Schicksal und andere Erzählungen (Allgemeines)

W.W. @, Montag, 13.07.2020, 15:47 (vor 25 Tagen) @ stefan

Meine Lösung für mich ist schon lange, mich überhaupt nicht mehr mit der Frage von „Ursachen“ hier zu beschäftigen.

Das „Stück vom Himmel“, das mir auf den Kopf gefallen ist...

Viele erscheinen mir bei ihrer Ursachenforschung sehr verkrampft und verzweifelt zu sein.

Andere begründen damit ihr Geschäftsmodell, um ihre Forschung oder Produkte zu verkaufen

und viele scheinen mir damit ihre Angst in Schach halten zu wollen nach dem Motto, ich hab’s jetzt also im Griff...


Aber wenn doch der Begriff "Ursache" durch die Risikofaktoren, also das Ursachennetz, ersetzt wird, dann ist das doch weniger "verkrampft". Das Leben tritt an die Stelle der Ursachen-Wirkungs-Kette.

Jeder könnte seine eigene Ursache haben, weil er seine eigene Art hat, sich mit dem Leben auseinanderzusetzen. Und folgt daraus nicht das Gegenteil von "Alles im Griff haben", nämlich der Welt ausgeliefert zu sein?

Es ist so eine völlig andere Sichtweise, dass es mir schwerfällt, sie zum Ausdruck zu bringen. Sie entzieht sich der naturwissenschaftlichen Darstellung, die ja das Komplizierte in einfache Bestandteile zerlegen will: den Organismus in die Zellen, die Zellen in ein physikochemisches Geschehen, das letztendlich zu Enzymen, Molekülen und Atomen führt.

Aber das Leben und insbesondere die MS ist kein Experiment in einem Physiksaal! Und darum kann man die MS auch nicht sezieren wie einen toten Frosch.

Wolfgang

PS: Ich merke ein wenig, wie meine Ausdrucksweise (gerade weil sie dem, was sie zum Ausdruck bringen will, nicht gerecht wird) der von Heidegger immer ähnlicher wird!:-( Auf jeden Fall beginnt eine neue Art, über die MS zu reden!:-) Eine Weise, die sich abwendet vom naturwissenschaftlichen Ideal.

So ganz klar war es eigentlich nie, dass es sich bei Krankheiten um ein physikochemisches Geschehen handelt. Immer wieder wurde die Vermutung geäußert, eine solche Herangehensweise könnte eine arge Vereinfachung sein, obwohl sie Vorteile hat, indem sie sich mit Popper auf eine ganze Batterie naturwissenschaftlicher Verfahrensweise berufen kann.

Aber die Dynamik eines psychokulturellen Geschehens könnte sich der Betrachtungsweise durch ein Mikroskop entziehen.:-( Ein an sich gute Methode könnte also ungeeignet sein. Und die Gefahr lauert immer und überall, dass man, wenn man einen guten Hammer hat, Probleme wie Nägel behandelt.


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