Gurus der MS (Allgemeines)

stefan ⌂ @, Berlin, Dienstag, 07.07.2020, 09:46 (vor 28 Tagen) @ W.W.

Ja, das könnte gut sein! Einleuchtender erscheint mir jedoch, dass sie sich ausgesucht haben, was ihnen zusagt, dass also vor allem die zu mir gekommen sind, die etwas gegen Pharmaindustrie hatten, die auf eine "natürlichere" Art mit ihrer Erkrankung umgehen wollten.

Ich denke auch, dass du vor allen Dingen Patienten hattest, die diese Meinung teilten. Du hast sie darin bestärkt, Ihnen wahrscheinlich regelmäßig einen milden Verlauf prophezeit, wenn es gut ging sind sie dann bei dir geblieben, und wenn es entgegen Deiner Prognose schlechter wurde irgendwann enttäuscht weggeblieben.

Ich glaube mich durchaus auch an diverse Menschen und entsprechende KritikerInnen erinnern zu können. Deine PatientenInnen teilen sich im Prinzip in zwei Gruppen: Fans, mit positivem Verlauf, und Kritiker, bei denen es schlechter wurde und Deine Prognose eben nicht zutraf, und die dann nicht mehr zu Dir kamen.

Ich glaube, diese Arbeitsweise unter Neurologen in Bezug auf MS ist nicht selten: Frau Professor Haas vom Jüdischen Krankenhaus hat es meiner Erfahrung nach ganz genauso gemacht. Sie hat irgendeine Basistherapie verordnet, einen milden Verlauf erwartet und in Aussicht gestellt, wenn es so kam waren alle zufrieden und wenn es schlimmer wurde, gab es halt noch andere Therapieversuche bis irgendwann wahrscheinlich dann doch enttäuscht aufgegeben wurde...

Bestimmte „Koryphäen“ der MS Medizin machen sich so zum „Guru“ bzw. „Experten“: Empfehlen eine Vorgehensweise, wenn es gut geht haben sie Fans und die andern verschwinden halt zumeist enttäuscht.

Ich habe in meinem ersten Jahr der MS beides erlebt. Frau Prof. Haas mit der Diagnose MS und entsprechender hoffnungsvoller Empfehlung von Basistherapie und Dich mit Deiner Haltung dazu..., der ich ja durchaus auch nicht abgeneigt gegenüber stand ... 20 Jahre her...


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