Wenn man nicht genau weiß, was eine MS ist... (Allgemeines)

W.W. @, Freitag, 01.11.2019, 17:24 (vor 18 Tagen) @ Meta

Weil ich so viel Widerspruch bekomme, bin ich mir unsicher geworden. Sollte man nicht einfach von dem ausgehen, was fast alle Experten für richtig halten, und die MS für ein Autoimmungeschehen ansehen?

Das kann man machen, aber ich glaube es nicht. Und selbst wenn das Immunsystem etwas mit der MS zu tun hätte, könnte es nicht sein, dass es nicht primär in Unordnung gerät, sondern als Folge von etwas anderem, was dann eine vermeintliche Ursache durch eine wirkliche ersetzen würde.

Ein Beispiel: Man könnte Magengeschwüre für die Folge des Befalls der Magenschleimhaut mit Helicobacter halten und dann ein Antibioticum verordnen, was den Helicobacter beseitigt. Das klingt elegant, aber es wäre auch denkbar, dass Stress (heruntergeschluckter Ärger) die Magenschleimhaut anfällig für Helicobacter macht. Dann wäre die eigentliche Ursache der Stress.

Ein 2. Beispiel: Man weist im Liquor von Depressiven einen verringerten Serotoninspiegel nach, und kann diesen eleganter Weise dadurch anheben, dass man ein SSRI einnimmt. Es wäre aber auch denkbar, dass eine chronische Stressbelastung die Serotoninspeicher im Gehirn erschöpft und es so zu einem relativen Serotoninmangel kommt. Die "wirkliche" Ursache wäre dann der chronische Stress, und es wäre besser, die Lebenssituation des betroffenen Menschen zu verändern, als ein Medikament zu schlucken, das den Hirnstoffwechsel beeinflusst.

Was mich im tiefsten Sinn beunruhigt, ist, dass man das, was ich für logisch und nachvollziehbar halte, für verrückt erklärt.

W.W.


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