Über die Zukunft der MS-Therapie (Allgemeines)

Boggy, Montag, 06.07.2020, 14:51 (vor 33 Tagen) @ W.W.

Ausgangspunkt:
Und täglich grüßt das Murmeltier … :wink:

Die MS steht meiner Ansicht nach zwischen den Krankheiten, indem sie 1. eine "psychosomatische Krankheit" ist, aber nichts mit den üblichen psychosomatischen Krankheiten (Migräne, Colitis ulcerosa, Asthma...) zu tun hat.

Etwas zum Nachdenken:
Ihr Psychosomatik-Begriff entleert den Begriff und macht ihn wertlos.

Zur allgemeinen Einordnung:
Das Zusammenspiel von Körper, Geist und Psyche in ihrem Umfeld ist hoch komplex, und muß für jede einzelne Krankheit überprüfbar untersucht und belegt werden; mit entsprechenden, überprüfbaren Angaben, wie groß und in welcher konkreten Form ein psychischer Anteil besteht.

Ich kann beide Thesen auch zusammenfassen und behaupten, dass die MS eine Zivilisationskrankheit ist, die im Zusammenhang mit unserer modernen Lebensweise entstanden ist. Meine Vermutung steht und fällt mit der Annahme, dass es die MS vor dem 19. Jahrhundert nicht gab. So bin ich z.B. einerseits überzeugt, dass Lidwina von Schidam keine MS hatte, andererseits gebe ich zu, dass es sicher außerordentlich schwierig war, eine MS zu diagnostizieren, bevor sie von Charcot klassisch beschrieben worden ist, obwohl ich hier eine Einschränkung machen möchte: In manchen Fällen verläuft eine MS so typisch, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass sie von Schriftstellern übersehen wurde.

Ihre Vermutung ist bei genauer Betrachtung nur ein fester Glaube, und hat nichts, worauf er belastbar gründen könnte.

Ob Lidwina MS hatte oder nicht, spielt für die Argumentation im Grunde keine Rolle.
Hatte sie MS, dann ist die MS keine "Zivilisationskrankheit"; hatte sie keine, dann sind wir so schlau wie vorher;
denn es bleibt dabei:
Wir wissen nicht, wie lange es MS gibt (und können es wahrscheinlich auch gar nicht wissen). Möglicherweise ist sie so alt wie die Menschheit.
Das ist ein Problem der historischen Quellen.
Sie existieren einfach nicht.
Die Frage ist nicht zu beantworten.
Wir wissen es nicht!
Und wenn wir sie hätten, käme noch ein Sack voll quellenkritischer Probleme hinzu. Z.B.:

Speziell die Frage der Aussagekraft historischer Quellen, der Probleme der Deutung und "Übersetzung" der gewählten Worte etc.
– und weiter z.B. die Frage, ob ein Krankheitsbild wie die MS überhaupt hätte Erwähnung finden können in den damaligen (wenigen) Schriften. usw., denn im Gegensatz zu dem, was Sie behaupten, erscheint die MS nicht „so typisch“ mit einem auffälligen Symptom, sondern vielfältig; und einzelne, auffällige Symptome wie Lähmungen, Sehstörungen wären auch nur als solche, also als „Lähmung“ oder „Erblindung“ usw. registriert worden, was wiederum anderen, unterschiedlichen Krankheiten zugeordnet werden kann.

Das ist nur eine Auswahl der quellenkritischen Probleme, die auftauchen würden, wenn wir entsprechende Quellen überhaupt hätten – die haben wir aber nicht, soweit ich weiß.

Ihre abschließende Empfehlung:

und es wäre besser, in seinem Leben Konstellationen auszumachen, die letztendlich zu einer Überlastung unseres Nervensystems und zu einer Schädigung der Myelinproduzierenden Zelle führen.
Ich meine damit nicht "psychologische" Faktoren, sondern Gewohnheiten, die für unsere Zivilisation typisch sind, und die weder durch Psychotherapeuten, noch Psychotherapeutinnen verändert werden können.

beruht also auf rein subjektiven Annahmen und Vorstellung von Ihnen, für die die Grundlagen fehlen.

Der Beitrag, auf den Sie sich beziehen, ist vermutlich der von Peter bei Sallys.
https://www.sallys-ms-cafe.de/forum/index.php?id=179664

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.


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