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Psychologie gegen Multiple Sklerose (Studie) (Therapien)

naseweis ⌂ @, im meinem Paradies, Sonntag, 06. August 2017, 01:23 (vor 132 Tagen)

Eine Studie zeigt, dass mit psychologischer Hilfe weniger neue Krankheitsherde im Gehirn entstehen.


Stressvermeidung ist für Menschen mit Multipler Sklerose (MS) wichtiger als gedacht. Denn die seelische Belastung fördert die Entstehung neuer Krankheitsherde im Gehirn. Ein gezieltes Programm zur Stressbekämpfung kann dies jedoch verhindern. Das zeigt erstmals eine Studie US-amerikanischer Forscher an 121 MS-Patienten. Drei Viertel derjenigen, die eine wöchentliche Psychotherapie absolvierten, blieben ein halbes Jahr lang ohne neue Entzündungsherde.

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Ich sprech nur für mich, lass meine Gedanken raus, gebe keine Empfehlungen.
Jede(r) hat ihren/seinen eigenen Kopf, idealerweise zum DENKEN

Psychologie gegen Multiple Sklerose (Studie)

agno @, Sonntag, 06. August 2017, 08:37 (vor 132 Tagen) @ naseweis

"57 Prozent der Patienten mit Anti-Stress-Therapie blieben herdfrei, in der Kontrollgruppe waren es 30 Prozent. Eine Nachuntersuchung 24 Monate später zeigte allerdings, dass die positive Wirkung nur für die Dauer der rund sechsmonatigen Therapiezeit anhielt."

"Denn es sei weder zeitlich noch finanziell zumutbar, diese Patienten für den Rest ihres Lebens jede Woche einmal in Therapie zu schicken."

Tja, was soll man noch dazu sagen.
Eigentlich haben wir das schon immer so vermutet.

gruß agno

P.S.: Es wurden dabei aber nicht die Kosten einer Basistherapie gegengerechnet :-(

P.P.S.: Diese Meldung ist aus 2012. Das schmälert zwar nicht deren Relevanz, erinnert aber daran dass es mal Zeiten gab, wo nicht jede Meldung mit der Notwendigkeit einer Pharmatherapie verknüpft wurde.

Psychologie gegen Multiple Sklerose (Studie)

Boggy, Sonntag, 06. August 2017, 12:48 (vor 132 Tagen) @ naseweis

> Eine Studie zeigt, dass mit psychologischer Hilfe weniger neue Krankheitsherde im Gehirn entstehen.

Lieber naseweis,
das ist mal wieder ein Beispiel, wie aus einer Studie eine Aussage gezimmert wird, die aus der Studie selbst nicht haltbar ist, und auch durch die Studie so nicht belegt wird.
Genauso weng, wie die Aussage unten =>

Stressvermeidung ist für Menschen mit Multipler Sklerose (MS) wichtiger als gedacht. Denn die seelische Belastung fördert die Entstehung neuer Krankheitsherde im Gehirn. Ein gezieltes Programm zur Stressbekämpfung kann dies jedoch verhindern. Das zeigt erstmals eine Studie US-amerikanischer Forscher an 121 MS-Patienten. Drei Viertel derjenigen, die eine wöchentliche Psychotherapie absolvierten, blieben ein halbes Jahr lang ohne neue Entzündungsherde.

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Ich will die Ergebnisse der Studie nicht herunterspielen, aber relativieren.
Fragen:
- Ist der prozentuale Unterschied "77 Prozent" von insgesamt 121 Studienteilnehmern gegenüber "55 Prozent" statistisch bedeutsam?

- "ein halbes Jahr lang ohne neue Entzündungsherde." ist das bei MS schon ein Zeitraum, der aussagekräftig ist?

- Ist es berechtigt, hier allgemein von "Psychotherapie" zu sprechen? Genaugenommen handelt es sich um ein "psychotherapeutisches Stressbewältigungsprogramm".

- Und schließlich "Eine Nachuntersuchung 24 Monate später zeigte allerdings, dass die positive Wirkung nur für die Dauer der rund sechsmonatigen Therapiezeit
anhielt."
Was bedeutet das? Was hat tatsächlich gewirkt? Wirklich die "Stressbewältigungsverfahren"? Oder nicht vielleicht das regelmäßige Aufsuchen einer Gruppe (es war, wenn ich mich richtig erinnere, aus früheren Veröffentlichungen, eine Gruppen-Therapie)?
Das zeitweilige Gefühl von Geborgenheit, von Aufgehobensein?

