Wie wenig ist erreicht worden?! (Allgemeines)

W.W. @, Donnerstag, 04.03.2021, 10:29 (vor 46 Tagen)

Wenn wir in großen Sprüngen von unserer Wohnung bis an den Rand der Welt hüpfen, dann bringt das auch zum Ausdruck, wie sehr wir uns eingeengt fühlen. Als könnten wir nicht mehr richtig leben, müssten tief einatmen, um die Ketten zu sprengen, die uns behindern.

Das ist das eine, was sich gegen das Lähmende des Lockdowns wendet, das andere ist, wie wenig weit wir in der MS-Forschung gekommen sind. Wenn ich es recht sehe, war es in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts, dass irgendwer auf die Idee kam, die MS sei ein Angriff unseres Immunsystems auf unser Myelin.

Das ist nun schon 100 Jahre her, also eine halbe Ewigkeit. Und was ist passiert? Die meisten Forscher glauben immer noch, dass die MS das Resultat eines Angriffs unseres Immunsystems auf das Myelin ist, den man am besten mildern könne, indem man Medikamente einsetzt, die das Immunsystem schwächen.

Vielleicht ist das etwas zu einfach gesehen, aber von Cortison angefangen bis hin zu Ocrelizumab scheint mir das die vorherrschende Strategie zu sein (wobei "Strategie" zu einem alles beherrschenden Modewort geworden ist).

Ein Drittes: Wenn einige hier im Forum unruhig herumspringen wie Kinder, die sich in einem Kindergarten eingesperrt fühlen, dann hängt das auch mit dem Frühling zusammen, der in uns neue Kräfte weckt, die in den Winterschlaf gefallen waren. Wenn alles so wenig gebracht hat, ist es dann nicht an der Zeit, einen neuen Weg zu gehen?

Auch wenn man als Fremder eingezogen war, man eine Arbeitsstelle gefunden hatte und einem das Mädchen gewogen war, erkannte man am Ende des Sommers doch, dass man fremd geblieben ist, und man wandert eines Morgens in der Frühe in den beginnenden Wintertag hinaus, verweilt in der Erinnerung an einen Lindenbaum, in dessen Rinde man so manches liebe Wort geschnitzt hatte, aber letztendlich schaudert es einem, wenn man in der Ferne den alten Mann sieht, der auf dem Eis hin und her schwankt.

Es gibt ein Gedicht, das dies alles zum Ausdruck bringt:

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte,
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land;

Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen;
Horch, von fern ein leiser Harfenton! - -
Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!

Manche wird das ansprechen (wie "Vom Eise befreit"), aber andere werden sich mit gesträubten Haaren von dem Biedermeierlichen abwenden, das ihnen rückwärts gewandt und altbacken vorkommt. Aber egal: Wie Tiere in ihrem Appetenzverhalten müssen wir wohl etwas Neues finden, was uns befriedigt, ohne zu wissen, was wir suchen.

W.W.


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