Ist die MS eine Krankheit, gegen die man sich impfen lassen kann? (Allgemeines)

W.W. @, Dienstag, 12.01.2021, 16:04 (vor 44 Tagen) @ Zoe

Das heutige Beispiel der Depression leuchtet mir mehr ein, wenn es um die Kritik an der fragwürdigen Schlussfolgerung "Urasche - Wirkung" geht.

Ich antworte dir in der Hoffnung, dich richtig verstanden zu haben. Du meinst wohl, es könnte eine Krankheit geben, die regelmäßig mit einem veränderten Laborwert einhergeht, wie z.B. ein Diabetes, der daran erkannt wird, dass der Blutzucker zu hoch ist.

Dann könnte man ja zunächst einmal, den erhöhten Blutzucker für die Ursache des Diabetes halten. Wenn man aber genauer nachschaut, erkennt man, dass der erhöhte Blutzucker, keine Ursache des Diabetes ist, sondern eine Folge davon ist, dass man Diabetes hat.

Schließlich kommt man darauf, dass die wirklich Ursache des Diabetes eine Unterfunktion der Langerhansschen Zellen im Pankreas ist. Aber die anfängliche Verwechslung von Ursache und Wirkung liegt jedenfalls nahe.

Ich will nicht behaupten, dass die Depressionen signifikant häufig von einem Serotoninmangel im Liquor begleitet sind, aber jedenfalls war das eine Hypothese, die damals dazu führte, dass Pharmafirmen sich Gedanken darüber machten, wie man den Serotoninspiegel im Gehirn erhöhen kann.

Der Weg dahin war indirekt und etwas kompliziert: Wenn im Gehirn ein Serotoninmangel herrscht, dann gibt es zwei Möglichkeiten, den Serotoninspiegel anzuheben: Man kann 1. die Serotoninproduktion anregen, oder 2. verhindern, dass Serotonin im synaptischen Spalt abgebaut wird.

Letzteres tun die Serotoninwiederaufnahmehemmer. Sie erzielen also eine erhöhte Serotoninkonzentration im Gehirn, indem sie die Wiederaufnahme von Serotonin in die Serotoninausschüttenden Zellen hemmen, was dazu führt, dass Serotonin länger im synaptischen Spalt bleibt.

Das erste dieser Medikamente war PROZAC, das Medikament, das in Amerika zu dem PROZAC-Skandal führte, in Deutschland aber kaum wahrgenommen wurde. Es wurde nämlich von Menschen, die PROZAC eingenommen hatten bzw. ihren Verwandten behauptet, das Medikament habe nicht nur eine depressionslösende Wirkung, sondern könne in Einzelfallen dazu führen, dass sich mit PROZAC behandelte Menschen vermehrt und auf eine besonders brutale Art umbringen.

Kurz bevor der Prozess verhandelt wurde, zahlte die Herstellerfirma für die Opfer einen Betrag in Millionenhöhe und das Verfahren wurde niedergeschlagen. Ich glaube, das war auch der Grund, warum die Sache in Deutschland nicht publik wurde.

W.W.

PS: Ich berichte das aus meiner Erinnerung, und es könnte sein, dass ich mich in dieser oder jener Einzelheit getäuscht habe.


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