Ich bin dein Freund und komme nicht zu strafen! (Straßencafé)

W.W. @, Sonntag, 14.02.2021, 09:45 (vor 15 Tagen) @ Nalini

Mir ist aufgefallen, dass wir nicht ehrlich mit dem Tod umgehen, dass wir ihn verdrängen, wo es nur geht. Dadurch wird er etwas Hässliches, das in einem schönen Leben nichts zu suchen hat

Mein Gedanke ist, den Tod wieder in unser Leben zu holen und ihn nicht in eine dunkle Ecke zu stellen, wie etwas, was im Leben nichts zu suchen hat.

Das sehe ich auch so. Und ich glaube auch, dass wir als jeder einzelne und auch alle zusammen als Gesellschaft besser leben würden, wenn wir nicht verdrängten.

Genau das meinte ich! Und zwar nicht auf mich persönlich bezogen, sondern als Erinnerung daran, dass uns, auch wenn es uns noch so gut geht, etwas fehlt. Ich glaube, das, was uns fehlt, hat - so merkwürdig es klingen mag - etwas mit Tod (und Transzendenz) zu tun.

Ich weiß aber, wie schwierig so etwas zu formulieren ist. Es soll nämlich kein Totenkult sein, sondern so etwas wie das Gefühl, wenn man angemessen stirbt, dann hat man auch angemessen gelebt. Der Tod ist dann eben kein Tabu mehr.

Ich glaube, "Tabu", das trifft es sehr gut. Weil man auch nicht darüber sprechen kann. Vielleicht ist das ein Grund, wieder zu einer religiöseren Lebenseinstellung zurückzukehren.

Insofern hat Mimmi Recht: Je älter ich werde, desto mehr denke ich darüber nach, dass uns etwas verlorengegangen ist, weil es nicht mehr zeitgemäß ist, religiös zu sein. Ich sprach darüber, weil ich am Wochenende mit meiner Tochter gesprochen habe, die Altenpflegerin ist.

Wolfgang


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