Antwort auf einen Zwischenruf (Straßencafé)

W.W. @, Montag, 29.06.2020, 10:54 (vor 6 Tagen)

Was Stefan geschrieben hat, spricht mich an - denn es gibt etwas, das einen jenseits aller Wörter, die man auf die Goldwaage legen muss, anspricht.

Ja, es ist wichtig, dass man sich klar ausdrückt, und es ist noch wichtiger, dass man bei der Wahrheit bleibt, und noch noch wichtiger, dass man andere nicht manipuliert.

Aber all dieses unterläuft einem ständig, obwohl man es nicht will!:-( Schon allein, wenn man etwas etwas ironisch meint! Ist Ironie überhaupt erlaubt? Ich weiß, es hat etwas Unangenehmes, wenn man ironisch ist (sagt die kleine My), etwas Unehrliches und Heimtückisches, aber unterläuft es einem nicht immer wieder, das man etwas ein bisschen zu ironisch meint?

Ähnlich ist es mit der Themaverfehlung! Man liest etwas, etwas in einem wird angesprochen, und man antwortet drauf, aber es stellt sich heraus, man ist ganz ungebührlich auf etwas angesprungen, was gar nicht so gemeint war.

Und Assoziationen: Das ist ein weites Feld, was jemand unter Heimat, Religion, Schönheit und Rassismus versteht. Wir können uns nicht einmal darauf einigen, wer Schuld am 1. Weltkrieg war.

Ironie, Themaverfehlung, nicht nachvollziehbare Assoziationen... wir müssten diese Stolpersteine aus unserer Rede eliminieren, um nicht Gefahr zu laufen, aneinander vorbei zu reden. Aber können wir das, und wenn wir das täten, würde dann unsere Rede nicht bedeutungslos?

Ich merke, dass ich dem Ganzen nicht mehr richtig gewachsen bin.:-( Die Assoziationen von Agno verstehe ich oft nicht (keine Ahnung, was flintstones sind und an welche Grenze sie von klugen Damen sanft geführt werden), und ich weiß auch nicht, was fRAUb meint, und bei Stefan lasse ich mich gern darauf ein, wenn er das Thema aus dem Ruder läuft oder es sogar nicht einmal auf der Spur halten will.

Auf meinen Spaziergängen denke ich manchmal, wenn man etwas ausdrücken wollte, was einem wirklich wichtig ist, aber nicht ausdrücken kann, was macht man dann? Versucht man, etwas Weltweises vor sich hin zu murmeln wie ein asiatischer Mönch, oder versucht man es, indem man stockend und sich unterbrechend immer wieder einen neuen Anlauf nimmt, um die Hürde, an der man schon tausendmal gescheitert ist, doch noch zu nehmen? Oder lässt man es und vermeldet nur noch Tatsachen wie Mark Twain.

Wenn ich also auf dieses Forum schaue, frage ich mich, was Kommunikation bezwecken will?! Einen Gedankenaustausch über die MS? Eine Übermittlung von Tatsachen, die in weltweiten Forschung bewiesen wurden? Ein Versuch, in den Lawinenmassen der Informationen die Übersicht zu bewahren?

Und dann schreibt Stefan etwas darüber, dass er ja auch ein Mensch ist, der wahrgenommen und gehört werden will, und dass etwas verlorengegangen ist. Und ich lese es, und es mutet mir an wie eine kaiserliche Botschaft, die im fernen Peking nur für mich bestimmt war, aber auf ihrem Weg irgendwo in der Taiga ihre Verständlichkeit verloren hat.

W.W.


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