Versagen (Allgemeines)

tournesol @, Freitag, 03.07.2020, 18:08 (vor 150 Tagen) @ W.W.

Was Stefan und ich vielleicht suchen (aber ich bin mir da nicht so ganz sicher), ist, wie wir vermeiden können, anderen zur Last zu fallen.

Und ich sehe keinen Ausweg, egal, ob ich oder der andere mir zur Last fällt. Man bleibt nicht erschöpft an dem Berghang liegen, auf dem man immer wieder einen Felsbrocken hinaufrollt, und stirbt mit dem Ziel vor Augen. Schön wäre es, aber der Tod ist anders!

Aber ich will Sie nicht mit diesen trüben Gedanken quälen. Trotzdem ist es schön, hierüber einmal sprechen zu dürfen.:-) Weil es so ehrlich ist.

W.W.

Sie quälen mich mit diesen Gedanken nicht.

Es muss nach einer Lösung gesucht werden, mit der beide leben können. Am schlimmsten finde ich an schwierigen, belastenden Situationen, wenn sie ausweglos erscheinen, ohne Perspektive, dass sie sich zum Guten verändern können. Wenn ich unglücklich bin, weil ich mein Leben aufgeben habe um jemand zu pflegen, worauf soll ich dann hoffen? Dass er stirbt, nicht damit er erlöst wird, sondern ich? Das fände ich am schlimmsten daran.

Auch in der Situation mit unserem Sohn hat mich diese zeitweise Hoffnungslosigkeit am meisten belastet, wo wir nichts tun konnten, da wir von Ämtern abhängig waren und die Mitarbeiter/innen alles anders gesehen haben.

Jetzt in der Situation mit Corona ist es für mich ähnlich. Als man allgemein davon ausging, dass die Maßnahmen für eine begrenzte Zeit nötig sind, waren sie für mich kein Problem.
Aber worauf soll ich jetzt hoffen? Dass das Virus irgendwie von selber wieder verschwindet, auf einen Impfstoff, mich an die Abstandsregeln zu gewöhnen als 'neue Normalität' auf unabsehbare Zeit …? Und wieder gibt es welche, die das alles für gar nicht so schlimm erachten.


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