Kein Dorf, keine „Heimat“ weit in Sicht (Straßencafé)

stefan ⌂ @, Berlin, Sonntag, 27.10.2019, 19:45 (vor 18 Tagen) @ Zoe

Ich glaube, das Ende vieler Städte ist längst eingeleitet und die neuen Gebilde sind mehr Ameisenhaufen.

Ab einer gewissen Größte funktionieren Marktplätze nicht mehr, viel befahrene Strassen können nicht mehr überquert werden. Die Immobilienpreise steigen ins für viele unbezahlbare, es gibt viel Rückzug ins Private.

Ich selbst lebe am Rande von Berlin, ehemals ein Dorf. Gerade wurden und werden hier 1000 neue Wohneinheiten gebaut, es implodiert hier vieles, der Flughafen in spe wird weitere 30-40.000 neue Arbeitsplätze mitbringen und viel Verkehr. Das ehemals Dorf verschwindet.

Hier bei den Ufos war es eigentlich immer sehr übersichtlich und „dörflich“, auch wenn der Pfarrer gerne von einer grösseren Bedeutung und Einfluss predigt.

Aber auch hier, so mein Eindruck, gibt es tatsächlich wenig dörfliche Struktur.

In der Kirche herrscht Auflösung, ich sehe vor allem rein private Veranstaltungen und Themen, und keine gemeinsamen Partys oder Feste.

Im Prinzip Zustand einer aufgelösten Stadt, jedeS leidet vor sich hin, vermauert sich hinter eigenen Texten, ein gemeinsames Dorf, eine Gemeinschaft kann ich nicht erkennen oder siehst und erlebst Du hier viel Gemeinsames?

Die Ufos - Ausdruck früher einmal noch anders funktionierender und heute eben zerfallener und aufgelöster Struktur.

Lauter eigene „Bergklöster“, eingemauerter und ins Private zurückgezogener „Indianer“ mit unverständlich gewordenen Rauchzeichen.

So mein Eindruck.

„Heimat“ und Dörfer funktionieren wenn, dann wohl anders.


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