Könnte ein mRNA-Impfstoff doch eine Hoffnung für MS-Betroffene sein? (Allgemeines)

W.W. @, Samstag, 23.01.2021, 11:32 (vor 37 Tagen) @ W.W.

Nach wie vor bin ich ja von der EBV-Stress-Hypothese fasziniert. Sie geht so:

Das Epstein-Barr-Virus (EBV) besitzt einen Eiweißmantel, dessen Erkennungsmerkmal eine Kette aus den fünf Aminosäuren (abgekürzt R-R-P-F-F) ist. Genau dieses R-R-P-F-F findet sich in einem Eiweiß, dass sich nur unter Stress in der weißen Hirnsubstanz ausbildet. Demgemäß lautet die EBV-Stress-Hypothese: Irgendwann einmal in der Kindheit infiziert man sich mit dem Epstein-Barr-Virus, und die Lymphozyten werden gegen R-R-P-F-F „allergisiert“. Das führt zunächst zu keinen Problemen, weil im Körper kein R-R-P-F-F vorkommt. Entsteht aber später in belastenden Lebenssituationen das Stressprotein in der weißen Hirnsubstanz, dann greifen die Lymphozyten die vermeintlichen Erreger an und zerstören sie. (W. Weihe "Multiple Sklerose" 2020)

Nach dieser Annahme ist eine EBV-Infektion eine Conditio sine qua non, um an MS zu erkranken.
Das Gegenargument lautet natürlich, dass nicht jeder, der das Pfeiffersche Drüsenfieber oder eine EBV-Infektion durchgemacht hat, an MS erkrankt. Damit könnte man das EBV leicht abtun und sagen: "Damit ist gezeigt, dass eine EBV-Infektion nichts mit MS zu tun hat."

Ich halte das für kurzschlüssig. Stellen wir uns einmal vor, der EBV-Strang würde mutieren, was Viren ja gerne tun, und unser Immunsystem würde Antikörper gegen mutierte Teile des EBV-Fadens entwickeln, die zufällig Ähnlichkeit mit einem Bestandteil des Myelins hätten, z.B. R-R-P-F-F.

Könnte also nicht ein mutiertes Bruchstück des EBV eine Ursache der MS sein? Antikörper, die eigentlich das EBV angreifen sollten, aber irrtümlicherweise das körpereigene Myelin zerstören?

Und könnte man dann nicht gegen Bruchstücke des EBVs impfen oder sie modifizieren? Ich weiß, dass das müßige Spekulationen sind, aber ich denke, es fehlt uns etwas, wenn man darüber nicht diskutieren kann!

Ich sehe noch kein Licht am Ende des Tunnels, meine aber, dass der Darwinismus und auch der Neo-Darwinismus noch nicht der Weisheit letzter Schluss sind. Es wird sich etwas entwickeln, was die neuen Erkenntnisse der Epigenetik (Vererbung von erworbenen Eigenschaften!!!) und Psychoimmunologie (Veränderungen des Immunsystems in Stressphasen) mit einschließen.

Das scheint mir ein erfolgversprechender Weg zu sein, und nicht, dass man irgendeine Substanz findet, die von irgendeiner anderen Substanz eliminiert wird, ohne dass man weiß, wie und warum das Geschehen im Menschen abläuft. Darum bin ich sehr skeptisch der Überlegung gegenüber, man könne gegen die MS impfen, ohne sie zu verstehen.

Wir müssen die MS verstehen, um eine Impfung oder ein Medikament gegen sie entwickeln zu können!!! Und dieses "Verstehen" oder "Erklären" muss sich im menschlichen Umfeld entwickeln. Wer eine MS aufgrund eines Tiermodells erklärt, der hat sie nicht verstanden.

W.W.


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