Versagen (Allgemeines)

W.W. @, Freitag, 03.07.2020, 09:59 (vor 41 Tagen) @ stefan

Das Gefühl, selbst zu versagen, den eigenen Erwartungen nicht mehr zu entsprechen, Demenz oder Inkontinenz, Impotenz oder Inkompetenz, einfach nicht mehr den Erwartungen zu entsprechen, abgelehnt und ausgeschlossen, abgeschoben zu werden, entsprechende Sorgen, das ist in einem „MS“Forum wahrscheinlich nicht unbekannt.

Diese Sorge ist einerseits sicher berechtigt wie die Trauer über den realen Verlust. Gleichzeitig besteht eine Gefahr, sich selbst damit aufzugeben, zu übersehen, was auch immer „es ist“.

Hey, das bin ICH, ich bin ein Mensch, dies ist mein Leben, meine „Realität“, und statt „Euthanasie“ gilt es jetzt gerade das Besondere, Wertvolle, Einzigartige, Menschliche, Großartige an mir mit meinem Leiden, Schwächen, Einschränkungen nicht nur nicht zu übersehen, sondern anzuerkennen, zu leben.

Ich fürchte - und wage das kaum auszusprechen, weil ich daran gemessen werden könnte -, dass wir den anderen nicht im Stich lassen dürfen, ohne uns schuldig zu machen, auch wenn er dement, kriminell oder rollstuhlabhängig wird.

Wir können uns nicht damit entschuldigen, dass wir entscheiden, wir würden nicht wegen des Schicksals des anderen unser eigenes Leben versauen wollen. Ich glaube, das geht nicht!

Wolfgang

PS: Ich hoffe, ich habe dich nicht missverstanden!:-( Aber ich merke, wie wir mit diesem Gespräch an die Grenze des Sagbaren kommen.


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