Man kann noch mehr Fragen stellen.
Aber ich heute nicht mehr ... bin fix und alle ...
Gruß
Boggy

P.S. Stressbewältigungsverfahren können sicher ihren Sinn haben. Aber wenn die reale Situation, die den Stress auslöst, nicht aufgehoben wird, ist die Wirkung sehr begrenzt. Denn die weiterbestehende Stress-Situation wird auch weiter stressend wirken.

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.

Psychologie gegen Multiple Sklerose (Studie)

W.W. @, Sonntag, 06. August 2017, 13:19 (vor 132 Tagen) @ Boggy

P.S. Stressbewältigungsverfahren können sicher ihren Sinn haben. Aber wenn die reale Situation, die den Stress auslöst, nicht aufgehoben wird, ist die Wirkung sehr begrenzt. Denn die weiterbestehende Stress-Situation wird auch weiter stressend wirken.

Lieber Boggy,
wie dem auch sei: Ich halte das Ergebnis dieser Studie auch für wenig befriedigend. Es enttäuscht mich! Das sind nicht die Argumente, die man gegenüber der Basistherapie auffahren sollte. Eigene schlechte Argumente widerlegen nicht die schlechten Argumente der anderen.

Ich habe es schon wiederholt gesagt: Vorbildlich ist die Haltung POPPERS (Mannheimer Forum 75/76, S. 47):

Meine Antwort auf die Frage: "Woher weißt Du das? Was ist die Quelle, die Grundlage Deiner Behauptung? Welche Beobachtungen liegen ihr zugrunde?" ist also: "Ich sage ja gar nicht, daß ich es weiß, meine Behauptung war nur als Vermutung gemeint. Auch wollen wir uns nicht um die Quelle oder die Quellen kümmern, aus denen meine Vermutung entsprungen sein mag; es gibt viele mögliche Quellen, in bin mir keineswegs über alle im Klaren. Auch haben Ursprung und Herkunft nur wenig mit der Wahrheit zu tun. Aber wenn Dich das Problem interessiert, das ich mit meiner Vermutung versuchsweise lösen wollte, dann kannst Du mir einen Dienst erweisen; versuche, sie so scharf wie es Dir nur möglich ist, zu kritisieren! Und wenn Du Dir ein Experiment ausdenken kannst, dessen Ausgang, Deiner Meinung nach, meine Behauptung widerlegen könnte, so bin ich bereit, Dir bei dieser Widerlegung zu helfen, soweit es in meinen Kräften steht.

Mein Problem ist (wenn ich es frank und frei äußern darf): Obwohl die Aussage der Pharmaindustrie, dass die Basistherapie wirksam ist, nicht ausreichend belegt ist, beginnen viele schon, Beweise für die gegenteilige These zu suchen!

Ist es nicht angezeigt, zweifelsfrei zu belegen, dass die Basistherapie unter dem Strich nach etwa 10jähriger Anwendung zu einer Verringerung des EDSS geführt hat, wenn man dieses Ergebnis mit MS-Betroffenen vergleicht, die sich nicht haben behandeln lassen?

Oder habe ich es übersehen: Gibt es auf diese Frage schon längst eine Antwort? Ich würde ganz im Sinne von dem oben zitierten Popper-Zitat gern und aufrichtig darauf antworten. Nur, wenn jetzt jemand behauptet, für die Aussage der Pharmaindustrue g#be es dutzende, wenn nicht Hunderte von Beweisen, und man wisse gar nicht, wo man anfangen sollte, um die These, dass die Basistherapie der MS wirksam ist, zu belegen, dann kämpfe ich tatsächlich gegen Windmühlen. Denn dann würde ist etwas widerlegen wollen, bevor es bewiesen worden ist!

W.W.

Psychologie gegen Multiple Sklerose (Studie)

Boggy, Sonntag, 06. August 2017, 13:46 (vor 132 Tagen) @ W.W.

Und wenn Du Dir ein Experiment ausdenken kannst, dessen Ausgang, Deiner Meinung nach, meine Behauptung widerlegen könnte, so bin ich bereit, Dir bei dieser Widerlegung zu helfen, soweit es in meinen Kräften steht.[/i]

Denn dann würde ist etwas widerlegen wollen, bevor es bewiesen worden ist!

