So führe mich auf den rechten Weg (Allgemeines)

W.W. @, Dienstag, 07.07.2020, 18:04 (vor 146 Tagen) @ stefan

Und wenn ich eine sehr aktive MS mit regelmäßigen Schüben hätte, ich würde wahrscheinlich Tysabri nehmen.

Nichts zu tun, das würde ich da wahrscheinlich nicht aushalten.

Das ist interessant! Ich habe Judith Haas als fehlgeleitet empfunden, wenn man das sagen darf. Ich würde dringendst von Tysabri abraten, weil man die Ursache der MS nicht kennt, und weil Tysabri gefährlich ist. Und wegen der heute bereits erwähnten Asymmetrie: Man fängt etwas an, und mir scheint es so, dass man es dann weiter tun müsste, weil man "A" gesagt hat, und man "B" sagen muss, wenn es nichts hilft. Man reitet sich meiner Ansicht nach immer mehr rein.

Aber ich glaube nicht, dass man hierüber rational diskutieren kann. Es gibt nur die Verstrickung und einen selbstgestrickten Charakter, der eng werden kann wie ein Panzer. Dabei fällt mir ein: Auch Psychotherapeuten würden niemanden durch gute Tipps heilen wollen. Soweit ich weiß, setzen auch sie auf Einsicht, obwohl es sehr lange dauern kann, bis es einem dämmert.

Dennoch: Mehr und mehr komme ich mir wie ein Scharlatan vor, der etwas vorgegaukelt hat, indem er sich vielleicht ungeschickt ausdrückte (wenn diese Entschuldigung überhaupt gelten sollte.:confused: ).

Wolfgang

PS: Tue ich als Neurologe eigentlich etwas, wenn ich einen Menschen dazu bringe, sich selbst zu erkennen? Wenn ich ihm Mut zuspreche, wenn ich glaube, dass er sich auf dem richtigen Weg befindet? Indem ich ihn schütze vor Menschen, die ich für Betrüger halte? Ich gerate immer mehr ins Grübeln.:-( Und ich antworte nur noch, um nicht den Eindruck zu erwecken, ich würde die Gegenmeinungen nicht ernst nehmen.


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