Unzurechnungsfähig (Symptome)

stefan ⌂ @, Berlin, Sonntag, 26.07.2020, 12:00 (vor 17 Tagen)

Wirr, überfordert, keine Chance, einen Überblick zu behalten, die Gedanken zerfließen mir, ich bin zunehmend mit meinem Leib, meiner Situation beschäftigt, nicht mehr in der Lage, einfühlsam auf andere einzugehen, zuhören gelingt mir immer seltener, meine eigene Welt und mein Denken sind eng geworden, meine Themen und Interessen eingegrenzt, das Essen schmeckt auch nicht mehr so gut wie früher, und überhaupt- gab es heute schon was? zu essen?

Irgendwann wurde eine Grenze überschritten, immer neu.

Erst schwerbehindert, dann Pflegefall und dann also unzurechnungsfähig, nicht mehr ernst zu nehmen, der demente Mensch, der auf der Demenzstation mit seinem Kot malt, „Heil Hitler“ ruft oder weiße Mäuse sieht, Bombenangriffe erinnert, Theorien und Weltgeschichte neu interpretiert - irgendwann in Platons Höhle angekommen und die Sensationen des Tages sind die vergilbten Fototapeten aus ganz alten Zeiten -

und wann also werde ich hier wieder ins Séparée abgeschoben, ins Hinterzimmer vom eh schon größtenteils abgeschirmten Bereich, und wäre es nicht also an der Zeit, mir einzugestehen - es ist richtig so, ich werde besser versteckt, es lohnt nicht mehr, inhaltlich auf mich einzugehen, völlig abgedreht und ohne jegliche Substanz, auch emotional hohl, nur noch Angst und Verzweiflung vielleicht - ich weiß es nicht mehr anders, überhaupt-

für heute, es ist genug.

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Alles was lebt ist heilig.


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