Petra Alexandra Bühl meint: "Früher durfte man noch krank sein" (Allgemeines)

IceUrmel, Samstag, 12.10.2019, 18:19 (vor 4 Tagen) @ agno


"selbstbewusst" war eine Interpretation ihrer Worte von mir.
Ja, auch ich kannte Alkoholiker und Seelenkrüppel unter den Kriegsbeschädigten.
Aber sie waren zu sehen.
Beim Einkaufen, in der Bahn, in der Kneipe usw.
Bein ab, Arm ab, Kopf deformiert...
Nun, da fast jeder Zweite Krebs bekommt, ist (fast) nichts sichtbar.
Die Blicke die man so auf sich zieht, sind schon etwas seltsam.

Ah, ich glaube ich verstehe.

Heutzutage, in der gebotoxten und gephotoshopten Gegenwart, ist selbst eine kleine Narbe ungewöhnlich – da gerät der/die augenfällig Versehrte schnell zur Sensation, die bestaunt wird?

Aber auch das hielte ich bloß für die halbe Wahrheit.

Ja, es wird optimiert bis der Arzt kommt - bisweilen auch dass der Arzt kommt ;-)

Trotzdem kann man m.E. heute viel unbefangener im Umgang mit Behinderungen/Erkrankungen sein als früher. Was wurde sich versteckt und unter den Teppich gekehrt und worüber wurde nicht alles geschwiegen und über den Tod Angehöriger hinaus gelogen.

Allerdings ist auch heute im Umgang noch ordentlich Luft nach oben – keine Frage.


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