Warum die MS keine psychosomatische Krankheit ist! (Allgemeines)

W.W. @, Mittwoch, 14.08.2019, 18:25 (vor 5 Tagen) @ W.W.

Peter schreibt:

Wir leben in einer Zeit in der jeder die Welt verändern will aber niemand sich selbst.
Mainstreamorientierung, artistische Unterwerfungsanpassungen, opportunistischer Verrenkungen und Kapitalinteressen dominieren. Bei der MS-Ursachendefinition existieren labyrinthische Glaubenssysteme,interessengesteuerte Leitlinien sowie Heilungsaussagen zur MS aus der Esoterik, Anthroposophie und pseudowissenschaftlichen Gebrabbel.

Im Prinzip bin ich mit einigem, was Peter schreibt, einverstanden, wenn es manchmal auch etwas anstrengend ist, die sehr deftigen und heftigen Formulierungen zu schlucken!:-(

Begründet wird dieses Erklärungsmodell, welches keiner wissenschaftlichen Überprüfung standhält, mit subjektiven empirischen Erfahrungen aus Stress im familiären Umfeld(Scheidung,Trennung,Probleme in der Kindererziehung etc.),mit Überlastungen im Beruf,finanzielle Probleme sowie Lebensstil( Rauchen,Alkohol, Zucker und falsches Essen).
Unter der Vorherrschaft dieses Konstruktionsmuster wird munter herum interpretiert und mehr oder weniger willkürlich, spekulativen Bedeutungen herausgearbeitet.
Dabei geht es letztlich um eine nicht bewiesene Theorie-Vereinfachung bei denen nicht mehr reflektiert oder nach dem Sinn der vorgenommenen Bedeutungszuschreibungen gefragt wird.
Und erst recht nicht nach wissenschaftlichen Fundierung.

Hier würde ich Nalini recht geben, die sagt, das psychosomatische Modell halte "keiner wissenschaftlichen Überprüfung" stand, weil es eben nicht überprüft wird und auch schwer zu überprüfen ist. Welcher Investor würde Hunderte von Millionen in eine Studie stecken, in der es um den komplizierten Einfluss geht, den Lebensereignisse auf den MS-Verlauf nehmen? Und was sind "relevante Ereignisse"? Ist das nicht bei jedem anders?

Ich glaube, die Annahme stimmt, dass die Psychosomatik-Hypothese nicht mit wissenschaftlichen Kriterien untersucht worden ist, aber ich sehe darin keinen Vorwurf. Ich glaube, dass es eher keine "wissenschaftlichen" Kriterien gibt, anhand derer die psychosomatische Hypothese überprüft werden könnte. Man kann auch die Qualität eines Gedichts "wissenschaftlich" überprüfen, auch wenn man die Zahl der Hebungen, männlichen Reime und die Verteilung der Wörter auszählen kann.

Aber kann man so weit gehen und sagen: "Was uns eine MS sagt und wie sie auf die Lebensumstände reagiert, das lässt sich wissenschaftlich nicht erfassen. Es könnte wertvoll sein, uns sogar den Schlüssel in die Hand geben, wie wir sie beeinflussen können, aber sie entzieht sich unseren Studien. Aber die MS ist mehr und etwas anderes, als man in Studien messen kann!"

Darf man so etwas sagen, ohne sich den Vorwurf gefallen lassen zu müssen, man "poetisiere" die MS, ziehe sie auf ein Gebiet des Nebulösen und Ungefähren - so wie man es damals mit der Parapsychologie getan habe, die man wissenschaftlich nie hätte beweisen können, obwohl es immer noch viele Leute gäbe, die an so etwas glauben würden?

Ist die Ursache der MS so ungreifbar wie parapsychologische Probleme? Oder ist dieser Vorwurf asymmetrisch, weil alles Geld und alle brain skills dazu benutzt werden, die somatische Ursache der MS zu beweisen. Es geht arg unfair zu bei der Suche nach der Ursache der MS!:-( Ich glaube, niemand hat damals Semmelweis öffentlich unterstützt, wo doch der große Virchow den Stab über ihm gebrochen hatte. Genauso wenig wird jemand die windelweiche Psychosomatik-Hypothese unterstützen wollen, mit der kein Blumentopf zu gewinnen ist.

Die Forscher werden die Ursache der MS nie dort finden, wo es am hellsten ist und sie mit ihren Methoden am besten "sehen" können.

W.W.


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