Wer braucht schon Datenschutz? (Allgemeines)

Lisa, Sonntag, 03.11.2019, 21:51 (vor 14 Tagen) @ Lisa

Die Liste derer, die unsere gesamte Gesundheitsdaten bekommen sollen ist schon ganz schön lang:

die für die Wahrnehmung der wirtschaftlichen Interessen gebildeten maßgeblichen Spitzenorganisationen der Leistungserbringer auf Bundesebene, der Spitzenverband Bund der Krankenkassen, die Bundes- und Landesverbände der Krankenkassen, die Krankenkassen, die Kassenärztlichen Bundesvereinigungen und Kassenärztlichen Vereinigungen, die Institutionen der Gesundheitsberichterstattung des Bundes und der Länder, die Institutionen der Gesundheitsversorgungsforschung, die Hochschulen sowie außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und sonstige Einrichtungen, die Daten zur unabhängigen wissenschaftlichen Forschung benötigen, der Gemeinsame Bundesausschuss, das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, das Institut des Bewertungsausschusses, die Beauftragte für Patientenbelange, maßgebliche Selbsthilfeorganisationen chronisch kranker und behinderter Menschen auf Bundesebene, das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen, das Institut für das Entgeldsystem im Krankenhaus, die für die gesetzliche Krankenversicherung zuständigen obersten Bundes- und Landesbehörden sowie übrige oberste Bundesbehörden, die Bundesärztekammer, die Bundeszahnärztekammer, die Bundespsychotherapeutenkammer sowie die Bundesapothekenkammer und schließlich die Deutsche Krankenhausgesellschaft.

Wie man Datenschutzabbau als Versorgungsinnovation framet Das Gesetz soll am 07. November beschlossen werden. Es bedarf nicht der Zustimmung des Bundesrates und soll am 01. Januar 2020 in Kraft treten.


Was könnte man für wunderbare Dinge mit diesen Daten tun...

Die DMSG muss für ihr MS Register gar nicht mehr fragen und bekommt auch Daten von MSlern, die nur zum Hausarzt oder vielleicht noch zum niedergelassenen Neurologen gehen. Ist das nicht wunderbar!

Das alles um Apps auf Kassenkosten zu entwickeln. Was ich bisher an MS-Apps gesehen habe, bestand aus der täglichen Aufzeichnung des eigenen Zustands, teilweise konnte man sich Ziele setzen und wurde beim Erreichen virtuelle bejubelt. Ich finde das einfach nur grauenvoll, denn ich möchte meinen Verfall nicht jeden Tag dokumentieren (müssen).

Deine Physiotherapie, Hilfsmittel oder Medikamente gibt es natürlich nur noch, wenn du brav jeden Tag deine App mit den getätigten Schritten, deinem Befinden und den Fotos sämtlicher Mahlzeiten fütterst. Wehe du bist da nicht engagiert genug und quälst dich nicht über die maximale Gehstrecke oder hältst dich nicht an die gerade aktuelle Ernährungsvorgabe.

Natürlich kann man sich dann auch den Wohltaten der medikamentösen MS-Therapie nicht mehr entziehen. In den USA ist die Tablette mit Aripiprazol, die ihre Einnahme meldet, schon zugelassen. Bisher kann sie bei Schizophrenie, bipolaren Störungen oder begleitend bei einer schweren Depression verschrieben werden. Warum nicht in jedem Medikament einsetzen, es kommt doch viel zu häufig vor, dass der Patient nach dem lesen des Beipackzettels auf die Einnahme verzichtet und es dem Arzt auch noch verschweigt.

https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/abilify-mycite-tablette-meldet-wenn-sie-eingenommen-wurde-a-1178049.html


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