Darf man etwas glauben, von dem man nicht so ganz überzeugt ist? (Straßencafé)

W.W. @, Samstag, 03.04.2021, 13:32 (vor 17 Tagen) @ W.W.

Ich habe mir die Regel auferlegt, alles, was ich sage, durch Beispiele verständlicher zu sagen, obwohl ich Gefahr laufe, mich durch schlecht gewählte Beispiele lächerlich zu machen.

In diesem Fall: Ich bin nicht so ganz überzeugt, dass die Ursache der MS weniger etwas mit unseren Erbanlagen zu tun hat, sondern mehr mit dem sozialen Milieu, in dem wir leben. Ich glaube das also nur felsenfest, obwohl ich davon nicht überzeugt sein kann.

Aber auch das ist noch zu undeutlich. Also noch mal: Die Ursache der MS könnte sein, dass wir unseren Ort im Leben nicht gesunden haben (falscher Beruf? falscher Partner? falsche Lebensweise?).

Gibt es überhaupt eine Krankheit, die darauf beruht, dass man die richtige Lebensweise verfehlt hat? Wenn man querschnittsgelähmt ist, weil man Stuntmen geworden ist? Weil man als Soldat auf eine Mine getreten ist? Weil man übergewichtig ist, weil man sich sowieso unattraktiv findet?

Das mögen alles Extrembeispiele sein, dennoch habe ich das Gefühl, dass krankmachende Lebensumstände vernachlässigt werden.

Noch extremer: Wenn jemand die Frau, die er liebt und die er heiraten will an seinen besten Freund verliert, dann kann er (um mit agno zu sprechen) entweder 1. beide erschießen, 2. sich ein anderes Mädchen suchen oder 3. eine MS bekommen.

Ich glaube, die 3. Möglichkeit halten wir für absurd, weil keine Krankheit aus Liebenskummer entsteht. Das hätte nach unserer naturwissenschaftlichen Auffassung etwas Gespenstisches.

W.W.


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