Wenn man in Texas gefragt würde, auf welcher Seite man stehe... (Straßencafé)

W.W. @, Mittwoch, 03.02.2021, 16:33 (vor 25 Tagen)

so wäre es schwierig, eine Antwort zu finden, ohne gelyncht zu werden. Und wenn man in Myanmar zu Suu Kyi gefragt würde, fiele einem die Antwort wohl auch schwer, wenn man nicht weiß, wer einen gerade fragt.

Ich hatte mich vor einigen Tagen ohne Not offen und ehrlich zu Nawalny bekannt und gesagt, ich fände seinen Kampf gegen Putin großartig. Ich hatte angenommen, das sei so unproblematisch, als wenn ich behaupten würde, die Erde sei eine Kugel, aber von jemandem, den ich sehr schätze, bekam ich die Antwort, Nawalny sei ein ekelhafter Nationalist.

Damit hätte ich nicht gerechnet und musste zugeben, dass ich eigentlich zu wenig über Nawalny weiß. als dass ich mich so begeistert zu ihm bekennen könnte. Muss ich also meine Begeisterung über Nawalny verschweigen, weil ich mich damit vor den Wagen spannen lasse, Putin und unser Verhältnis zu Russland mit Dreck zu bewerfen?

Es ist heutzutage nicht ganz schwer, in solche Zwickmühlen zu geraten, weil überall Anhänger und Feinde lauern. Wie ich zu Corona und diesem Forum stehe? Es wäre mir lieber, wir könnten uns wieder freier äußern, ohne Angst haben zu müssen, gesperrt zu werden. Dass die Boggy-Leute nicht mehr den Jerry-Freunden zähnefletschend gegenüberstehen.

Ich meine, das wäre ein Pakt, auf den man sich einlassen könnte. Und alles, was geschehen ist? Schwamm darüber. Weil oft auch eine streitbare Auseinandersetzung eine gute Auseinandersetzung ist - und das friedvolle Fehlen von Meinungsverschiedenheiten toter ist als ein toter Fisch.

W.W.


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