die leidigen, alten Probleme in der Psychosomatik-Debatte (Allgemeines)

Boggy, Donnerstag, 15.08.2019, 12:20 (vor 4 Tagen) @ W.W.

es ist meine feste Überzeugung, dass man über die Psychosomatik nur "allgemein" reden kann. Die Psychosomatik entzieht sich einer mathematischen Betrachtungsweise oder dem naturwissenschaftlichen Zugriff. Weil sie - meiner Ansicht nach - etwas anderes ist. Sie ist keine mathematische oder naturwissenschaftliche Disziplin.

Ich glaube, daß die Psychosomatik, so wie sie heut betrieben wird, noch zu oft keine wissenschaftliche Disziplin ist. Das ist ein großes Problem. Es kommt zu einer Vermischung von Glaubensüberzeugungen in Form von theoretischen Konstrukten und Behauptungen und dem, was wissenschaftlich überprüfbar nachgewiesen wurde.

Ich glaube, das, was ich anspreche, ist das Problem des Reduktionismus. dem auch Descartes aufgesessen ist. Er meinte, eine gute Erklärung sei leicht verständlich und immer mechanisch.

Es geht auch - imho - nicht um Reduktionismus, sondern um die Frage: wollen wir auf die Forderung nach überprüfbaren Nachweisen verzichten, wenn jemand behauptet, er habe eine Erkenntnis zu einer Frage,
oder bestehen wir auf diesen überprüfbaren Nachweisen.

Wenn wir das nicht tun - und das ist und bleibt mein Hauptanliegen - dann öffnen wir den Scharlatanen, den Menschenverführern und Seelenfängern, oder einfach denen, die ihr eigenes Ego aufblasen wollen, um sich machtvoll zu fühlen, zum Schaden der erkrankten Menschen, Tür und Tor.

Wenn ich Sie richtig verstanden habe bisher, ist das etwas, was auch Sie nicht wollen.

Gruß
Boggy

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Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.


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