Gibt es eine "gutartige MS" überhaupt? (Allgemeines)

W.W. @, Donnerstag, 08.04.2021, 08:06 (vor 12 Tagen) @ Mimmi

Herr Weihe warum ist die benigne MS so besonders interessant für Sie? Bzw. was bezwecken Sie damit, die benigne MS wieder und wieder zu thematisieren?

Natürlich gibt es gute und schlechte Ärzte und Ärzte, die mehr oder weniger daran denken, was das, was sie tun. einbringt. Im Gegensatz zu Ihnen habe ich aber das Gefühl, dass die überwiegende Anzahl der Neurologen, die als Meinungsmacher in der Öffentlichkeit auftreten, Scharfmacher sind, also die Ansicht vertreten, die MS sei eine Krankheit, die man nicht auf die leichte Schulter nehmen darf, sondern so früh wie möglich behandeln sollte, um durch die Therapie zu erreichen, dass sie günstig verläuft.

Wegen der drohenden Gefahr, dass die MS nicht gleich zu Beginn, sondern oft erst nach Jahren ihren wahren und schlimmen Charakter zeigt, müsse man sich, wenn man klug mit sich selbst umgeht, so rasch wie möglich, mit einer immunmodulierenden Therapie beginnen.

Diese setzt häufige Kontrollen in Gang mit Überwachung des MRT-Verlaufs und der Laborwerte, um nach 1-2 Jahren entscheiden zu können, ob man das Medikament vielleicht wechseln muss.

Ich denke, man gerät so in eine Mühle, die einem kaum noch Zeit lässt, an etwas anderes zu denken als an seine MS. Dieses Vorgehen halte ich für falsch, und ich glaube, dass es gerechtfertigt ist, darauf hinzuweisen, dass eine MS in der Mehrzahl der Fälle auch ohne diese 'hit hard and early'-Strategie günstig verlaufen kann, und dass der oder die, die sich gleich zu Beginn behandeln lassen, nicht unbedingt am besten beraten sind.

W.W.

PS: Ja, das ist ein Punkt, der mir sehr am Herzen liegt! Vielleicht sogar der Hauptpunkt.


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