Solidarität (Straßencafé)

stefan ⌂ @, Berlin, Samstag, 27.06.2020, 14:55 (vor 39 Tagen) @ W.W.

Lieber Wolfgang,

Ich danke dir herzlich, du hast hier gleich zwei Geschichten wunderbar interpretiert, wie ich finde.

Es mag schrecklich sein, aber was genau?

Das sinnlose Warten? Die eigene Unsicherheit, der Glaube an solche Prüfungen, Obrigkeiten, Türsteher, Prüfer, Richter und Henker?

Da ist Sisyphus aus anderen Holz, wenn er sich gerade in jenem
verzweifelten Moment, wenn sein Stein jetzt schon wieder den Abhang hinuntergerollt ist also mit nach Camus entsprechender Verachtung seines Urteils aufmacht und er wieder neu Mut schafft. Es mag unmöglich sein, aber er versucht es erneut! In diesem einen Moment des Aufbäumens scheint er glücklich. Ein Glück, das dem Mann vor dem Gesetz oder jenem Diener unbekannt scheint, und Kafka hat uns noch selbst rätseln lassen, während sich Camus eindeutiger dann auf die Seite jener Beladenen geschlagen hat, und solidarisch, wenn keinen Weg doch eine andere Haltung gewiesen hat.

Wir können durch die Tür gehen, über Prüfungen lächeln, ihnen keine Macht mehr über uns einräumen.

Unsere Steine, gewisse Aufgaben bleiben weiterhin, aber wir sind nicht allein, auch andere Menschen geht es wenig anders, und so komme ich zurück zu meinem Zwischenruf und jenem: ich bin einer von Euch!

Ich danke alle für die Rückmeldungen und Anregungen!

--
Alles was lebt ist heilig.


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum