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Weltbild und Krankheit (Straßencafé)

naseweis ⌂ @, in meinem Paradies, Freitag, 19.02.2021, 14:17 (vor 9 Tagen) @ W.W.

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Ich denk mal im Grunde ist es nicht wichtig "an Was" man glaubt.

Ein gutes Umfeld und empathische Menschen (Freunde, Familie) können das Leben (und die Akzeptanz von Krankheit und auch Tod) leichter machen.

Da ist nicht unbedingt ein christlicher Gott als Öberschter notwendig, das geht auch bei modernen Wikingern, dem Islam und anderen Glaubensgemeinschaften ...

.. und nochmal:
Das Druck machen der Kirchen wie bei Versicherungsvertretern oder Leitlinienneurologen: "Wenn ihr nicht" [wahlweise Lebensversicherung oder Basistherapie einfügen], "dann drohen euch Höllenqualen... " ist kontraproduktiv.

Im alten Testament war die Hölle noch einfach langweilig und keine Qual:
"Kein Tun ist, noch Berechnung, noch Erkenntnis, noch Weisheit im Sheol, wohin du gehen musst“ (Pred. 9,10; nach Buber), und „die Toten aber, sie erkennen nichts, und kein Lohn ist ihnen noch weiterhin, denn vergessen ist ihr Gedenken“ (Pred. 9,5[4]). „Der Herr tötet und macht lebendig; er führt in den Scheol hinab und führt herauf“ (1. Samuel 2,6).

Später wurde das dann als veritables Machtinstrument eingeführt:

"„Auch wird gelehrt, dass unser Herr Jesus Christus am jüngsten Tage kommen wird, zu richten, und alle Toten auferwecken, den Gläubigen und Auserwählten ewiges Leben und ewige Freude geben, die gottlosen Menschen aber und die Teufel in die Hölle und ewige Strafe verdammen." [1530 beschrieben]

Das waren wichtige Verkaufsstrategien, die dann von Leitlinienerstellern und Versicherungsvertretern aufgegriffen wurden.

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das Geheimnis der Medizin besteht darin,
den Patienten abzulenken,
während die Natur sich selber hilft (Voltaire)

Sisyphos hatte es auch nicht leicht


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