Wenn man über Gott nachdenkt, scheint alles ganz leicht zu sein! (Bücherecke)

W.W. @, Dienstag, 06.08.2019, 08:23 (vor 131 Tagen)

Ich will diese Bücherecke einmal ausprobieren und beginne damit, über ein Buch von Jürgen Habermas zu sprechen: "Ein Bewusstsein von dem, was fehlt", weil es mich gerade sehr bewegt.

Eigentlich ist es eine Eröffnungsrede, die Habermas 2007 an der jesuitischen Hochschule für Philosophie hielt, und die einiges Aufsehen erregte. Vorausgegangen waren die "Friedenspreisrede" 2001 und ein Gespräch mit Joseph Kardinal Ratzinger 2004.

Man könnte meinen, dass ein Marxist und Atheist gegen Ende seines Lebens zu Kreuze kriecht, aber ich glaube, das ist es nicht. Es ist eher das Gefühl, man könne so selbstherrlich rasch die Theologie und die Theologen argumentativ totschlagen, während der Diskussion aber merken, dass man um das Wesentliche herumredet - als ob uns die Religion etwas zu sagen hätte, was sperrig ist und sich dem Ausdruck entzieht.

Kurz: Ich glaube, es ist sehr einfach, die Theologie in Bausch und Bogen zu verdammen und ihr alle ihre Fehler vorzuwerfen, aber sehr schwierig, zu erkennen, warum sie dennoch für uns wichtig ist.

W.W.

PS: Das ist auch ein Brief gegen Amy bzw. Meta, weil sie glaubt, die Religion so leicht abtun zu können und durch etwas Humanistisches und geradezu etwas Kosmisches zu ersetzen!


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