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Silent progression oder NEDA? (Therapien)

naseweis ⌂ @, in meinem Paradies, Dienstag, 29.12.2020, 12:35 (vor 68 Tagen)

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ging es in diesem Artikel "Silent progression" eigentlich nicht um was ganz anderes als um den Wortlaut von Neda? :confused:

Ich stell hier nochmal den Artikel von Nathalie Bessler ein,
der auch im Blog der MS-Stiftung Trier erschienen ist

Welchen Stellenwert hat die Unterdrückung der entzündlichen Aktivität durch Immuntherapie für die Entwicklung der Behinderung?

Nach Zulassung der Beta-Interferone für die MS in den 1990er Jahren kam es zu einer Reihe von Entwicklungen, die bis heute zur Zulassung von sehr vielen anderen Immuntherapeutika führten, die alle auf die Entzündungshemmung im zentralen Nervensystem abzielten.

Die Euphorie der Fachwelt, endlich mal überhaupt Therapien gegen MS einsetzen zu können, gepaart mit den ausufernden Beeinflussungen der Neurolog*innen durch die pharmazeutischen Hersteller dieser Medikamente, führte dazu, Unstimmigkeiten und Defizite wie die Erforschung der progredienten MS zu vernachlässigen.

Es hätte schneller dazu kommen müssen, sich der degenerativen Komponente der MS-Erkrankung zu widmen, statt vorauszusetzen, dass schon alles gut wird, wenn man keine Schübe mehr hat und auch in der MRT nichts mehr zu sehen ist.

Aus der Grundlagenforschung weiß man, dass Entzündungen im Gehirn und Rückenmark in allen MS-Phasen vorhanden sein können, die sich jeweils unterschiedlich darstellen, je nachdem, ob sie mit degenerativen Vorgängen einhergehen oder ob Schubaktivität im Vordergrund steht. Immer aber sind im gesamten MS-Verlauf beide Krankheitsphänomene vertreten, Entzündung und Degeneration.

Nichtsdestotrotz postulieren Meinungsführer der MS-Szene unverdrossen, dass die schub-unabhängige Behinderungsprogression die Folge eines initialen Entzündungsgeschehens ganz am Anfang der MS-Erkrankung sein müsse[6], was als Argument für eine möglichst frühzeitige Immuntherapie herangezogen wird, obwohll das nicht belegt ist.

Niemand hat schlüssig nachweisen können, was zuerst da war, die Entzündung oder der Schaden an den Nervenzellen und dem Myelin.

Es mehren sich aber die Hinweise, dass Entzündungsbekämpfung bei der MS nicht alles ist, weshalb man sie nicht um jeden Preis betreiben sollte.

Die Verordnung und Einnahme von Immuntherapeutika sollten immer unter einem Nutzen-Risiko-Vorbehalt stehen. Sie können im Falle eines sehr aktiven Krankheitsverlaufs mit schlechter Schubrückbildungstendenz hilfreich sein, aber sind kein Muss bei leichteren Verläufen.

Soweit Nathalie Bessler von der MS-Stiftung-Trier

PS: Ich finde es wichtig klar definierte Begriffe zu haben. Egal ob in der Medizin (NEDA), Technik (Abgasreinigung vs. Abgasreinigungsabschaltvorrichtungen) etc. :ok:

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das Geheimnis der Medizin besteht darin,
den Patienten abzulenken,
während die Natur sich selber hilft (Voltaire)

Sisyphos hatte es auch nicht leicht

Tags:
Silent progression


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