Heidegger, Pia, die Bücherverbrennung und MS (Straßencafé)

W.W. @, Freitag, 03.07.2020, 09:10 (vor 40 Tagen) @ tournesol

Ich habe es anders verstanden: Verzeihen kann das Versagen niemand, aber sie lieben ihn trotzdem weiter als Mensch, der er als Vater bzw. Großvater war, auch wenn sie sein Verhalten als Nazi-Jurist verurteilen.

In der Dimension ist es auf keinen Fall vergleichbar, aber ich war in einem ähnlichen Zwiespalt, als es große Probleme mit unserem Sohn gab und sein Verhalten auch für uns unerträglich war. Er war trotzdem immer unser Sohn.

Wie ich zu jemand stehen könnte, der mir nahe steht und schwere Verbrechen begeht, weiß ich nicht. Ich kann mir vorstellen, die Tat zu verurteilen und den Mensch trotzdem zu lieben.

Sie sprechen ein schweres Problem an: Verstehen und verzeihen könnten zweierlei sein, und man könnte sogar einen Menschen, der Unverzeihliches getan hat, weiter lieben?:confused: Das zerreißt mich und bringt mich auf jeden Fall an eine Grenze, vor der ich Angst habe.

Um es auf die Spitze zu treiben: Ich glaube, meine Frau fürchtet, ich könnte sie im Stich lassen, wenn sie dement wird. Dasselbe fürchte ich. Man könnte also ein Kind, einen Ehepartner, Freund oder Freundin verlassen, wenn er oder sie den eigenen Vorstellungen nicht mehr entspricht?! Dieser Gedanke ist schwer erträglich!:confused:

Kann man denken: Du hast mich einmal, zweimal und sogar dreimal enttäuscht! Und jetzt ist Schluss - für immer?! Ich glaube, es gibt keinen Ausweg.

W.W. (Der Sachverhalt ist so schwierig, dass ich mich ganz sicher nicht richtig ausgedrückt habe.:-( )


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