Solidarität (Straßencafé)

W.W. @, Samstag, 27.06.2020, 15:59 (vor 43 Tagen) @ stefan

Wir können durch die Tür gehen, über Prüfungen lächeln, ihnen keine Macht mehr über uns einräumen.

Unsere Steine, gewisse Aufgaben bleiben weiterhin, aber wir sind nicht allein, auch andere Menschen geht es wenig anders, und so komme ich zurück zu meinem Zwischenruf und jenem: ich bin einer von Euch!

Ich weiß nicht, ich weiß nicht...! Das ist ja gerade das Schöne an solchen Geschichten, dass sie jedem ermöglichen, eine eigene Deutung zu haben!:-) Meine Deutung ist, dass es furchtbar ist, bestellt zu sein und nicht abgeholt zu werden. Dass wir warten wie auf einem Bahnhof, der längst stillgelegt wurde.

Ganz im Ernst und ganz persönlich: Wenn wir einfach so sterben würden, ohne wenigstens einen Teil erledigt zu haben?! Ist das nicht ein schrecklicher Gedanke?

Wenn wir einfach so sterben würde, als sei es egal, ob wir gelebt haben. Dass wir in diesem Riesenuhrwerk, das keineswegs unerbittlich stur abläuft, sondern glitschig und wetterwendig wie ein Aal ist, dass wir aus diesem Leben, das wie Ton vor uns lag (als wir flügge wurden), nicht mehr gemacht haben?! Wenigstens einmal das Vorrücken des kleinen Zeigers verzögert hätten?!

Ich kann mir das Unerträgliche meiner Sichtweise gut vorstellen: Wie kann man wie ein Rabulist oder ein scholastischer Philosoph sich Sorgen um ungelegte Eier machen? So könnte man lachend den Kopf schütteln.

Jemand, der ganz anderer Ansicht wäre wie ich, würde sagen: Hör auf mit deinem Gram zu spielen, der wie ein Geier dir am Leben frisst!" Oberflächlich gesehen könnte er Recht haben, aber - und ich glaube, in diesem Punkt könnten wir uns einig sein - ohne das Skrupulöse, die Sorge wäre unser Leben leichter in doppeltem Sinn.

Es war schön, wieder einmal mit dir über die schwereren Dinge sprechen zu dürfen!:-)

Wolfgang


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