Geschichten aus dem Alltag (Straßencafé)

agno @, Montag, 02. Oktober 2017, 15:35 (vor 71 Tagen)

In einer großen Firma gibt es sogar eine rollstuhlgerechte Toilette.
Leider ist diese abgeschlossen und mit allerlei "Zeugs" zugestellt.
Der Schlüssel ist bei einer kompetenten Person in Verwahrung.

Frage: Warum ist da abgeschlossen?
Antwort: Weil sonst zu viele Leute aus anderen Abteilungen diese Toilette benutzen.
Behauptung: Die Türe ist defekt, man kann nicht von innen abschließen.
Erwiederung: Behinderte brauchen das nicht.

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"Das was man von anderen lernt, muss im Einklang mit dem stehen, was man bereits in sich trägt"
König Ecbert in Vikings

Geschichten aus dem Alltag

jerry @, Montag, 02. Oktober 2017, 16:32 (vor 71 Tagen) @ agno

Neulich, an einem heißen Tag im überfüllten ICE nach Bayern:

Der Zug bestand aus einem vorderen (von Bremen nach München) und einem hinteren Zugteil (von Hamburg nach München), die ab Hannover zusammengekoppelt waren.

Zunächst wurden die Rollifahrer aus dem entsprechenden Wagen im hinteren Teil mit in den vorderen 'gestapelt', weil hinten im Wagen die Klimaanlage ausgefallen war.

Kurz vor Nürnberg hatten wir eineinhalb Stunden Verspätung und bekamen die Ansage, der vordere Zugteil ende heute schon hier, und dessen Fahrgäste sollten in den hinteren umsteigen.

Chaos auf dem Nürnberger Bahnsteig, alles drängte nach hinten... Schon 'unterwegs' die Info, für die Behinderten müsse eine andere Lösung gefunden werden wg der defekten Klimaanlage in Wagen 24.

Vor jenem Wagen Gerangel, ob wir zu verladen seien oder nicht. Eine Bahnbedienstete stellte sich quer in dessen Tür und ließ verlauten: 'Befehl von ganz oben', hier dürfe aus Sicherheitsgründen niemand rein, man bekomme da 'keine Luft'.

Nachschieben von hinten, Hubwagen wurde in Stellung gebracht, die DB-Dame beiseite geschoben, 'der Chef' (?!) habe gesagt, wenn nur die Behinderten in diesen Wagen geladen würden, dann sei das in Ordnung... :-(


jerry

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Geschichten aus dem Alltag

UWE @, Montag, 02. Oktober 2017, 17:32 (vor 71 Tagen) @ agno

Die gleiche Erfahrung habe ich in der Reha gemacht.

Als ungeübter Rollifahrer unterwegs zu den Anwendungen war das immer ein Problem.
Habe die Tür nicht auf und zubekommen. Das Klo war mit Staubsaugern, Putzeimern etc.. zugestellt.
- hat niemanden wirklich interessiert...

Zum Glück konnte ich aufstehen und mich aufs Klo ziehen.
- Wer das nicht kann hat halt in die Hose gemacht...

LG
Uwe

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Geschichten aus dem Alltag

Bluna, Dienstag, 03. Oktober 2017, 11:38 (vor 71 Tagen) @ agno

Solche Einrichtungen und Umstände erschaffen also Behinderte im wahrsten Sinne des Wortes.

Ich hab auch eine Geschichte:

Neulich am Busbahnhof. Auf meiner Linie werden immer noch sehr häufig Reisebusse mit engen Treppen und ohne hintere Rolli-/Kinderwagen-Ecke eingesetzt statt Niederflurbusse. Die Linie wird auch von einem sehr korpulenten Rollatorschieber genutzt. An jenem Tag ging die hintere Tür nicht auf. Rollatormann wartet, kommt schließlich zur vorderen Tür um zu fragen, was los ist. Busfahrer bewegt sich nicht von seinem Platz, um die Hintertür von Hand aufzumachen. Von vorne passt der Rollator nicht durch. Busfahrer will den Mann nicht mitnehmen. Er solle auf den nächsten Bus warten. Mann: "Der fährt erst in anderthalb Stunden." Irgendwann wurde der Mann mit seinem Rollator vorne in den Einstieg gequetscht und musste da die 12 km Fahrt stehen. Ich muss dazusagen, der Busfahrer ist speziell und mein Mitgefühl für den Rollatorschieber etwas begrenzt. Das ändert aber nix am Fall an sich, der mich - wäre ich der Rollatorschieber - dazu veranlassen würde, beim Busunternehmen mal richtig Rauch reinzulassen.

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