Wenn ich einmal (Straßencafé)

stefan ⌂ @, Berlin, Montag, 23.09.2019, 17:04 (vor 31 Tagen)

Wenn ich einmal alt bin,
vielfach die Erfahrung hinnehmen musste,
mein Körper, nein,
es ist längst nicht mehr alles in Ordnung,
wenn ich einmal verstehe, diese Welt
sie gehört mir nicht mehr,
immer häufiger finde ich den Heimweg nicht mehr,
ich frage andere Menschen,
bitte darum, mir meinen Koffer zu tragen,
wenn ich also alt bin,
immer wieder neu nur noch dieselben Orte aufsuche,
dieselben Erinnerungen, Themen, Bilder,

dann
bin ich doch noch nicht wirklich alt,
solange ich traurig werden,
über meine Situation lächeln kann,
mich nicht beklage,
nicht Mauern um mich ziehe,
mich vor Unbekannten nicht ängstigen lasse,
meine Begrenztheit als Kränkung
nicht als Feind oder Verbotenes betrachte.

Wirklich alt, das bedeutet jenseits,
haltlos verlaufen,
niemand und nichts mehr zu erkennen,
allenfalls Geblubber,
keine Freunde oder Freuden mehr.

Wie es dort ist,
noch niemand hat es je besungen, beschrieben,
niemand ist wirklich zurückgekehrt,
so bleibt es offen,

unbeschreiblich.

nur von „außen“ zu betrachten.


Hey!

Ich bin noch da,
habe eine Heimat,
aufgehoben mitten drin,
kein noch oder aber
mit Freude am Spiel,
den Respekt vor dem Alter
schnell wieder über Bord geworfen.

gehe ich also weiter.

Senilität dauerhaft mir jetzt keine Freuden verspricht.


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