Theologie und MS (Straßencafé)

W.W. @, Montag, 15.02.2021, 10:08 (vor 10 Tagen)

Beides scheint nichts miteinander zu tun zu haben, weil die MS gemeinhin als ein naturwissenschaftlicher Prozess angesehen wird, der viel mit Genetik und Molekularbiologie am Hute hat, und andererseits als ein soziologisches Geschehen, also einer Physik des Sozialverhaltens, die von statistischen Gesetzen bestimmt wird.

Das Naturwissenschaftliche erhebt also die Beschäftigung mit der MS über das Weltanschauliche hinaus, während das Religiöse sehr im Weltanschaulichen wurzelt. Als gäbe es zwei Zugangsweisen zur MS: die naturwissenschaftliche und objektive und die psychologische und subjektive, die in einer undefinierbaren Weise dem Religiösen sehr nahekommt, gerade weil das Religiöse mit einer Innenwelt verbunden wird, das ein eigenes Reich darstellt, zu dem niemand einen Zugang hat.

So ist dem Thema "Religion und MS" auf eine doppelte Weise der Zugang versperrt: Erstens, weil die Religion nicht naturwissenschaftlich ist, und zweitens, weil alles geistig-psychologisch-Seelische unter einer schwer fassbaren und manchmal sogar schwerverdaulichen Subjektivität leidet.

Ich persönlich halte das für einen Verlust, dass die MS auf ihr naturwissenschaftliches Skelett reduziert wird, denn im Grunde genommen ist sie sehr viel mehr als etwas, das sich im Zellkern, in der Zelle, im Immunsystem und zwischen den Organen abspielt. Sie ist auch und vor allem etwas, was zwischen Menschen stattfindet, obwohl das gern ausgeschaltet wird, so wie man im Physiksaal der Schulen auf all das verzichtet hatm was das Ergebnis eines Experiments "verfälschen" könnte.

Aber ist die MS wirklich ein Geschehen, das dadurch "verfälscht" wird, dass es sehr menschlich ist? Vermutlich ist die MS sogar wesentlich individueller als die Statistik.

W.W.


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum