Könnte es sein, dass der Mensch der Natur schadet, indem er in sie eingreift? (Straßencafé)

W.W. @, Sonntag, 07.02.2021, 16:25 (vor 28 Tagen) @ Jakobine

Kann man sagen, es ist bevölkerungsmaßig gut, dass es Pandemien gibt? Dass es Krankheiten gibt, die zum Tode führen? Eigentlich ist das richtig, wenn man das Grosse und Ganze betrachtet, auch wenn uns das nicht gefällt.

Das ist ja das Beunruhigende, auf das ich hinauswollte! Das, was wir hassen wie die Pest, ist ein notweniger Bestandteil unseres Lebens. Wir möchten, dass es gar nicht existiert oder möglichst weit hinausgeschoben werden kann, aber das geht nicht! Wir kneifen die Augen zu, als ob wir es nicht sehen wollten. Dabei gefällt es uns nur nicht.

Und so ist das auch mit der Krankheit. Sie ist unerwünscht wie das Alter, und wir weigern uns beharrlich, dass sie zum Schöpfungsplan dazugehört. Wir empfinden es sogar geradezu als pervers, wenn jemand behauptete: Krankheit gehört zum Leben dazu - genau so wie das Altern und Sterben zum Leben dazugehört.

Sokrates sagt einmal, Philosophieren heiße, sterben zu lernen. Er meint damit wohl, dass wir in einer Lüge leben, wenn wir uns für unsterblich und unsere Gesundheit für selbstverständlich halten.

Das Beunruhigende ist, dass aus dieser Sicht das Kranke zu einem notwendigen Bestandteil des Lebens wird. Aber wie kann das sein, wo wir doch alles Kranke aus unserem Leben entfernen wollen?! Vermutlich weil wir meinen, dass die Krankheit eben nicht etwas Normales ist, sondern eine Entartung des Gesunden.

W.W.


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