Heidegger, Pia, die Bücherverbrennung und MS (Straßencafé)

tournesol @, Donnerstag, 02.07.2020, 23:23 (vor 42 Tagen) @ W.W.

Ich habe das Interview gelesen. Es berührt sehr, wenn man als Sohn oder Enkel sagt: "Ich kann verzeihen, dass du versagt hast!" Aber bin ich dann nicht wieder beim relativieren?:confused:

W.W.

Ich habe es anders verstanden: Verzeihen kann das Versagen niemand, aber sie lieben ihn trotzdem weiter als Mensch, der er als Vater bzw. Großvater war, auch wenn sie sein Verhalten als Nazi-Jurist verurteilen.

In der Dimension ist es auf keinen Fall vergleichbar, aber ich war in einem ähnlichen Zwiespalt, als es große Probleme mit unserem Sohn gab und sein Verhalten auch für uns unerträglich war. Er war trotzdem immer unser Sohn.

Wie ich zu jemand stehen könnte, der mir nahe steht und schwere Verbrechen begeht, weiß ich nicht. Ich kann mir vorstellen, die Tat zu verurteilen und den Mensch trotzdem zu lieben.


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