Realität gemeinsam schaffen (Allgemeines)

Tiff-Ahn, Mittwoch, 12.02.2020, 18:24 (vor 10 Tagen) @ IceUrmel

Ich wage zu behaupten, dass die meisten Menschen so erzogen wurden – ich übrigens auch.

Das aufgeklärte kritische Elternhaus, das mit den Kindern über die Zusammenhänge der Welt diskutiert, sie Dinge hinterfragen lässt, Rede und Antwort auch bei elterntypischen Abweichungen in Theorie und Praxis steht – diese aushält - und sie so zu eigenständig denkenden Wesen werden lässt, existiert hier noch nicht lange.

Ja aber es kann eine politische Athmosphäre der Aufklärung da sein, die inspirierend wirkt, die könnte das ausgleichen. Die ist aber weg.

Du glaubst nicht, wie viele Menschen keine Lust haben, sich beispielsweise mit den politischen Gegebenheiten auseinanderzusetzen – ich habe dazu mal böse angemerkt: die haben das Denken outgesourct – und es macht mich jedes Mal sprachlos.

s.u.


Das habe ich mich auch schon gefragt und muss zugeben, dass ich manchmal denke: hat alles keinen Zweck.

Das will ich nicht sagen, aber vielleicht passt der Weg nicht?

Wenn ich mir die Wahlbeteiligung egal welcher Wahl ansehe, kriege ich Beklemmungen. Dass durchschnittlich etwa 35-45 % der Wahlberechtigten ihre Stimme nicht abgeben, obwohl sie dafür nicht mal am festgelegten Termin mehr ins Wahllokal müssen, macht mich wütend.

Aber gibt es wirklich noch eine Wahl?

Wir sind es, die zulassen, dass die Wirtschaft den Kurs ziemlich einseitig bestimmt, wie sind es, die das einseitige Denken zulassen, wir erziehen unsere Kinder zu stromlinienförmigen Wesen, damit sie es später mal zu etwas bringen.

Wir sind eine merkwürdige Spezies, wir brauchen lange um zu lernen und uns aus gewohnten Mustern zu bewegen, aber es besteht Hoffnung.

Noch nie wussten wir über das Fehlverhalten von Management, Politik, Nationen, Firmen etc. pp. so gut bescheid wie heute.

Wir haben Organisationen, die sich darum bemühen einen Gegenpol darzustellen; es gibt Bewegungen, die für eine gerechtere Welt kämpfen, Whistleblower, Lobbycontrol, Correctiv, Plattformen für Kampagnen (Campact/WeAct) und und und.

Uiuiuiui schade, ich hab nicht die Muse um tiefer drauf einzugehen, aber es wäre spannend.

Es ist an uns allen, uns einzumischen und einzubringen, bei den Organisationen, von denen wir meinen, dass sie sich am besten für unsere Belange einsetzen. Das kostet Zeit, Kraft und/oder Geld, doch ohne gebündeltes Know-how und Stärke wird wenig gelingen.

:clap: :thumps up:


Liebe IceUrmel,

ein einem seiner Vorträge "Warum schweigen die Lämmer" erklärt Prof. Mausfeld ganz genau diese Phänomen, über welches du so klagst und er erläutert detailliert, dass diese Lethargie gewollt ist und wie sie künstlich geschaffen wurde/wird.
Mausi ist Professor für allgemeine Psychologie mit Schwerpunkt für Kognitions- und Wahrnehmungspsychologie,
und in diesem Interview
https://www.youtube.com/watch?v=9t40guoRABU - keine Angst, das ist nicht von Ken Jebsen ;-) sondern von acTVism,

beschreibt er gleich zu Beginn seine Jugend und die damals herrschenden autoritären Strukturen, die sehr manifest waren .... die Ideologie ... konnte man fast .. sehen. ... das fühlte sich schlecht an ... hatte aber den Vorteil, dass die Autortät, die Macht, die Ideologie sozusagen greifbar war für den, der sie sehen wollte*, das ist heute anders... die Konturen sind weg...
*Das gibt eine Chance zu sehen - die Macht ist da, die Macht ist greifbar und sich dann damit auseinanderzusetzen ....

Wut tut gut und macht MUT! Ich glaub, das hilft auch bei MS rofl

Mach weiter so und Beste Grüße flowers


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