Wie wichtig ist der Glaube? (Allgemeines)

W.W. @, Donnerstag, 16.07.2020, 11:13 (vor 19 Tagen)

Kann man sich auf seine eigenen Erfahrungen verlassen?

Eigentlich meine ich, dass Stefan Recht hat: Durch die eigenen Erfahrungen sieht man wie durch eine Brille, die Dinge rosarot erscheinen lässt oder sie verzerrt.

Es ist sehr schwer mit ausreichender Sicherheit zu sagen: "Bei mir hat Cortison geholfen, und ich bin mir sicher, ohne Cortison hätte ich auf einem Auge nichts mehr sehen können!"

Denn es gibt viele Gründe, den eigenen Verlauf zu interpretieren, indem man z.B. sagt:

- "Cortison hat mir geholfen, das habe ich gleich bei der ersten Infusion gemerkt!"

- "Cortison hat mir prima geholfen, aber ein paar Tage später sind dieselben Symptome wiedergekommen, und zwar heftiger, als sie beim ersten Mal waren!"

- "Cortison hat mir nicht geholfen, aber dann haben wir die Ärzte 5mal 2.000 mg Prednisolon gegeben, und es ist dann endlich besser geworden."

- "Cortison hat mir nicht geholfen, sondern sogar geschadet, weil ich wie gerädert war und nicht schlafen konnte."

- "Unter Cortison bin ich durchgedreht. Das war ganz schlimm, und ich musste in die Psychiatrie."

...

Welchen Schluss soll man aus all diesem ziehen? Hilft Cortison, weil alle Ärzte sich ziemlich einig sind? Ist es gut, es wenigstens mal zu probieren? Hilft etwas nur, wenn man daran glaubt?

Ich glaube, man sollte sich auf gute Studien verlassen! Wenn sie zeigen, dass Cortison höchstens die Schubdauer um Tage verkürzen kann, dann sollte man nicht annehmen, man selbst würde vermutlich eine Ausnahme sein.

W.W.

PS: Wie wichtig ist der Glaube? Oder der Glauben?


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