Antwort auf einen Zwischenruf (Straßencafé)

tournesol @, Montag, 29.06.2020, 12:28 (vor 5 Tagen) @ W.W.

Was Stefan geschrieben hat, spricht mich an - denn es gibt etwas, das einen jenseits aller Wörter, die man auf die Goldwaage legen muss, anspricht.

Ja, es ist wichtig, dass man sich klar ausdrückt, und es ist noch wichtiger, dass man bei der Wahrheit bleibt, und noch noch wichtiger, dass man andere nicht manipuliert.

Das, was Sie anstreben, ist meiner Meinung nach gar nicht möglich.

Es gibt Lügen, wo jemand bewusst die Unwahrheit sagt um etwas Bestimmtes zu erreichen und es gibt bewusste Manipulationen.

Die Wahrheit ist aber nicht das Gegenteil einer Lüge, weil es die Wahrheit gar nicht gibt.

Selbst wenn ich mich bei dem, was ich schreibe nur streng an die Fakten halte, kann das eine ganz falsche Vorstellung auslösen.

Ich habe heute mein 25-jähriges Dienstjubiläum und deshalb einen Tag Sonderurlaub. Das entspricht den Tatsachen.
Logischerweise würde man jetzt denken, ich habe am 29. Juni 1995 angefangen zu arbeiten.
Ich habe aber am 5. April 1983 angefangen, hatte Elternzeit und war beurlaubt, wodurch ich 15 Jahre am Stück gar nicht gearbeitet habe. Das haben sie alles irgendwie verrechnet, so dass der Tag heute rauskam. Warum weiß ich nicht.

Wenn ich etwas hier schreibe, will ich niemand bewusst manipulieren, sondern meine Sichtweise vermitteln. Ich weiß aber nicht (außer bei einigen, die ausdrücklich von Triggern geschrieben haben), was das was ich schreibe bei anderen auslöst.

Ähnlich ist es mit der Themaverfehlung! Man liest etwas, etwas in einem wird angesprochen, und man antwortet drauf, aber es stellt sich heraus, man ist ganz ungebührlich auf etwas angesprungen, was gar nicht so gemeint war.

'Ungebührlich' finde ich das nicht. Ich reagiere nicht darauf, wie etwas gemeint war, sondern wie ich es verstanden habe.
Vielleicht würde es helfen, sein Verstehen zu hinterfragen und ggf. nachzufragen, wie der Beitrag gemeint war.

Aber all dieses unterläuft einem ständig, obwohl man es nicht will!:-( Schon allein, wenn man etwas etwas ironisch meint! Ist Ironie überhaupt erlaubt? Ich weiß, es hat etwas Unangenehmes, wenn man ironisch ist (sagt die kleine My), etwas Unehrliches und Heimtückisches, aber unterläuft es einem nicht immer wieder, das man etwas ein bisschen zu ironisch meint?

Ironie ist kein Problem, wenn beide Seiten es so verstehen. In einem Forum, wo man den Anderen nicht kennt, ist das nicht so einfach und kann daher zu Missverständnissen führen, wie ich feststellen musste.

Ironie, Themaverfehlung, nicht nachvollziehbare Assoziationen... wir müssten diese Stolpersteine aus unserer Rede eliminieren, um nicht Gefahr zu laufen, aneinander vorbei zu reden. Aber können wir das, und wenn wir das täten, würde dann unsere Rede nicht bedeutungslos?

Ich denke, wir können das nicht.

Ich merke, dass ich dem Ganzen nicht mehr richtig gewachsen bin.:-( Die Assoziationen von Agno verstehe ich oft nicht (keine Ahnung, was flintstones sind und an welche Grenze sie von klugen Damen sanft geführt werden), und ich weiß auch nicht, was fRAUb meint, und bei Stefan lasse ich mich gern darauf ein, wenn er das Thema aus dem Ruder läuft oder es sogar nicht einmal auf der Spur halten will.

Ich verstehe auch manches, was hier geschrieben wird, nicht. Da denke ich hilft, wenn es einen näher interessiert, nur nachfragen.

Auf meinen Spaziergängen denke ich manchmal, wenn man etwas ausdrücken wollte, was einem wirklich wichtig ist, aber nicht ausdrücken kann, was macht man dann? Versucht man, etwas Weltweises vor sich hin zu murmeln wie ein asiatischer Mönch, oder versucht man es, indem man stockend und sich unterbrechend immer wieder einen neuen Anlauf nimmt, um die Hürde, an der man schon tausendmal gescheitert ist, doch noch zu nehmen? Oder lässt man es und vermeldet nur noch Tatsachen wie Mark Twain.

Wenn es mir wichtig ist, versuche ich es auszudrücken. Auch Tatsachen können beim Leser anders ankommen, als sie gemeint waren.

Wenn ich also auf dieses Forum schaue, frage ich mich, was Kommunikation bezwecken will?! Einen Gedankenaustausch über die MS? Eine Übermittlung von Tatsachen, die in weltweiten Forschung bewiesen wurden? Ein Versuch, in den Lawinenmassen der Informationen die Übersicht zu bewahren?

Das ist wahrscheinlich bei jedem, auch je nach aktueller Verfassung, anders.


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