Lieber WW,
ich kann heute nur noch kurz und knapp:

Wäre die Lösung aus Ihrem Dilemms (falls ich das recht verstehe) dies:

Nichts spricht dagegen, eine Behauptung zu widerlegen, noch bevor sie bewiesen ist.

Es könnte sogar sinnvoll sein.

Gruß
Boggy

--
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Psychologie gegen Multiple Sklerose (Studie)

W.W. @, Sonntag, 06. August 2017, 14:01 (vor 132 Tagen) @ Boggy

Und wenn Du Dir ein Experiment ausdenken kannst, dessen Ausgang, Deiner Meinung nach, meine Behauptung widerlegen könnte, so bin ich bereit, Dir bei dieser Widerlegung zu helfen, soweit es in meinen Kräften steht.[/i]


Denn dann würde ist etwas widerlegen wollen, bevor es bewiesen worden ist!

Lieber WW,
ich kann heute nur noch kurz und knapp:

Wäre die Lösung aus Ihrem Dilemms (falls ich das recht verstehe) dies:

Nichts spricht dagegen, eine Behauptung zu widerlegen, noch bevor sie bewiesen ist.

Es könnte sogar sinnvoll sein.

Ich meine ja nur, es wäre ganz gut, wenn man sie erst einmal belegen würde. Dann könnte man nach Schwächen in der Argumentation suchen, aber ich glaube, die Wirksamkeit der Basistherapie ist nicht einmal belegt worden, von 'bewiesen' will ich gar nicht erst reden.

Offen gefragt: Auf welche Studie berufen Sie sich, wenn Sie annehmen, dass die günstige Wirkung der Basistherapie auf den Verlauf der MS belegt ist?

W.W.

Psychologie gegen Multiple Sklerose (Studie)

Boggy, Sonntag, 06. August 2017, 14:04 (vor 132 Tagen) @ W.W.

Offen gefragt: Auf welche Studie berufen Sie sich, wenn Sie annehmen, dass die günstige Wirkung der Basistherapie auf den Verlauf der MS belegt ist?

Mißverständnis?
ICH nehme NICHT an, "dass die günstige Wirkung der Basistherapie auf den Verlauf der MS belegt ist".
Hab ich nirgenwo geschrieben.

Gruß
Boggy

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naseweis ⌂ @, im meinem Paradies, Sonntag, 06. August 2017, 13:23 (vor 132 Tagen) @ Boggy

> Eine Studie zeigt, dass mit psychologischer Hilfe weniger neue Krankheitsherde im Gehirn entstehen.

Stressvermeidung ist für Menschen mit Multipler Sklerose (MS) wichtig

das hätte ich auch ohne Studie unterschreiben,
rein aus eigenem Erleben.

- Und schließlich "Eine Nachuntersuchung 24 Monate später zeigte allerdings, dass die positive Wirkung nur für die Dauer der rund sechsmonatigen Therapiezeit
anhielt."
Was bedeutet das? Was hat tatsächlich gewirkt? Wirklich die "Stressbewältigungsverfahren"? Oder nicht vielleicht das regelmäßige Aufsuchen einer Gruppe (es war, wenn ich mich richtig erinnere, aus früheren Veröffentlichungen, eine Gruppen-Therapie)?

  • - Das zeitweilige Gefühl von Geborgenheit, von Aufgehobensein?
  • - ein fester Termin
  • - eine Aufgabe: "Geh dahin!"
  • - für manch eine(n) stellt es ja auch schon Stress dar, nicht (mehr) gebraucht zu werden, keine aktive Funktion mehr auszufüllen . . .
  • - in der Gruppen-Therapie die Einordnung von Geschehnissen
  • - und aber auch das unterschiedliche Erleben der Gruppenteilnehmer von bestimmten Situationen, damit (im Idealfall!) auch das Hinterfragen der eigenen Position


Man kann noch mehr Fragen stellen.

Ja, da bleibt sicher vieles offen, was aber die "Psychologie" als unterstützende Möglichkeit nicht per se abwertet.
.
.
.

Ich erinnere mich an eine nette Geschichte aus unserer therapeutischen Selbsterfahrungsgruppe:

Die Hälfte der TLN waren zur Fortbildung in der Gruppe.
Zwei (1 Männlein,verheiratet 2 Kinder; 1 Weiblein, ledig auf der Suche) waren zusammen auf die Lindauer Psychotherapiewochen gefahren. DAS Event für die Branche.

