Erfahrungsberichte (Allgemeines)

W.W. @, Freitag, 17.07.2020, 09:42 (vor 24 Tagen) @ Meta

Cortison bei MS per se zu verteufeln finde ich nicht angebracht, insbesondere dann, wenn man ausser Schulmedizinkritik nichts zu bieten hat...

Die Sache mit Cortison ist sehr kompliziert.:-( Oft (gerade zu Beginn der MS) wirkt es ganz offensichtlich, aber man darf die Wirkung nicht mit einem heilsamen Eingriff verwechseln, so wie ein Schmerzmittel zunächst hilfreich sein kann, aber auf Dauer nichts taugt, wenn man einen Nierenstein hat.

Ich würde sagen: Wenn ein Medikament wirkt, dann müssen wir wissen, warum es wirkt! Wenn es nur wirken sollte, weil es ein Ödem zum Abschwellen bringt, dann könnte es nur scheinbar helfen, wenn das Ödem ein wichtiger Schritt bei der Abheilung ist.

Kurz: Ich glaube nicht, dass Cortison einen heilenden Effekt auf den Prozess hat, der bei der MS krankheitsfördernd ist, weil wir nicht wissen, ob Cortison nur symptomatisch wirkt oder einen spezifischen Einfluss auf das Krankheitsgeschehen hat. So lange wir nicht wissen, was die Ursachen der MS sind, können wir sie nicht richtig behandeln.

Man sollte nichts tun, was auf Dauer mehr schaden als nützen könnte. So verfährt man auch mit Schlafstörungen und Schlafmitteln. Auch Alkohol kann ein guter Tröster sein, aber im Endeffekt ist er verheerend.

Ich fürchte, auch Cortison (gerade wenn es in hohen Dosen und zu häufig gegeben wird) hat bei der MS gravierende Folgen (abgesehen von Akuterscheinungen wie Schlafstörungen, Stresserzeugung, Blutzuckeranstieg, Provozieren von Psychosen... die Dauerschädigungen Osteoporose, Nervenzellschädigung usw.), weil es ein zutiefst unverstandenes Hormon ist.

Nur Schulmedizinkritik? Ja, ich denke, die "Schulmedizin" irrt sich, wenn sie die MS für eine Autoimmunkrankheit hält. Ich glaube, die MS ist etwas anderes als eine Fehlfunktion unseres Immunsystems.

Da ich aber diese Fehlfunktion nicht benennen kann, ist es vielleicht gerechtfertigt, mir vorzuwerfen, ich könnte einem schlechten Konzept kein besseres entgegensetzen!:-( Ich denke aber, der Ansatz mit den "Risikofaktoren" der MS, die möglicherweise etwas mit unserer Lebenssituation zu tun haben, könnte ein erfolgversprechender Weg sein.

Die MS könnte mit unserem Leben mehr verzahnt sein, als wir denken - und sie könnte eine Krankheit sein wie die Arteriosklerose.

W.W.


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