie entzweit.
Zentriert vielleicht auf die Weise, dass sich jetzt vieles darum dreht, um Restfähigkeiten zu erhalten. Ich bin also mehr bei mir.

- Die MS hat mir meine "Tretmühlen" aufgezeigt.

• Durch die MS bin ich in eine Tretmühle geraten. Genau genommen steckt man immer in einer Tretmühle - die war früher nur wesentlich Abwechslungsreicher.


- Die MS hat mich tragfähigere Beziehungen eimgehen lassen.

• Die MS hat Beziehungen teilweise zerstört, einfach weil ich in vielen Bereichen nicht mehr mithalten kann. Durch die MS sind auch neue Beziehungen entstanden; keine Ahnung ob sie deswegen gleich von mehr Bestand sind.


Für mich ist die MS definitiv kein Zugewinn! Früher habe ich mich wohl gefühlt in meiner Haut. Heute habe ich das Vertrauen in meinen Körper verloren.
Über den Charakter lässt sich bekanntlich streiten. Früher war ich ein energetisches HB-Männchen; quasi ein kleiner Louis de Funès. Heute bin ich ein Lämmchen. Vor geraumer Zeit sind noch einmal die Pferde mit mir durchgegangen - danach war ich zwei Tage erschöpft. Ich vermeide es also tunlichst mich aufzuregen.

Ich halte Sätze wie: "Dafür bin ich der MS dankbar" usw....für reinen Selbstbetrug.
Gesundheit ist und bleibt das höchste Gut!

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Wäre die Abwesenheit von MS......

motorschiffbesitzer @, Freitag, 13. Oktober 2017, 18:51 (vor 4 Tagen) @ Mimmi

Ich greife mal einen Satz heraus, den ich für sehr diametral halte und deswegen auch ohne Kontext eigentlich nur falsch verstanden werden kann. Im Übrigen stimme ich deiner Sichtweise zu.

Ich hatte mich unlängst mit dem ehemaligen User Philipp "über" "a'la folgendes" ausgetauscht und hatte durchaus den Eindruck, dass wir auf einer Wellenlänge liegen.

..."Dafür bin ich der MS dankbar"...

Etwas verschwommen hatte ich vor Augen (der Kontext war umfassender), dass bei mir nach Mitox aus medizinischer Sicht kein Hochrisikoversuch folgen sollte.

Ein verantwortungsbewußte Arzt wird das auch so sehen.

Damit geht ein Odyseekapitel endlich zu Ende.

In der Dankbarkeit steckt der Zusammenhang, dass man sich über die Schulmeinung, der Schulmeinung (die man vielleicht eh kritisch gesehen hat) entledigt hat und nichts Schlimmes eingetreten ist.

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In der Tat ... Schranken gibt es nur im Kopf!

Cave: opium tea

Amy @, Freitag, 13. Oktober 2017, 21:18 (vor 3 Tagen) @ Max

Da Nick Cave hier gerade aktuell Thema ist,

hier für dich Max - als ehemaligen Drogenberater (soweit ich mich richtig erinnere) ein spezielles Lied von ihm, dem Meister des "seelischen" Schmerzes:

https://www.youtube.com/watch?v=qB2BLMeYrAk


;-)

Für meine persönliche Entwicklung hätte mir die Reife des Alterns und meine vielfältige Lebenserfahrung wohl gereicht, auf die MS hätte ich gerne verzichtet!

Möglicherweise hat sie einige Entwicklungsprozesse beschleunigt, aber das war's dann auch schon mit den möglichen "positiven" psychischen Nebenwirkungen, wenn sie überhaupt auf diese Erkrankung zurückzuführen sind.


P.S. während meines Studiums, lang ist es her , habe ich ein mehrmonatiges Praktikum in der Drogenberatung gemacht... Der m.E. kompetenteste Mitarbeiter dort war der Streetworker, er war ein Ex-Junkie...

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