Am Dienstag danach waren die Beiden etwas verdruckt.
Dann kam's auf, sie hatten sich nicht nur beruflich dort getroffen.

In der Gruppe wurde das ein heisses Thema. Eine Frau waren ganz empört über den Mann (verheiratet und dann sooooo ein Verhalten), eine andere klagte die Frau wg. Verführung an . . . .

Dann fragte eine andere mich (damals 33, verh. 2 Kinder) was ich denn dazu zu sagen hätte.
Ganz ehrlich, ich beneidete den Mann um die Nacht mit DER Frau.
Ich brachte das zum Ausdruck und bekam das volle Entsetzen ab.

"Was, DU?"
"katholisch, verheiratet, Kinder" das waren so die Schlagworte, die (besonders von zwei Frauen) auf mich einprassselten.

Ich hab's überlebt und mein (katholisch anerzogenes) Verhältnis zu Schuld und Sünde überarbeitet. Das war befreiend.
ein bisschen bin ich immer noch neidisch. :-D

PS: Wir treffen uns mit der Gruppe immer noch einmal im Jahr.
wir sind uns in den drei Jahren gemeinsamer 'Arbeit' durchaus ans Herz gewachsen.

Aber ich heute nicht mehr ... bin fix und alle ...

. . . na dann gehts halt morgen mit neuer Kraft weiter !

Ois Guade !:wink:

--
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Boggy, Sonntag, 06. August 2017, 14:00 (vor 132 Tagen) @ naseweis

Lieber naseweis,

nochmal kurz:

Stressvermeidung ist für Menschen mit Multipler Sklerose (MS) wichtig
das hätte ich auch ohne Studie unterschreiben,
rein aus eigenem Erleben.

Ich auch. Das gilt nämlich auch generell, für jeden Erkrankten.

  • - Das zeitweilige Gefühl von Geborgenheit, von Aufgehobensein?
  • - ein fester Termin
  • - eine Aufgabe: "Geh dahin!"
  • - für manch eine(n) stellt es ja auch schon Stress dar, nicht (mehr) gebraucht zu werden, keine aktive Funktion mehr auszufüllen . . .
  • - in der Gruppen-Therapie die Einordnung von Geschehnissen
  • - und aber auch das unterschiedliche Erleben der Gruppenteilnehmer von bestimmten Situationen, damit (im Idealfall!) auch das Hinterfragen der eigenen Position

Ja, Zustimmung.

Man kann noch mehr Fragen stellen.


Ja, da bleibt sicher vieles offen, was aber die "Psychologie" als unterstützende Möglichkeit nicht per se abwertet.

Zustimmung. Ich bin der Letzte, der Psychotherapie "als unterstützende Möglichkeit" ablehnen würde.

Zwei (1 Männlein,verheiratet 2 Kinder; 1 Weiblein, ledig auf der Suche) waren zusammen auf die Lindauer Psychotherapiewochen gefahren. DAS Event für die Branche.

Die kenne ich vom Namen her.

Ganz ehrlich, ich beneidete den Mann um die Nacht mit DER Frau.
Ich brachte das zum Ausdruck und bekam das volle Entsetzen ab.

Das Grundproblem bei Gruppentherapien: Gruppen schaffen neue, eigene Normen, oft unterhalb der Bewußtseinsebene. Normen müssen bewußt be- oder überarbeitet werden.

Ich hab's überlebt und mein (katholisch anerzogenes) Verhältnis zu Schuld und Sünde überarbeitet. Das war befreiend.

Gut, daß das gelungen ist. :-)

ein bisschen bin ich immer noch neidisch. :-D

Verständlich.
D.h. Du bist - gottseidank - nicht einer Gehiernwäsche unterzogen worden.

PS: Wir treffen uns mit der Gruppe immer noch einmal im Jahr.
wir sind uns in den drei Jahren gemeinsamer 'Arbeit' durchaus ans Herz gewachsen.

:-) :herzle:

Aber ich heute nicht mehr ... bin fix und alle ...


. . . na dann gehts halt morgen mit neuer Kraft weiter !

Ois Guade !:wink:

Danke!! Kanns gerade gut gebrauchen!
Gruß
Boggy

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.

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