Exponentielles Wachstum, "Glockenkurve" u.ä. (Allgemeines)

Michael27, Mittwoch, 25.03.2020, 17:10 (vor 12 Tagen) @ W.W.

Es scheint also nicht so zu sein, dass man, wenn man den Gipfel der Infektionskurve von Covid-19 abflachen will, man in Kauf nehmen muss, dass die Zeit, bis der Durchseuchungsgrad erreicht ist, in die Länge gezogen wird.

Jein. Solange man bei einem deutlich niedrigeren Durchseuchungsgrad ist, braucht man unterstützende Parameter, damit "das Spiel nicht weitergeht". Da wir derzeit keinen natürlichen beschränkenden Parameter kennen (wie die höhere Temperatur bei Grippeviren), muss man, Stand heute, auf Kontakt-Beschränkungen zurückgreifen - bis ein Medikament oder Impfstoff existiert. Das (Medikament, Impfstoff) wäre dann ein neuer, das exponentielle Wachstum beschränkender Parameter.

Natürlich bleiben zwei Befürchtungen: 1. man könne die ergriffenen Maßnahmen zu früh beenden, so dass sie wie ein Feuer, das man ungenügend gelöscht hat, wieder aufflackert, und 2., es könnte etwas der Corona-Infektion innewohnen, dass wellenförmig wieder in Erscheinung treten kann.

Zum Punkt 1:
Das kann man auch bewusst so einsetzen, um die restriktive Phase nicht zu lange auszudehnen: Warten, bis die Neu-Infektionen deutlich runtergehen (gegen Null); dann Maßnahmen lockern; neue Fälle einzeln nachverfolgen (Kontaktpersonen, --> Quarantäne); sollte die Zahl an Neu-Infizierten stärker ansteigen: zu den derzeitigen Beschränkungen zurückkehren.
Ich sage mal so locker daher: das könnte ich mir mit 2 oder 3 solchen "Durchläufen" im Laufe eines Jahres als realistisches Szenario vorstellen. Dabei kann man ja z.B. erst mal Schulen, Kitas und Unis wieder öffnen. Außerdem - mit gewissen Vorsichtsmaßnahmen - vielleicht wieder Hotels und Restaurants. Aber noch keine Sportveranstaltungen mit Zuschauern oder Theater und Konzerte. Mit dem in diesen Wochen steigenden Problem-Bewusstsein könnte so was klappen - wenn es gut kommuniziert wird.

Michael


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