Monetarisierung (Allgemeines)

Michael27, Donnerstag, 16.07.2020, 16:55 (vor 27 Tagen) @ W.W.

Man könnte sagen, das sei unrealistisch, denn warum sollte man ein Quadrat auf dem Schachbrett freikratzen und diesem eine Bezeichnung geben? Nun, dieser Name könnte ja etwas ganz und gar Phantastisches sein, gekreuzte Schlangen oder eine Hieroglyphe, aber eben auch ein Dollarzeichen bzw. ein doppelt durchgestrichenes E.

Die Menschen sind erfinderisch, gerade wenn sie Langeweile haben, und dann gruppieren sie um das eine Zeichen andere Zeichen herum und geben ihnen neue Bedeutungen, so wie man versucht ein Sudoku zu lösen.

Allmählich entwickelt sich etwas wie eine Geheimwissenschaft, etwas, das nur die Eingeweihten, die Priester beherrschen: ein Glasperlenspiel.

Wolfgang

Hallo Herr Weihe,

ich bin ehrlich beeindruckt von ihren Gedankenspielen und hätte grundsätzlich auch Lust, darauf in ähnlicher Form einzugehen.

Drum fällt es mir durchaus schwer, ganz prosaisch auf diese philosophische Lyrik zu antworten. Aber auch das halte ich für wichtig. Drum mach ich es jetzt mal.

Das Stichwort "Geheimwissenschaft" hat mich elektrisiert und zum Antworten gedrängt. Ja, vieles in Zusammenhang mit der Rolle und Funktion des Geldes erscheint vielen Menschen wie eine Geheimwissenschaft. Das Traurige ist, dass es eine Reihe von Themen gibt, die unbedingt in den Schulunterricht gehören, dort aber nicht oder nur rudimentär auftauchen: z.B. gesunde Ernährung, die Funktionsweise des Gesundheitssystems im Kapitalismus, oder allgemeiner die Notwendigkeit sozialer Eingriffe und Steuerungen im Kapitalismus, oder noch allgemeiner ein tieferes Verständnis für die Vor- und Nachteile verschiedener Gesellschaftssysteme ... und ganz zentral auch die Bedeutung des Geldes und der Umgang mit Geld.

Auch ich habe bzgl. Geld nur ein punktuelles Wissen und habe mir lange auch nicht vorstellen können, dass Geld einfach so geschaffen werden kann. Ich finde es aber ungeheuer wichtig, dafür ein Verständnis zu entwickeln, um nicht in diffuse Ängste zu verfallen und um nicht selbst in finanzielle Fallen zu tappen. Wenn man sich mit etwas zumindest einigermaßen auskennt, kann man damit wesentlich gelassener umgehen und potentielle Risiken besser einschätzen.

So, das war jetzt meine Prosa. Vielleicht das nächste mal Lyrik ???

Michael


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