Realität gemeinsam schaffen (Allgemeines)

IceUrmel, Mittwoch, 12.02.2020, 16:46 (vor 51 Tagen) @ Tiff-Ahn

Vielleicht wurden sie dazu erzogen, sich lieber bequem ablenken zu lassen als sich mit schwierigen Themen zu befassen? Als für ihre Freiheit selbstverantwortlich einzutreten?

Ich wage zu behaupten, dass die meisten Menschen so erzogen wurden – ich übrigens auch.

Das aufgeklärte kritische Elternhaus, das mit den Kindern über die Zusammenhänge der Welt diskutiert, sie Dinge hinterfragen lässt, Rede und Antwort auch bei elterntypischen Abweichungen in Theorie und Praxis steht – diese aushält - und sie so zu eigenständig denkenden Wesen werden lässt, existiert hier noch nicht lange.

Aber es ist der falsche Diskussionsansatz, die Struktur ist das Problem und dann lohnt es nicht, über eine kleine Ausformung desselben zu reden.

Du glaubst nicht, wie viele Menschen keine Lust haben, sich beispielsweise mit den politischen Gegebenheiten auseinanderzusetzen – ich habe dazu mal böse angemerkt: die haben das Denken outgesourct – und es macht mich jedes Mal sprachlos.


Ich verstehe einfach nicht, wie Du als Fan der "Anstalt"
z. B.
"Erpressung im großen Stil! Wirtschaften in der EU - Die Anstalt vom 28.05.2019 | ZDF"
https://www.youtube.com/watch?v=ab4TTtIKTrs
noch an Demokratie glaubst.

Das habe ich mich auch schon gefragt und muss zugeben, dass ich manchmal denke: hat alles keinen Zweck.

Wenn ich mir die Wahlbeteiligung egal welcher Wahl ansehe, kriege ich Beklemmungen. Dass durchschnittlich etwa 35-45 % der Wahlberechtigten ihre Stimme nicht abgeben, obwohl sie dafür nicht mal am festgelegten Termin mehr ins Wahllokal müssen, macht mich wütend.

Gerne wird dann das „ändert-sich-ja-sowieso-nichts“ Mantra bemüht. Ja, wenn dermaßen viele Menschen nicht wählen, kann sich auch nichts ändern.

Und, by the way, dann wählen von denen, die ihr Stimmrecht ausüben auch noch viele gegen ihre eigenen Interessen. Warum? Ist es vielleicht netter sich vorzustellen, man könnte irgendwann mal Millionen erben und bräuchte dann nichts davon abgeben?

Am besten sind aber Diejenigen, die nicht wählen gehen und sich hinterher darüber beschweren, was „die Politik“ verzapft. Da springt mir doch glatt der Draht aus der Mütze.

Wir sind es, die zulassen, dass die Wirtschaft den Kurs ziemlich einseitig bestimmt, wie sind es, die das einseitige Denken zulassen, wir erziehen unsere Kinder zu stromlinienförmigen Wesen, damit sie es später mal zu etwas bringen.

Wir sind eine merkwürdige Spezies, wir brauchen lange um zu lernen und uns aus gewohnten Mustern zu bewegen, aber es besteht Hoffnung.

Noch nie wussten wir über das Fehlverhalten von Management, Politik, Nationen, Firmen etc. pp. so gut bescheid wie heute.

Wir haben Organisationen, die sich darum bemühen einen Gegenpol darzustellen; es gibt Bewegungen, die für eine gerechtere Welt kämpfen, Whistleblower, Lobbycontrol, Correctiv, Plattformen für Kampagnen (Campact/WeAct) und und und.

Es ist an uns allen, uns einzumischen und einzubringen, bei den Organisationen, von denen wir meinen, dass sie sich am besten für unsere Belange einsetzen. Das kostet Zeit, Kraft und/oder Geld, doch ohne gebündeltes Know-how und Stärke wird wenig gelingen.

Liebe Grüße

PS: Warnhinweis für Allergiker: Der obige Text könnte Spuren von Polemik aufweisen – Bei diesbezüglichen Unverträglichkeiten bitte erneut lesen.

PPS: Dass Volker Pispers nicht mehr aktiv ist bedaure ich sehr!


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