Zur Wahrscheinlichkeit, ein Tiger sei hinter dem Gebüsch... (Allgemeines)

jerry @, Mittwoch, 25.03.2020, 15:04 (vor 8 Tagen) @ naseweis

... und der Aussagekraft der Tests fand ich dies...

Der Beitrag stammt nicht von der Redaktion des Freitag, sondern einem Blog. Es geht dem Autoren um die Beurteilung von Testergebnissen im Fall Corona.

Dessen Meinung zufolge müssten für die Beurteilung eines Testergebnisses einige Informationen sicher vorliegen, um daraus die richtigen Schlussfolgerungen ziehen zu können. Er nennt die Spezifität und Sensitivität, sowie (für mich neu bzw wieder vergessen, mein wissenschaftliches Studium liegt halt ein Weilchen zurück ;-) ) die Basiswahrscheinlichkeit resp. -rate.

Genau hier scheint es Probleme zu geben bei hierzulande angewandten Testmethoden, deren Sensitivität und Spezifität nicht wirklich bekannt sind.

Es existiert inzwischen ein immunologischer Schnelltest, entwickelt von chinesischen Forschern, der dem hier üblichen PCR-Test in mancher Beziehung überlegen sei. (siehe auch hier)

Im Artikel der kleinezeitung.at werden Spezifität sowie Sensibilität jenes neuen Tests angegeben.

Hab daraufhin für den chinesischen Test mal berechnet, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein positives Ergebnis auch wirklich das Vorliegen einer Covid-19 Infektion bedeutet. Spannend fand ich dabei, dass der Basisrate (also dem Wert, den wir absolut nicht wissen, sondern nur schätzen können: wie viele Menschen tatsächlich bereits Virusträger sind) eine entscheidende Bedeutung zukommt.

Angenommen, von 10.000 Getesteten sei real jeder zehnte an Corona erkrankt, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass ein positiver Testausfall bedeutet, der untersuchte Proband sei auch tatsächlich einer von jenen Kranken, bei 52%.

Bei einer angenommenen 'tatsächlichen' Rate von 20% Erkrankten liegt diese Wahrscheinlichkeit bei immerhin schon 71% ...

Es bleibt schwierig... :lookaround:


jerry


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