MS-Trier wird im AMSEL-Forum heftig angegriffen! (Allgemeines)

W.W. @, Donnerstag, 12.09.2019, 10:53 (vor 8 Tagen) @ W.W.

AndyDoc schreibt im AMSEL-Forum:

Immer wieder taucht die Stiftung Trier in allen möglichen Diskussionen auf. Ich habe mir deshalb mal die Zeit genommen, die erste Ausgabe des ZIMS Magazins durchzulesen

Gleich im ersten Artikel von Frau Scheiderbauer geht’s los: der Arzt, der Gegner des Patienten, der hilflos einem Komplott ausgeliefert ist. Dessen Erkrankung von verräterischen Ärzten und der übermächtigen Pharmaindustrie ausgenutzt wird.

Doch nicht nur die Ärzteschaft, das gesamte Gesundheitswesen Deutschlands (oder weltweit?) hat sich zusammengetan, um auf dem Rücken der Patienten die eigenen Interessen zu befriedigen und keinerlei Rückmeldung durch die Kranken zuzulassen.

Universitäten, Fachverbände, Ausbildungsordnung und Weiterbildungsverpflichtung- Augenwischerei! Antikorruptionsgesetz?
Nicht existent. Gesundheitsbehörden und Ethikrat- nie gehört.

Vordergründig werden Patientenvertretungen installiert, die jedoch Schattenkabinetten gleichen. Ohne Einfluss und Fachkompetenz. Mit Knechten besetzt, die nur ein Interesse haben, nämlich wirkliche Einflussnahme durch mündige Patienten zu unterbinden.

Und wo findet sich die wahre Kompetenz und der nicht zu unterdrückende Wille diese einzusetzen?

Das fasst sehr gut zusammen, was Jutta Scheiderbauer meiner Meinung nach wirklich meint: Der Patient könnte einem Komplott von Ärzten ausgesetzt sein, und zwar nicht einem Komplott der Ärzte insgesamt, sondern einem Komplott von DMSG-Ärzten, also Ärzten, die die DMSG leiten. Und diese Ärzte und die von ihnen geleitete DMSG bekommen erhebliche finanzielle Zuschüsse von der Pharmaindustrie.

Das könnte den Verdacht nahelegen, dass die DMSG-Ärzte und ihre Leitlinien nicht ganz unabhängig von der Pharmaindustrie sind. Wenn sich der Verdacht erhärten würde, dass die Veranstaltungen der DMSG von Pharmafirmen finanziell unterstützt werden und DMSG-Ärzte von Pharmafirmen Geld für ihre Vorträge und Forschung erhalten, dann ist das ein Sachverhalt, der Aufklärung bedarf, denn die Vermutung könnte ja naheliegen, dass die Leitlinien im Interesse der Pharmaindustrie geschrieben worden sind, aber von den Ärzten in den von der DMSG zertifizierten Ambulanzen so vertreten wird, als handele es sich um eine international anerkannte wissenschaftliche Wahrheit, an der es wenig zu deuteln gibt.

Wenn die Stiftung Trier auf diesen Missstand hinweist und den Finger in die Wunde legt, hat sie Recht! Ob die Art, wie sie es tut, die richtige ist? Sie scheint ja vielen Ärzten einen schlechten Charakter zu unterstellen (sie seien geldgierig und würden sich der gängigen Meinung anpassen), brechen den Stab über Medikamente, die im Einzelfall hilfreich sein können, und schüren so eine antipharmaindustrielle Haltung, wo es doch unbestritten sein sollte, wie hilfreich die Zusammenarbeit zwischen Forschung, Industrie und Patienten sein sollte, so dass das Treiben der Trierer Ärzte und der Betroffenen in ihrem Verband bedenklich erscheint.

Das scheint mir die Aussage der Ärztin AndyDoc zu sein. Sie fährt fort:

Genau bei Frau Scheiderbauer, selbst Ärztin nicht genannter Fachrichtung, die wie eine moderne Jeanne d‘Arc ihr Leben der Bekämpfung dieser Jauchegrube gewidmet hat.

In diesem Stil geht’s weiter. Ärzte werden mit Kugelschreibern und warmen Mahlzeiten bestochen. Patienten werden dem Vorwurf des Simulierens ausgesetzt. Früher jagte man sie als solche aus der Praxis, heute nutzen die sogenannten Mediziner den kleinsten Anhalt, um ihnen lebensbedrohliche Krankheiten anzudichten und dafür teure Medikamente zu verschreiben. Das wiederum, um den Zustrom an Kugelschreibern und Mahlzeiten nicht abreißen zu lassen.

Frau Scheiderbauers Feldzug endet jedoch nicht bei den Ärzten.
Auch die bisher so unverdächtigen, hart und für geringe Bezahlung arbeitenden Schwestern und Pfleger werden unterwandert. Vorsicht Patient! Auch sie üben Druck aus, um die hilflosen Patienten zu einer Therapie zu überreden. Statt Hilfe ist auch von Ihnen nur die Informationsbroschüre der Pharmaindustrie zu erwarten. Ihr Lohn wird wahrscheinlich in Kugelschreibern ausgezahlt.

Ich muss gestehen, nach der ersten Ausgabe des ZIMS-Magazins war ich fertig. Am Ende. Einfach platt. Ich hatte echt die Schnauze voll. Solch eine einseitige, übellaunige und für mich als Arzt auch unfreundliche Darstellung war einfach zu herabstimmend.
Das alles segelt unter der Flagge des mündigen kritischen Patienten.

Selten etwas gelesen, was allen Beteiligten: Patienten, Pflegern und Ärzten weniger gerecht wird als diese Texte.

Auch diese Vorwürfe sind bedenkenswert und zu entschuldigen, wenn man bedenkt, dass sie jemand in erregter Stimmung geschrieben hat. Ich muss gestehen, dass ich alles, was AndyDoc aufzählt und zu bedenken gibt, für richtig halte. Das Verwirrende scheint mir zu sein, dass AndyDoc das anprangert, was Jutta Scheiderbauer zu Recht auch anprangert, so dass man gar nicht mehr weiß, wer Recht hat. Beide scheinen Recht zu haben, aber so ganz klar ist mir nicht, was AndyDoc an Jutta Scheiderbauer auszusetzen hat.:confused:

Bringt es nicht auch etwas, wenn man zeigt, wie das Geld an den falschen Stellen vergeudet wird und damit Krankengymnastik, Ergotherapie, Psychotherapie und Hilfsmittel zu kurz kommen? Ein beliebter Einwand ist, dass Jutta Scheiderbauer mit ihrer Kritik an der Pharmaindustrie noch keinen MS-Patienten geheilt hat!? Und wie viele MS-Patienten sind von der Pharmaindustrie geheilt worden?

W.W.


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